Beiträge von Erdbähr

    Wenn Du Dir etwas verkaufen lässt, bestimmt der Verkäufer. Du als Käufer und letztendlich die Person, die für das jeweilige Tier verantwortlich ist, solltest jedoch die Entscheidungen treffen, anstatt sie für Dich treffen zu lassen.


    Wenn ich nicht irre, ist das hier die für Österreich geltende Grundlage. Und wie schon gesagt, bist Du mit Deinem damals vorgestellten Terrarium und einer Grundfläche von 120x80 unter den 0,8qm² der Mindestanforderungen. Zwar nicht viel, und bei einem Weibchen kann man sicherlich über einiges reden, aber Du liegst darunter. Für ein Männchen wären nur 60cm Tiefe indiskutabel. Den Teil des verlinkten Dokumentes, demnach man mehrere Tiere dieser Art dauerhaft zusammenhalten könnte, sollte man besser direkt wieder vergessen.


    Auch bei Pantherchamäleons gilt das. Die Mindestanforderungen sind geringer, 0,6m² bei 80cm Höhe - meiner Meinung nach ist auch das indiskutabel, selbst wenn man damit geltendem Gesetz gerecht werden würde. Man sollte sich besser an Seiten wie dieser orientieren. Mehr Platzangebot wird sicher genutzt und ist ganz im Sinne des Tieres.


    Was mir nun aber noch nicht ganz klar ist: hast Du das damalige Terrarium und das Tier noch, und planst nun ein zusätzliches Terrarium und Tier? Oder soll das damalige Terrarium neu besetzt werden?


    Ganz pauschal:

    Die Bright Sun ist gut.

    Eine Leuchtstoffröhre ist gut, abhängig natürlich davon, welche genutzt wird und mit welchem Reflektor. Allerdings sind LSR längst nicht so hell wie Bright Sun & Co.

    Der Spotstrahler ist, nun ja, ein Verschleissteil, das die Temperatur punktuell erhöhen soll. Ich würde in Zukunft eher Halogenstrahler/ PAR38 nutzen und zusätzlich eine weitere HQI mit 70 Watt. Dafür wird dann der Spot etwas weniger leisten müssen.


    Und die Beleuchtung gehört keinesfalls in das Terrarium.

    Das kann man grundsätzlich schon so machen. Allerdings ist das Problem mit der "Enge" eher nicht in der Terrariengröße zu suchen, sondern in ungeeigneter Strukturierung bzw. ungeeigneten Temperaturzonen. Gerade mit den Temperaturzonen sehe ich bei dieser Idee das größte Problem. Ich habe bisher nur ein Heatpanel in Betrieb, und das nutze ich auch gänzlich anders, ich habe aber schon meine Zweifel ob mit so eingem Gerät ein optimales Temperaturgefälle erzeugt werden kann. Python regius nutzen zwar auch die Terrarienhöhe, wenn sie angeboten wird, primär halten sie sich aber am Boden auf.


    Das Heatpanel wird man ja sicherlich in Zukunft in einem der weiteren Terrarien noch nutzen können, also bietet sich ein mehrtägiger Testbetrieb an. Ist die Temperatur am Boden zu gering, oder das Temperaturgefälle in den einzelnen Abteilen passt einfach nicht, kann man immer noch zusätzlich schwache Halogenspots nutzen, anstatt Grundbeleuchtung ohne nennenswerte Wärmeabstrahlung.

    Den Stettler habe ich auf die Schnelle in den Auflagen von 1986 und 2004 gefunden. Ja, ich habe beide irgendwann mal gelesen und ebenso ja, es steht durchaus Unsinn drin. Die älteste Ausgabe von Nietzke, die ich habe, ist die 2te von 1977. Also ebensowenig brandaktuell. Bekanntlich wird bei vielen Autoren und Titeln von Auflage zu Auflage etliches unverändert und teils auch überholt bis fehlerhaft übernommen. Wenn es nur darum geht in einem Buch Fehler zu finden, kein Problem, das schaffe ich. Auch bei Nietzke, wenn mir mal langweilig sein sollte.


