Einstieg ins Hobby

  • Endlich ist es so weit, die erste Spinne durfte vor einer Woche bei mir einziehen. Es ist eine Brachypelma Hamori geworden.

    Ich halte sie in einem Terrarium 25*30*30, da ich das noch herumliegen hatte. Hier gleich Mal die erste Frage: meint ihr ist diese Größe für das Tier dauerhaft ausreichend, oder muss mit zunehmender Größe später einmal ein größeres Terra her?


    Als Bodengrund habe ich ein sogenanntes "Kleintierstreu" genommen, etwa 8cm hoch. Bevor gleich jemand Angst bekommt, das ist in dem Fall eine Mischung aus Kokosfaser und normaler Erde (sofern ich das richtig beurteile), wurde mir von dem Terraristik-Shop empfohlen bei dem ich die ganze Einrichtung gekauft habe.


    Höhle habe ich aus 2 Korkästen gebastelt, diese wurde auch nach 2 Tagen sofort bezogen. Bepflanzt ist das Terra mit etwas Moos und einer Tradescantia. Hier auch gleich ein Bild, dann könnt ihr es euch besser vorstellen.


    Lochbleche zur Lüftung sind sowohl vorne unter der Türe als auch oben in der Mitte vorhanden.

    Ich beleuchte mit einer Exo Terra Forest Canopy LED außerhalb vom Terra. Die Schafft es, dass es gemütliche 25 Grad hat und gleichzeitig die Pflanzen sich dran freuen.


    In der Trinkschale sind Aqua-Crystals drinnen und fürtern tu ich zur Zeit etwa ein mal in der Woche 1-2 kleine Heuschrecken, natürlich auch anhängig vom Abdomen.

    Luftfeuchtigkeit ist unter Tags immer zwischen 60 und 70, in der Nacht steigt mit der fallenden Temperatur (ca 20 Grad) natürlich auch die Luftfeuchtigkeit etwas an.


    Die Spinne hat zur Zeit eine Körperlänge von etwa 2,5cm, der Shop bei dem ich sie gekauft habe meinte, sie ist etwa ein halbes Jahr alt. Meint ihr kommt das hin mit der Größe?


    Grundlegend ist für mich die Frage, was ihr von der Gestaltung und Einrichtung haltet, ob ich eh nichts wichtiges vergessen habe und ob ihr vielleicht irgendwelche Tipps für den Start habt.

    Vielen Dank schon Mal im Vorhinein

    Liebe Grüße

    Martin

  • Hallo Martin,


    sind die Wände aus Glas oder PVC?
    Prinzipiell kannst du das Tier dort drin halten, wobei es schon etwas knapp bemessen ist. Wenn ich die Spinne auf so relativ wenig Fläche halte, würde ich allerdings die Einrichtung optimieren.
    Der Bodengrund sollte im Idealfall aus lehmhaltiger und somit grabfähiger Erde bestehen und vor allem mindestens 15cm (besser mehr) hoch aufgefüllt werden. Ca. ein Drittel der Fläche darf feucht, aber bitte nicht nass, sein. Je mehr Substrat desto leichter lässt sich das regulieren. Oben kann der Boden dann völlig trocken wirken und unten hält sich eine Restfeuchte. Genau da sitzt dann deine Brachypelma. Im natürlichen Habitat können das dann auch mal ein paar Meter Tiefe sein. Du könntest die Seitenwände noch mit Kork o.ä. gestalten. Das ist aber eher eine optische Sache für dich.
    Was du da in den Wassernapf gelegt hast, kenne ich nicht. Ich hatte nach einigen Jahren gar keine Näpfe mehr bei all meinen Arachniden. (S. Substrat) Aber bei 2,5 cm KL kannst du ja auch einfach ein wenig Wasser in den Napf geben und gut ist.

    Ich gehe davon aus, dass du ein Weibchen hast? Die Tiere sind recht robust, wenn du mal züchten möchtest oder an einer „artgerechten“ Haltung interessiert bist, dann solltest du über eine Winterruhe nachdenken und könntest die Temperaturen im Sommer noch erhöhen. Überleben und alt werden kann das Tier aber auch so.

    Deine Fütterung ist viel zu viel. Die Art wächst langsam und kommt gut mit langen Futterpausen zurecht.

  • Vielen lieben Dank für die hilfreichen Tipps.

    Das Terra ist komplett aus Glas.

    Du meinst Bodengrund 15cm, das geht sich leider nur bedingt aus, da das Lüftungsblech vorne bei 10cm liegt, das würde ich damit zu schaufeln. Nach hinten einen kleinen Hügel aufbauen würde natürlich gehen. Wie die Erde genau zusammengesetzt ist, weiß ich leider nicht, aber ich würde sagen dass ein Graben auf jeden Fall möglich ist.

