Erstes Terrarium: Welches Tier?

  • Hallo zusammen,


    wir überlegen, uns ein Terrarium anzuschaffen. Die große Frage ist nur, welches Tieres werden soll... fest steht, dass es ganz grob eine Echse werden soll. Aber wie weiter? Ich habe schon ziemlich viel recherchiert, aber je mehr Recherche, desto mehr Fragen ;) Erfahrung mit Terrarien haben wir nicht, vor Jahren hatte ich zumindest ein Aquarium.


    Beginnen wir mit dem Größe des Terrariums. Ich wüsste jetzt drei mögliche Stellen im Haus, wo ein Terrarium mit vertretbarem Aufwand bei der Möbelverschiebung aufgestellt werden könnte:

    * Wohnzimmer auf einer größeren Kommode. Breite maximal 120cm (wäre dann die komplette Kommode), Tiefe 40cm. Höhe ist inklusive eines evtl. nötigen Lampenkastens gut 100cm möglich (bisschen mehr gine auch noch), aber da die Kommode selbst schon 120cm hoch ist, wäre es ungünstig, wenn die Tiere dann permantent auf 2 Meter Höhe rumturnen.

    * Wohnzimmmer Ecke: Am Durchgang zum Flur wäre eine Ecke für ein Terrarium mit maximaler Gründfläche 60*50 cm, evtl gehen auf jeweils noch ein paar Zentimeter mehr. HIer wäre die Höhe kein Problem. Allerdings Gehen da öfter Personen direkt dran vorbei, weiß nicht, ob das die Tiere auf Dauer stressen könnte

    * Arbeitszimmer im Dachboden: hier wäre eine größere Grundfläche möglich, 150*60 ungefähr. Durch das schräge Dach ist die Höhe dann allerdings eingeschränkt. Wobei... das Terrarium könnte natürlich auch eine schräge Oberseite bekommen, so dass es vorne höher ist als hinten. Allerdings wird es im heißen Sommer dort oben auch ziemlich warm, zumal in dem Raum auch noch Computer und Spielekonsolen stehen.


    Tendenziell wäre mir ein Wüstenterrarium lieber als ein Regenwaldterrarium, aber da würde ich mich jetzt nicht drauf festlegen wollen, wenn unser Wunschtier feuchte Pflanzen möchte, soll es die natürlich bekommen. Wäre schön, wenn man nicht täglich was am Terrarium machen muss, Fütterung alle zwei bis drei Tage wäre gut, Minimalanforderung ist, dass sie nicht zwingend täglich etwas zu essen kriegen müssen.


    Dann zu den möglichen Tieren, hier bin ich über Anregungen sehr dankbar. Unsere Vorstellungen:

    * Irgendeine Art Echse (Gecko, Agame, ...). Bei Schlangen, Spinnen und Skorpionen streikt die Chefin

    * Dämmerungsaktiv wäre vermutlich gut

    * generell aktiv, sollte nicht den ganzen Tag rumliegen und warten, dass das Futter vor die Nase hüpft

    * Futter idealerweise nicht ausschließlich lebende Tiere (Insekten)

    * schön anzusehen


    Meine Ideen bis jetzt:

    * Leopardgecko. Aktuell mein persönlicher Favorit, bin aber nicht sicher ob die auf der Kommode mit 100-120*40 genug Platz haben und unter dem Dach mache ich mir Sorgen wegen der Temperatur im Sommer.

    * Rotkehlanolis. Wäre vermutlich was für die Ecke zwischen Wohnzimmer und Flur

    * Bartagame. Vielleicht auf dem Dachboden, aber selbst der Platz dort (150*60) könnte zu noch klein sein?

    * Chamäleon. War schon immer so ein heimlicher Traum von mir, weil ich diese Tiere unglaublich faszinierend finde. Scheitert allerdings wohl schon an den Platzverhältnissen... nach meinen Recherchen könnte ein Teppichchamäleon vielleicht mit der Grundfläche 60*50 zurechtkommen, wenn die Höhe stimmt, aber das wäre wohl schon die untere Grenze. Mir ist schon klar, dass so ein Chamäleon deutlich mehr Pflege benötigt, als andere Tiere, aber das wäre so ein Fall, wo ich gründlich nachdenken würde, ob es mir den Aufwand vielleicht doch wert ist.