    Bei Empfehlungen versuche ich mich möglichst an der Fragestellung zu orientieren. Hier geht es doch recht offensichtlich erstmal darum zu verdeutlichen, daß der Unterschied zwischen Terrarium und Vivarium, gemessen an der Fragestellung, praktisch nicht vorhanden ist, und deutschsprachige Informationen entgegen der ursprünglichen Meinung sehr leicht und in sehr großer Menge zu finden sind. Anschliessend kann man weitere Interessen abklopfen und ggf. gezielter Buchtitel empfehlen. Wobei das anhand der Menge deutschsprachiger Grundlagenwerke immer auf mehr als ein Buch hinauslaufen wird. Mit irgendeinem muß man jedoch anfangen, und sei es nur um nach dem lesen zu wissen, was man darüber hinaus wissen will, oder auch nicht.

    Was ich möglicherweise hätte dazuschreiben sollen: DAS eine allgemeingültige Buch gibt es nicht. Jedenfalls ist mir kein solches bekannt, das einen Interessenten ohne Erfahrung von A-Z in die Terraristik/Vivaristik einführen könnte, ohne nennswerte Fragen offen zu lassen.


    Wenn es um eine Übersicht haltbarer Arten geht, machen Trutnau oder Nietzke natürlich mehr Sinn als Stettler. Um diese Frage ging es aber noch nicht. Jedenfalls, auch wenn sie bereits angedeutet wurde, sollte es darum zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gehen.

    Ich sehe das ähnlich wie raptor49. Entweder verstehe auch ich nicht, was Dir die Suche nach (deutschsprachigen) Informationen so sehr erschwert - oder Du klammerst Dich bisher einfach an die falschen Suchbegriffe.


    Vivarium, Vivaristik, Vivarienkunde

    Terrarium, Terraristik, Terrarienkunde

    So groß sind die Unterschiede nicht. Die Aquaristik ist übrigens auch ein Teil der Vivaristik.


    Als erste Grundlage empfehle ich Dir das Handbuch der Terrarienkunde von Stettler. Bekommst Du gebraucht für wenige Euros, was einen eventuellen Fehlkauf erträglicher macht.

    Es ist schön, daß Dein Interesse sich nach so kurzer Zeit nicht so extrem verändert hat. Immerhin bist Du bei Geckos geblieben. Ich finde es aber schon merkwürdig, daß Du binnen zwei Tagen von L. williamsi zur Gattung Phelsuma kommst... nur weil die Dir zwischendurch empfohlen wurde.


    Werde Dir erstmal bewusst was Du viele Jahre pflegen möchtest, anstatt direkt ungezielte Fragen zur Haltung zu stellen.


    Da Dir vermutlich sonst niemand antworten wird, tue ich es, wenigstens teilweise:


    1: ja

    2: was steht denn im "Netz"?

    3: Paar = 1,1. Ein paar kann x,x sein. Nicht jede Geschlechterkonstellation ist möglich oder empfehlenswert.

    4: nein

    5: jein. Eier entsorgen, das ist aber keine sinnvolle Lösung.

    6: ja, einige.


    Weisst Du wie gross die Gattung Phelsuma ist?

    Vergiss den Begriff Spezies.

    So schwer verständlich? Dann formuliere ich anders: auf welchem Wege hast Du Dich denn die letzten drei Wochen über Python regius, deren Lebensraum und -weise sowie Rackhaltung informiert? Wie kommst Du zu der Annahme, ein entsprechend großes Rack würde dem Lebensraum eher gleichen als ein "riesen" Terrarium?

    Ich war/bin In der Annahme daß ein Rack das groß genug ist einem Königspython eher den Lebensraum nacharmt als ein riesen Terrarium

    Dann solltest Du Dich vielleicht nochmal in Ruhe mit der natürlichen Lebensweise dieser Art beschäftigen, abseits eines bestimmten YouTube-Kanals, und anschliessend Deine Annahme überdenken.