    Feucht halten mach ich mit einer Sprühflssche, indem ich gezielt die Pflanzen, vor allem das Moos alle 2 Tage einsprühe.

    Kork an den Eeitenwänden werde ich glaube ich erstmal nicht verwenden, zumal man dadurch ja zusäzlich die eh nicht so große Grundfläche noch mehr verkleinert.

    Diese Aqua crystals, das ist mehr oder weniger ein Gelee das aus Wasser besteht, hat mir der Typ im Shop zur Spinne dazu gegeben.

    Ob es ein Weibchen oder Männchen ist weiß ich leider nicht nicht, könnte sie noch nicht so genau anschauen.

    Bei der Fütterung werde ich auf jeden Fall schauen, ich hab da Mal nur die Empfehlung vom Shop angenommen, ich hab sie ohnehin erst ein Mal gefüttert. Das kann man ja Gott sei Dank Recht gut am Abdomen sehen.

    Vielen Dank nochmal und beste Grüße

  • Um Vogelspinnen sicher sexen zu können, bedarf es mehr als ein „genaues anschauen“. Wo willst du denn hinschauen? Viele Züchter bieten den Service einer mikroskopischen Bestimmung.
    Es ist üblich, dass Vogelspinnen-Terrarien umgebaut oder umfunktioniert werden. Das Ansteigen des Bodengrundes nach hinten ist in jedem Fall sinnvoll und wünschenswert. Bei vielen Bodenbewohnern aus der neuen Welt ist das Substrat der entscheidende Aspekt für eine erfolgreiche Haltung. Der Shop möchte dir ja in erster Linie seine Produkte verkaufen. Lehmhaltige Erde aus dem Wald/Garten ist definitiv das geeignetste Substrat für sehr viele Vogelspinnen. Eine normale Glühlampe über dem Terrarium reicht auch aus und mit genügend Tageslicht dürften auch die Pflanzen wachsen. Die Moose in einem semi-ariden Terrarium am Leben zu halten, wird schwierig. Das Opisthosoma deiner Spinne als Anzeiger für den Zustand zu nehmen, ist suboptimal. Manche meiner Tiere zeigten sich über Wochen oder Monate nicht. Egal was der Shop sagt, lies etwas quer im Netz und/oder in der Literatur. Striffler hat mal ein „Art für Art Buch“ zu B.smithi veröffentlicht. Du fütterst definitiv zu viel. Wie gesagt, die Tiere sind robust, hast du ein Weibchen, dann kannst du viele Jahre Freude daran haben, auch bei suboptimaler Haltung.

  • Danke für dei hilfreichen Tipps. Den Ratschlag mit dem nach hinten aufschichten hab ich bereits umgesetzt, beim Umbau war die kleine etwas gestresst aber die Höhle hat sie sofort wieder gefunden und gleich Mal ordentlich ungetragen wie zuvor auch schon. Nachdem ich sie vor 2 Wochen mit 2 kleinen Heuschrecken gefüttert habe, denke ich würde ich am Wochenende Mal wieder eine kleine hineinsetzen. Wenn sie sich dann das erste Mal gehäutet hat werde ich mich drum bemühen das Geschlecht zu bestimmen

  • Was ich auch noch nicht herausfinden konnte ist, wie genau der Bodengrund zusammengesetzt ist. Er ist von der Hilan KG mit dem Sitz in Tullen Niederösterreich und heißt Kleintierstreu, aber das war's dann auch schon an Infos. Wie gesagt für mich schaut es aus wie eine Mischung aus Kokosfaser und "normaler" Erde. Da die Spinne ihre Höhle richtig ausgegraben hat und ein netter Haufen jetzt mitten im Terrarium ist, würde ich aber sagen dass das Substrat durchaus grabfähig ist. Meint ihr es ist dringend notwendig das doch gegen Blumenerde oder vergleichbares auszutauschen? Ich denke das macht der Spinne doch recht viel Stress, zumal sie ja erst vor 2 Wochen ihr neues Heim bezogen hat.

    Nachdem sie bis jetzt Recht zurückhaltend war, sieht man sie in den letzten Tagen auch unter Tags immer vor dem Höheleingang, heute hab ich die freche zum ersten Mal kurz über die Scheibe spazieren gehen sehen. Sofern das aber nicht ständig Auftritt mach ich mir da erstmal keine Sorgen.


    Ich glaube auch, es könnte bald zur ersten Häutung kommen. Heute ist mir aufgefallen, dass die kleine einerseits einen größeren dunklen Fleck am Hinterleib hat, und eine hellere Stelle ist mir auch aufgefallen. Anbei ein Bild, denkt ihr liege ich mit meiner Vermutung richtig?g richtig?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Martrix ()