    Bin sehr für weitere Anregungen dankbar! Wie sollen wir am besten weitermachen? Ich würde gerne bei Gelegenheit ( = wenn in ein paar Wochen die Ausgangsbeschränkungen gelockert sind) zu einem Laden und mir ein paar Tiere in echt ansehen. Komme aus Berlin, habe da Johnny Reptile und Mata Mata als spezielle Reptilienhändler mit guter Beratung im Blick. Megazoo macht von der Webseite auch einen guten Eindruck - ich weiß, solche Großhändler sind hier nicht gerne gesehen, aber ich verspreche, die Aussagen der Beratung dort kritisch zu sehen und keinen Spontankauf zu tätigen ;)


    viele Grüße

    Felix

  • Futter idealerweise nicht ausschließlich lebende Tiere (Insekten)

    Dann fällt das Chamäleon schonmal weg. Nur wenige Chamäleons fressen auch Gurke oder anderes Gemüse. Mein Jemenchamäleon frisst zum Beispiel kein Gemüse, hier muss ich ausschließlich lebende Insekten füttern. :)


    Ich lege dir ans Herz zu erst das Tier auszusuchen und dann entsprechend das Zimmer und die Terrarienplanung vorzunehmen. Alles andere würde das Wunschtier voraussichtlich einschränken. Aber gut ist schonmal das du mehrere Räume zur Verfügung hast. :) :thumbup:


    Nachtrag: Einer Beratung bei einem Händler rate ich strengstens ab! Erfahrungsgemäß was man hier im Forum alles so liest was da empfohlen und wie beraten wird, führt das nur zu unartgerechter Haltung. Frag lieber hier im Forum nach oder lies Literatur zum entsprechenden Tier, dass hilft dir und dem Tier mehr als eine Beratung bei einem Händler! ;)

  • Mir fällt zwar für jedes der Kriterien eine oder mehrere Arten ein. Aber keine, die alle Kriterien erfüllt.


    Schön anzusehen: liegt im Auge des Betrachters


    Dämnerungsaktiv: Kronengeckos. Kann man auch teilweise mit Fruchtbrei statt Insekten füttern. Sind am Tag aber wenig präsent.


    Aktiv: Ich bin ja Waran-Mensch und daher voreingenommen. Für mich gibt es keine interessanteren, aktivieren Reptilien. Für den Dachboden ginge bei 60 cm Tiefe zum Beispiel Varanus gilleni. Diese fressen aber nur Insekten.


    Ansonsten gingen evtl auch noch einige Taggeckos wie kleinere Phelsuma oder Lygodactylus Arten. Diese fressen auch ab und zu als Abwechslung Fruchtbrei, sind optisch schön und aktiv. Aber eben am Tag.


    Dann fällt das Chamäleon schonmal weg. Nur wenige Chamäleons fressen auch Gurke oder anderes Gemüse. Mein Jemenchamäleon frisst zum Beispiel kein Gemüse, hier muss ich ausschließlich lebende Insekten füttern. :)


    Ich lege dir ans Herz zu erst das Tier auszusuchen und dann entsprechend das Zimmer und die Terrarienplanung vorzunehmen. Alles andere würde das Wunschtier voraussichtlich einschränken. Aber gut ist schonmal das du mehrere Räume zur Verfügung hast. :) :thumbup:


    Nachtrag: Einer Beratung bei einem Händler rate ich strengstens ab! Erfahrungsgemäß was man hier im Forum alles so liest was da empfohlen und wie beraten wird, führt das nur zu unartgerechter Haltung. Frag lieber hier im Forum nach oder lies Literatur zum entsprechenden Tier, dass hilft dir und dem Tier mehr als eine Beratung bei einem Händler! ;)

    Ist zwar grundsätzlich richtig, aber in dem Fall nicht unbedingt. Ich persönlich halte ja unter anderem auch Fidschi Leguane. Es bringt der Person ja nicht, wenn sie sich sagt: "Die sehen toll aus, bewegen sich ab und zu und fressen vorwiegend pflanzlich", wenn man dann wieder feststellt, dass man an jedem Standort maximal 60 cm Tiefe bieten kann.

    1.1 Varanus macraei (Blauer Baumwaran), 0.1 Hydrosaurus amboinensis (Segelechse), 1.1 Gonatodes ocellatus (Neotropische Taggeckos)

  • Nur wenige Chamäleons fressen auch Gurke oder anderes Gemüse.

    Ich schrieb ja auch "idalerweise". Der Leopardgecko ist ja auch ein reiner Insektenfresser. Hat auch nur den Hintergrund, dass die Chefin lieber mit Gemüse als mit Insekten umgeht. Aber das wäre absolut kein KO-Kriterium.


    Wie findet man denn am besten ein Wunschtier? Leopardgecko und Rotkehlanolis habe ich auf einer Liste als "Einsteigertiere" gefunden, aber es gibt ja auch noch 1000 andere Geckos und sonstige Tiere.


    Mir fällt zwar für jedes der Kriterien eine oder mehrere Arten ein. Aber keine, die alle Kriterien erfüllt.