    Die Grundfläche eines Rack mag mit der einiger kleinerer Terrarien vergleichbar sein. Anzunehmen, diese Art würde Zeit ihres Lebens in Nager- und Termitenbauten hausen, sich aus diesen nie herausbewegen, und somit mit ca. 20cm Rackhöhe bis zu >30 Jahre lang klarkommen, ist bestenfalls naiv.


    Ich weiß ja nicht was Du als "riesen Terrarium" bezeichnest. Ich bin jedenfalls sehr sicher, kein noch so großes haushaltsübliches Terrarium kann den natürlichen Lebensraum eines Reptils auch nur ansatzweise korrekt/komplett nachbilden. Ja, Python regius ist nicht unbedingt der Inbegriff von Aktivität. Das jedoch als Rechtfertigung dafür zu nutzen, den Tieren von Beginn an durch Rackhaltung nahezu jede Möglichkeit der Bewegung zu nehmen, ist so falsch, wie etwas nur falsch sein kann.

    Meine Frage wäre was ihr denn von der Rack Haltung haltet

    Gar nichts.


    Wenn Du Dich ernsthaft mit der Rackhaltung auseinandergesetzt hast, habe ich eine Gegenfrage: was glaubst Du spricht dafür?


    Was Harte verlinkt hat, habe ich noch nicht gelesen und weiß nicht, ob es dort bereits erwähnt wird: es gibt inzwischen glücklicherweise Gerichtsurteile gegen die Rackhaltung. Denk mal drüber nach.

    Bei entsprechender Strukturierung des Bodens kann man auf eine Wetbox verzichten. Es spricht aber natürlich nichts dagegen eine anzubieten. Während der Quarantäne tut es das simpelste Modell. Anschliessend muß jeder selbst wissen, ob es zweckmäßig oder naturnah sein soll, ob man lieber etwas kaufen oder doch eher selbst bastel möchte.

    Ohne die Umstände zu kennen, kann man hier nur schwer irgendetwas empfehlen. Grundsätzlich sollten Leopardgeckos zu dieser Jahreszeit entweder bereits in der Winterruhe sein, oder sich auf direktem Weg in diese befinden.


    Neuzugänge, gerade sog. Notfalltiere, sollte man unter Quarantänebedingungen halten und den Gesundheitszustand kontrollieren (lassen). Die vorübergehende Haltung auf z.B. Küchenpapier ist währenddessen vertretbar. Kotproben kann man in ein Labor schicken, bei Leopardgeckos unbedingt auch Cryptosporidientests einplanen.


    Das Thema mit den Kosten hat Casi289 bereits angesprochen - darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man ein Tier aufnimmt. Ich glaube gern, daß hier nur beste Absichten im Spiel sind, aber ganz ehrlich? Sand kostet im Baumarkt ca. 3 Euro für 25kg, 10 kg Lehmpulver bekommt man bei eBay für ca. 10 Euro inkl. Versand. Dabei kann man wahrlich nicht von explodierenden Kosten sprechen. Das Problem bei diesem Bodengrund ist vielmehr, daß er nach dem mischen und befeuchten eine ganze Weile aushärten muß, und währenddessen muß ein Leopardgecko anderswo untergebracht werden.

    Keiner von uns kennt die Umstände, und mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Besitzer auch nirgendwo mehr auftauchen um eine Erklärung für sein Handeln abzugeben. Ich sage lediglich, daß Leopardgeckos im Dezember ohne Futter und ohne Beleuchtung/Wärmequellen grundsätzlich kein Problem sind. Ob der Besitzer sich der Notwendigkeit einer Winterruhe bewußt war oder nicht, werden wir nie erfahren. Ohne irgendetwas schönreden zu wollen: immerhin sind die Tiere im Terrarium geblieben, an einem Ort, den zeitnah nach dem verschwinden des Mieters jemand aufsuchen würde. Ich möchte mir nicht ausmalen wie viele verzweifelte Menschen ihre Tiere einfach aussetzen.


