Wärmeverluste im Glasterrarium

  • Einen wunderschönen guten Tag liebe Terrarianer,


    ich bin noch ausgesprochen neu was die Terrarienpraxis angeht und habe mich bislang lediglich dafür meine ich zumindest relativ umfassend in der Theorie angelesen und beraten lassen. Dennoch will mir in der Praxis ein recht banales, wennauch bekanntes Problem nicht gelingen.


    Derzeit stehe ich vor dem Problem, dass mein Terrarium vor allem für die Wohnung drumherum heizt und weniger für das Tier als solches.


    Ich habe derzeit folgende Grundlagen:


    Das Terrarium hat die Maße 100 x 50 x 100 cm (l x b x h) und ist in zwei Bereichen unterteilt, zum einen einen etwas feuchteren und kühleren Part, zum anderen einen trockeneren und wärmeren Part. Den Warmen Part hätte ich gern auf bis zu 28°C. Derzeit heiße ich mit einem Heizkabel ( 1,5Meter, 20 Watt) und einem Keramikstrahler, bzw. derzeit auf Leihbasis einer Infrarotlampe (100 Watt).


    Ich habe derzeit das Gefühl, dass die gesamte Wärme unbeholfen durch den Deckel, beziehungsweise die großen (100 x 100) Front- und Rückseiten entweicht. Wie werde ich dieser Problematik Herr? Eine undurchsichtige Isolierung kommt nicht in Frage, da das Terrarium von beiden Seiten aus durchblickbar sein soll, die Seitenwände sind bereits mittels Korkwänden isoliert.


    Als nächstes hatte ich vor eine Heizmatte mit 45 Watt anzubringen. Weiterhin habe ich vor den Deckel zu isolieren - entweder mit weiteren Korkplatten (Ja, ich achte darauf,dass die Lüftung frei bleibt) oder mit anderen Dichtmitteln, allerdings weiß ich nicht welche hierfür geeignet wären.


    Vielleicht gibt es ja jemanden hier der mir helfen kann, sollten noch Daten und Fakten fehlen, dann gebt mir bitte Bescheid, ich weiß noch nicht was für Informationen tatsächlich relevant sind für solche Fragestellungen.


    Beste Grüße


    Knaeckenrot!

  • hast du eine Rückwand und auch die Seitenwände innen irgendwie isoliert, Kork, Styrodur etc?

    für welches Tier wäre auch mal interessant zu wissen und bei der Höhe wird es mit den erwärmen, je nachdem wo du die Zonen haben willst

    auch schwieriger,


    und wo sind deine Messpunkte, evlt Bilder einstellen, 20 Watt Heizkabel ist mal nicht so die Wärmequelle, evlt mit Pannels arbeiten, an der Rückwand auf eine gewisse Höhe, damit du im mitleren Bereich warm bist und die warme Luft steigt ja auch wieder noch oben, natürlich so das dein Tier nicht direkt ran kommt, da so ein Panel Oberflächentemp von über 50 ° erreichen kann

  • Front- und Rückseiten entweicht. Wie werde ich dieser Problematik Herr? Eine undurchsichtige Isolierung kommt nicht in Frage, da das Terrarium von beiden Seiten aus durchblickbar sein soll, die Seitenwände sind bereits mittels Korkwänden isoliert.

    Die Rückwand muss nicht nur Blickdicht sein, sondern dient auch der Isolierung. Was für einen Deckel hast du? Welches Tier wohnt da? Ein paar Fotos würden helfen.

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    "Magst du das Kribbeln in deinem Nacken? - "Jaaa!" - "Gut, dann lasse ich die Vogelspinne da sitzen."

  • Hallo,


    ich danke euch für die Rückmeldungen!


    @Wolverman: Die Seitenwände (100x50) sind mit Kork von innen isoliert. Von oben ist - bislang noch keinerlei Isolierung geschehen - wird schnellstmöglich geändert, da das Thermometer was ich oben drauf gelegt habe tatsächlich wärmer ist als die Sonde in Mitten des Terrariums (dürfte auf dem Bild zu sehen sein).


    Das Terrarium ist eingerichtet für eine Kornnatter.


    Der Temperaturpeak soll an der Thermostatsonde erreicht werden, sodass es dadrunter eben etwas kühler ist, wenn die Wärme aber ohnehin von unten - Heizmatte - kommt dürfte dieses auch den Rest des Terrariums gut gewärmt haben - man beachte den Konjunktiv.


    Die Sache mit dem Heizkabel sehe ich jetzt leider genauso, da wurde ich schlecht bzw. unpassend beraten oder habe nicht die richtigen Fragen gestellt. Jetzt wird das Kabel eben im Kühleren bereich verlegt und die Heizmatte - nach Ankunft - im warmen Bereich verklebt.


    @Wolverman und Raptor: Das Problem ist, dieses Terrarium hat keine Rückwand im eigentlichen Sinne. Darum suche ich derzeit nach einer möglichst durchsichtigen Isolierung (sowas in der Art wie das Tesa Moll Thermo Cover, aber das soll nicht so viel bringen) für die Seiten und eine im besten Fall wärmereflektierende Isolierung für den Deckel.