    Wie schon geschrieben, das sind Idealvorstellungen, die nicht zwingend alle erfüllt werden müssen.


    Danke für den Tipp mit den Kronengeckos, die sehen auch sehr interessant aus!

  • Hi,


    wenn Du am liebsten Leopardgeckos hättest, dann solltest Du die nehmen.


    die Grundfläche der Kommode muss kein limitierendes Kriterium sein.

    Möbel ein Stückchen von der Wand wegziehen und schon passte auch ein Terrarium mit mehr Tiefe darauf (vorausgesetzt es bleibt genügend Platz zum Vorbeilaufen davor... weiß ja nicht, wo die steht) auch zu den Seiten kann so ein Terrarium ruhig überstehen. Im Zweifel eine dünne Siebdruck- oder sonstige Multiplexplatte unterlegen.


    Ein größeres Problem könnte das Gewicht eines solchen Terrariums darstellen: Der Bodengrund in artgerecht eingerichteten Leopardgeckoterrarien wiegt schon ein bißchen was - das Terrarium selbst auch. Da müsste man sich vergewissern, ob die Konstruktion der Kommode das aushält (oder man eventuell unterstützen muss)


    Wie man sein Wunschtier findet?

    Lesen,lesen,lesen.

    Und anschauen. :-P



    "Einsteigertiere" als solche gibt es eigentlich nicht wirklich. Sicher: es gibt ein paar echte Spezialisten, die man einem Anfänger vielleicht ersteinmal nicht unbedingt empfehlen würde, aber eine gründliche Vorbereitung und Leidenschaft können sehr viel bewirken.

  • wenn Du am liebsten Leopardgeckos hättest, dann solltest Du die nehmen.

    Danke für deinen Kommentar. Geht allerdings nicht nur um mich, der Rest der Familie muss auch einverstanden sein.


    Wegrücken der Kommode ist leider keine Option, die ist fest mit anderen Elementen verbunden. Sind 40cm Tiefe denn defintiv zu wenig? Ansonsten müsste es halt doch ein anderer Standort werden. Kommen Leopardgeckos (tagsüber) mit einer Zimmertemperatur von 30-35° zurecht? In den Bereich dürfte das wohl gehen, wenn die Sommersonne während der mittlerweile jährlichen Hitzewelle den ganzen Tag aufs Dach knallt.

  • Hallo,


    meines Wissens sollte die Tiefe schon etwas größer sein - ich bin aber nicht Halterin dieser Art und möchte mich hier daher nicht festlegen.


    ...und wenn das Terrarium nach vorne hin ein wenig Überstand hat?

    Wie weit ist denn die oberste Schublade ausziehbar?
    Mein Geckoterrarium (Phelsuma, keine Eublepharis) ist von mir sogar so geplant, dass das eigentliche Terrarium vorne und seitlich über den Unterschrank hinausragt...


    Die Temperaturfrage kann ich aus dem gleichen Grund nicht sicher beantworten - auch wenn es im Verbreitungsgebiet der Tiere durchaus tagsüber heißer ist, weiß ich nicht, welche Temperaturen in den Verstecken herrschen, die sie zu solchen Zeiten aufsuchen.

    Eventuell ließe sich ansonsten über Verdunstungskühle (Versteck mit feuchtigkeitsspeicherndem "Deckel" wie Sandstein) etwas machen....Wenn es hier aber nur um ein paar Tage im Jahr geht, dann wäre ich da weniger besorgt.


    Habt Ihr Möglichkeiten für die Winterruhe?


    Eine so hohe Temperatur über einen längeren Zeitraum kann übrigens auch für andere Tiere problematisch werden. Das solltest Du dann bei der Suche mit berücksichtigen.


    P.S.:

    darf ich fragen, warum das Tier vorzugsweise dämmerungsaktiv sein soll?


    Nachtrag: - gibt es wenigstens eine Möglichkeit zur Nachtabsenkung?

  • darf ich fragen, warum das Tier vorzugsweise dämmerungsaktiv sein soll?

    Ich bin tagsüber arbeiten und dann wäre es doch ganz nett, wenn das Tier munter ist, wenn ich zuhause bin.

    Nachtrag: - gibt es wenigstens eine Möglichkeit zur Nachtabsenkung?


    Wenn die Sonne weg ist, kühlt es sich schon einigermaßen ab.

    Wegen der Winterruhe muss ich mal schauen, wir haben zwar einen Hauswirtschaftsraum, bin mir aber nicht sicher, ob der ausreichend runterkühlt. Ich fürchte fast, dass er das nicht tut.