    Alles weitere wäre sicherlich ein eigenes Thema wert. Warum sollte jemand, der aus offensichtlicher Verzweiflung Fehler macht, nicht grundsätzlich bis dahin ein guter und verantwortungsbewusster Reptilienhalter mit dem nötigen Wissen gewesen sein? Hast Du mal versucht ein Tier, egal welches, das wegen ungeplantem Umzug, Todesfall, Unfall, Krankheit etc. zwingend und schnellstmöglich abgegeben werden muß, zu vermitteln? Ich habe mir mal wegen zwei Katern, die wegen einer solchen Situation weichen mußten, die niemand im Freundes- und Familienkreis des Betroffenen haben wollte, die Finger wundtelefoniert und mir bei Tierheimen, Pflegestellen, privaten Interessenten etc. einen Blumenkohl ans Ohr labern lassen. Ohne Erfolg. Ich habe selbst schon Reptilien aus exakt der selben Situation aufgenommen - dem Eigentümer war der Mieter abgehauen, ein Terrarium und jede Menge Sperrmüll blieben zurück. Es hat Monate (!) gedauert das Tier zu vermitteln, obwohl es kostenlos angeboten wurde. In einem anderen Fall habe ich gerade einige Schlangen eines entfernten Bekannten zur Vermittlung bei mir, die er aus persönlichen Gründen nicht mehr halten kann, bzw. deren Haltung er nicht mehr gerecht wird. Obwohl es bestenfalls um eine Schutzgebühr geht, sitzen die Viecher nun schon über ein Jahr bei mir, und werden wohl auch auf Lebenszeit hier bleiben müssen. Oder ein anderer Fall vor etlichen Jahren, als die Freundin eines Bekannten plötzlich verstarb und ihre 20 Schlangen schnellstmöglich irgendwo untergebracht werden mußten. Er konnte Schlangen nie etwas abgewinnen, mußte nach dem Todesfall in eine kleinere Wohnung, hatte wegen der ganzen Geschichte eh ganz andere Sorgen, so daß die Tiere einfach nur weg sollten. Einen Teil davon habe ich heute noch bei mir, weil sie eben nicht verschenkt oder an den erstbesten Vollpfosten verscherbelt werden sollten.

    Stimmt, da habe ich mich nur darauf verlassen, dass der Link von Harte vorher angeklickt wurde.

    Selbst wenn nicht, hatte ich das Thema bereits gestern in den passenden Forenbereich verschoben. Eigentlich sollte die Artbestimmung klar sein, auch ohne es nochmal extra erwähnen zu müssen.


    Zu dieser Jahreszeit ist kein Futter und Leuchtmittel aus eher kein Problem, da die Tiere entweder schon in der Winterruhe, oder auf direktem Weg in diese sein sollten. Wasser sollte natürlich in jedem Fall angeboten werden. Dem unscharfen Foto nach sehen die beiden jedenfalls nicht wirklich schlecht aus, allzusehr kann der Besitzer sie nicht vernachlässigt haben. Das soll natürlich in keinster Weise das zurücklassen in einer leeren Wohnung rechtfertigen.


    In der Hoffnung, daß der Fragesteller sich nochmal zurückmeldet: sollen die Tiere nun schnellstmöglich irgendwo hin, hauptsache weg? Hast Du die Möglichkeit sie vorübergehend selbst zu behalten? Oder wünschst Du Dir, daß sie in erfahrene Hände kommen? Wenn das vermitteln gewünscht ist, wären sicherlich ein paar mehr Informationen hilfreich - in erster Linie, wo in Deutschland sie abzuholen wären.

    Python bivittatus und Python molurus sind artgeschützt und meldepflichtig. Du brauchst also einen Zuchtbeleg, Herkunftsnachweis oder ein sonstwie behördlich akzeptiertes Papier.

    Zusätzlich ist aufgrund der Größe in manchen Bundesländern eine Genehmigung als Gefahrtier nötig.


    Am besten wendest Du Dich direkt an die für Deinen Wohnort zuständige Behörde.