    Bilder habe ich beigefügt.


    Im übrigen befindet sich das Terra noch im Bau, darum sind die Kabel innen noch mit Saugnäpfen befestigt, ebenso ist der Foggerschlauch deshalb nicht verkleidet ;)

  • oben könntest du ja mit Styrodur isolieren und ggf anmalen, damit es schöner ausschaut


    und warum ist keine Rückwand drin? weil so liegt sie ja offen von zwei Seiten, was denke ich nicht gut ist, denke bei keinen Tier


    ist das ein Nebler?? wo ich da sehe? der könnte zur absolunten Bakterienschleuder werden, schon wegen dem geriffelten Schlauch, was für die Kornnatter auch wiederum "gefährlich" werden kann

  • Die Tiere brauchen eine Rückwand! Sprichwörtlich als Rückendeckung. Die Tiere stehen sonst permanent unter Stress.

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  • Nicht nur mit der Temperatur hast du ein Problem. Das Terrarium ist zu klein und ist von der Einrichtung weit entfernt von einem akzeptablen Zustand.

    Die Kornnatter kann nur einen Bruchteil des Raums nutzen. Es fehlt Struktur zum klettern.

    Sand ist nicht der richtige Bodengrund.

    Du solltest dringend eine Rückwand einbauen, die auch vom Tier zum Klettern und Verstecken genutzt werden kann.

    Der Nebler geht überhaupt nicht, wie bereits erwähnt.

    Elstein- und Rotlichtstrahler sind ebenfalls nicht optimal.

  • @Wolverman: An eine Isolierung mit Styropor für oben habe ich auch gedacht, es wird vermutlich auch darauf hinauslaufen.


    @Raptor/WolvermanEs ist keine "Rückwand" drin, weil das Terrarium von beiden Seiten aus einsehbar sein soll. Ich überlege ob es Möglichkeiten einer halbdurchsichtigen Rückwand gibt, dass das Tier sich geschützt fühlt, aber dennoch beobachtet werden kann.


    Gast : Über die Maße von Kornnatterterrarien finden sich mannigfaltige Aussagen, die einen behaupten 120x60x120 seien Mindestmaße, andere Sagen unter 180 in Länge und Breite braucht man nicht anfangen. Die nächsten halten ihre Natter in 100x50x50 Zellen, da habe ich mit den 100x50x100 einen recht gangbaren Mittelweg gefunden. Schwierig da die absolute Wahrheit herauszufinden. Gleiches gilt für den Bodengrund, bei Schlangen die von Kanada bis Florida leben ist es schwer den passenden Grund zu verwenden, daher stehen zwei verschieden temperierte und verschieden feuchte Untergründe zur Auswahl.


    Dass die Heizung nicht optimal ist, weiß ich ja selber, das ist ja Kern meines Problems.


    Bislang nutzt die Natter die Höhlen und die Kletterwurzel sehr gern, aber als "zu leer" emfpinde ich es auch und bin auf der Suche nach den richtigen Ausstattungselementen. Allerdings sehe ich Probleme in der sicheren Befestigung der Kletter und Höhlenelemente, da gerade Kork nicht sonderlich geeignet ist um Dinge zu befestigen, selbst Terrakleber hält da nur bedingt gut dran und einfach etwas reinlegen und hoffen, dass sich die Schlange nicht dran verletzt finde ich auch ein bisschen kritisch.


    Was Bakterien angeht habe ich bei Osmosewasser und regelmäßiger Reinigung des Tankes recht wenig Bedenken, bezüglich des Riffelschlauches mache ich mir da bereits mehr Sorgen und werde den zeitnah durch etwas glattes ersetzen.


    Um mal zusammen zu fassen:


    Rückwand zum Sichtschutz,

    ggf. weitere Ebenen einbringen,

    Kletter und Versteckmöglichkeiten,
    Mehr Wärme reinbringen.

  • Kleber auf Kork das nicht hält hab ich jetzt noch nicht ausbprobiert


    aber ich habe alle meine Wurzeln, mit Terrakleber verschiedenen Oberflächen verklebt, hält Bombenfest, kommt wahrscheinlich auf den Kleber auch an.

  • @Raptor/WolvermanEs ist keine "Rückwand" drin, weil das Terrarium von beiden Seiten aus einsehbar sein soll.

    Der Sinn einer Rückwand ist, DAS du nichts SEHEN SOLLST!

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  • die einen behaupten 120x60x120 seien Mindestmaße, andere Sagen unter 180 in Länge und Breite braucht man nicht anfangen. Die nächsten halten ihre Natter in 100x50x50 Zellen, da habe ich mit den 100x50x100 einen recht gangbaren Mittelweg gefunden.