  • Tja - dann fallen die Tagaktiven wohl raus (und mit Ihnen Chamäleon, Anolis, Phelsumen &Co.). Obwohl sich deren Aktivitätszeit immerhin mit Deiner Anwesenheit zu Hause überschneiden würde...


    Wie sieht es mit Tropicolotes spec aus? Zu klein?


    Temperatur ähnliches Problem wie bei E.macularius - aber ich schätze, auch dort bei nur vorübergehender Hitze und nchtlicher Abkühlung machbar (auch hier: keine eigene WErfahrung vorhanden)

    Im Winter keine allzuniedrigen temperaturen nötig. Schau'S Dir mal an.


    P.S.:
    wie bereits von Franky cologne geschrieben liegt Schönheit ja im Auge des Betrachters... aber mit besnders bunten Tieren brauchst Du bei den Nachtaktiven nihct zu rechnen...

  • aber mit besnders bunten Tieren brauchst Du bei den Nachtaktiven nihct zu rechnen...

    Zum "Glück" gibt es ja die Designermorphen. Speziell wenn es um dämmerungs- und nachtaktive E. macularius gehen soll, gibt es die durchaus in bunt, knallbunt, und aberwitzigbunt.

    Sind 40cm Tiefe denn defintiv zu wenig?

    Ja, wenn auch nicht definitiv. Je nach Länge und Höhe, kann ich mir Einzelhaltung mit nur 40cm Tiefe schon vorstellen. Ideal ist was anderes, aber umsetzbar ist dennoch einiges.

    Zimmertemperatur von 30-35°

    Das ist schon ziemlich extrem, und ja, meine Terrarienzimmer sind auch im Dachgeschoss eines nicht isolierten Altbaus mit entsprechend hohen sommerlichen Temperaturen. Sofern keine Möglichkeit der Kühlung besteht, können solche Werte als Grundtemperatur schon grenzwertig bis gefährlich sein. Das sind sie aber für viele Reptilien.


    Hat man keine Räumlichkeiten für eine kühle Winterruhe, kann man auf technische Lösungen zurückgreifen. Es gibt z.B. im Terraristikhandel Inkubatoren, die auch kühlen können. Alternativ kleine Weinkühlschränke, oder, je nachdem welches Tier mit welchen Bedürfnissen es tatsächlich wird, tut es ggf. auch der Kühlschrank.

  • Hi,


    o.k. bei Farbmorphen bin ich anscheinend echt nicht auf der Höhe der Zeit... nicht meine Welt diese übertriebene Züchterei mit "Ziel". Bin halt doch noch irgendwie von der "Wildtierfraktion"

    Für mich bewegten die sich alle im Ocker/Brau/Gelb-Spektrum. Aber da scheint es ja dann enorme Auswüchse zu geben...

    Vermutlich bei dem einen oder anderen auch mit begleitenden Gendefekten?

  • Nachtrag: Einer Beratung bei einem Händler rate ich strengstens ab! Erfahrungsgemäß was man hier im Forum alles so liest was da empfohlen und wie beraten wird, führt das nur zu unartgerechter Haltung

    so kategorisch kann man das definitiv nicht stehen lassen. Es gibt durchaus sehr gute Fachgeschäfte mit kompetenter Beratung. Hier aber die "Spreu vom Weizen" zu trennen, wird einem Einsteiger in der Regel schwerfallen, deshalb halte ich die Einstellung von Daddy_Felix, alles kritisch zu hinterfragen, sich nur mal anzuschauen und keine Spontankäufe zu tätigen, für sehr gut und richtig.


    mfg

    jotpede

  • Es gibt z.B. im Terraristikhandel Inkubatoren, die auch kühlen können.

    Ich habe schon häufiger nach Inkubatoren gesucht, die sowohl wärmen, als auch kühlen können. Hast Du da vielleicht einen Produktnamen parat?


    Nachtrag: Bspw. habe ich nicht viel gutes vom Exo Terra Inkubator gehört. Der hat wohl Probleme wenn er Nachts einen Temperaturgefälle erzeugen soll.

  • Hast Du da vielleicht einen Produktnamen parat?

    https://www.reptilienkosmos.de…inkubator-brueter/a-1003/


    Der hat wohl Probleme wenn er Nachts einen Temperaturgefälle erzeugen soll.

    Wunder sollte man nicht erwarten. Präzise Steuerung auf 0,0irgendwas °C ebensowenig. Dafür müßte man sich im höherpreisigen Segment umschauen. Die Frage ist: wie wichtig ist eine nächtliche Temperaturabsenkung, und wie präzise muß diese sein? Welche Eier willst Du denn zeitigen?


    Ein Temperaturgefälle kann man im Notfall auch per Zeitschaltuhr erzwingen. Das ist dann maximal so genau wie die Raumtemperatur am Gerätestandort.