    Vergiss, was andere behaupten. Orientiere Dich nicht an noch kleineren Terrarien und rede Deins so schön, denn es IST zu klein. Wenn Du eine Basis willst, dann bitte das BNA-Gutachten, keine oft haltlosen Behauptungen irgendwo online. Dieses Gutachten sieht (1 x 0,5 x 1)KRL als MINDESTmaß für diese Art vor. 120x60x120 ist also gar nicht so verkehrt, setzt man eine durchschnittliche Kornnatter mit 120cm als Berechnungsgrundlage an. Sofern Dein Tier nicht noch im Wachstum oder adult ungewöhnlich klein ist, solltest Du sehr bald über ein größeres Terrarium nachdenken. Das aktuelle ist eh eine Baustelle, sorry.

  • @Wolfeman: Danke für den Hinweis, dann werde ich einfach die Korkplatten noch etwas besser vorbereiten und zunächst mal außerhalb testen und schauen was und wie am Besten hält. Ich hatte es bisher nur einmal versucht und bin damit gescheitert, andererseits halten die Blatten ja auch am Glas und das auch nicht nur durch Luft und Liebe...


    @Raptor: Das ist mir durchaus bewusst und Sinn von Glas ist, dass es mindestens in einem Weg durchsichtig ist. Hätte ich ein von vier Seiten geschlossenes Terrarium gewollt, hätte ich mir eines geholt. Schön, dass wir das klären konnte. Was ich definitiv verkannt habe ist die Möglichkeit, die Rückseite nur in einem Weg durchsichtig zu machen, sodass die Schlange das "Gefühl" hat, nicht gesehen zu werden.


    Erdbähr : Die Haltlosen BEhauptungen irgendwo Online rühren aus Gesprächen mit Tierpflegern in Reptilienhäusern, Wildparks und Tierhandlungen (zugegeben, wenig belastbar) her. Das erste mal, dass ich reine Internetrecherche betreibe ist, naja. Jetzt. Das Gutachten gibt eine Gehegegröße von 100 x 50 x 100 an, mein Terrarium hat die Maße 100 x 50 x 100 und ist damit Gutachtenkonform, da bin ich pragmatisch, das kann man mögen oder nicht, ist hier aber nicht Kern der Frage. Dass 120 x 60 x 120 besser sind, dass 200 x 100 x 200 wohlmöglich noch besser sind ist eine ganz andere Geschichte. Noch besser wäre es natürlich, wenn keiner von uns ein Terrarium zuhause hätte. Und wirklich Züchten dürfte auch niemand, weil bei den ganzen Morphen ja immer wieder Gendeffekte auftreten, über Scaleless will ich jetzt gar nicht anfangen, das ist schlichtweg nicht Thema.


    Ich habe - aufgrund der jetzigen Größe der Schlange (Gerade gehäutet knappe 90cm) keinen akuten Abstimmungsbedarf an einem größeren Terrarium, sondern habe jetzt akute Probleme mit meiner Heizung, wenn ich die nicht zeitnah in den Griff kriege brauche ich mir um ein größeres Terrarium keine Gedanken machen. DAS will ich vorrangig vermeiden. Wie Du schon sagst, das Terrarium ist eine Baustelle. Jap und das zu beseitigen ist mein Ansinnen.


    Ich bin wirklich für jeden Input dankbar, werde aber auch jeden Input kritisch hinterfragen und mit entsprechender Literatur abgleichen. Das dringlichste Problem gerade ist eben die Temperatur und ggf. auch die damit verbundene Positionierung der Thermostatsonde. Zu Rückmeldungen hierzu wäre ich noch so viel dankbarer, als zu Gehegegröße und Einrichtung, an beiden bin ich dran habe da aber - bisher - noch kein Informationsdefizit.

  • Das Gutachten gibt eine Gehegegröße von 100 x 50 x 100 an,

    Ähm... nein, tut es nicht. Garantiert nicht. Das BNA-Gutachten bietet eine Berechnungsgrundlage, die habe ich hier bereits genannt. Hält man sich an das Gutachten, "passt" Dein Terrarium vorerst, aber eben nicht mehr lange. Das ist nunmal so, Dein Hinweis auf die Farb- und Qualzucht ändert daran nichts.


    Unabhängig des Gutachtens, irgendwelcher Mindestmaße oder Erfahrungswerte sollte man sich immer anschauen, wo und wie das Tier in der Natur lebt, und das dann so gut es geht nachempfinden. Das kann man nicht in eine Formal a x b x c pressen.

  • Erdbähr dann sind unsere Entscheidungsgrundlagen ggf andere. Beigefügt nur zur Erklärung meiner Position die Ausschnitte aus dem Gutachten. 1,0 x 0,5 x 1,0 für bis zu 2 gleichgroße Schlangen. Wobei ich auf einer solchen Fläche niemals 2 einbringen würde.


    Natürlich lässt sich das richtige Terrarium nicht in axbxc betrachten, darum ist sie Diskussion die wir über die Größe führen mit zu vielen Variablen behaftet. Klar ist aber nach oben gibt es kaum eine Grenze. Genau aus diesem Grund möchte ich eine solche Diskussion auch nicht führen.