Welches Reptil eignet sich?

  • Freilauf (in der Wohnung) ist generell eine schlechte Idee. Der Vergleich hinkt zwar, aber bei Fischen denkt doch auch niemand darüber nach, sie mal aus ihrem Aquarium zu nehmen und woanders schwimmen zu lassen.


    Ob ein Reptil beisst oder nicht, ist eine recht individuelle Sache. Es gibt Tiere, die das tun, unabhängig von Gattung, Art, Unterart, Geschlecht etc. Es gibt Tiere die das nicht tun. Im Voraus kann man das nie mit Sicherheit sagen. Reptilien sind Wildtiere, und die können sich dementsprechend verhalten. Sollte man also ein wehrhaftes Exemplar erwischt haben, sollte man dazu trotzdem stehen, anstatt sich des natürlichen Verhaltens wegen sofort wieder davon zu trennen. Kuscheltiere darf man grundsätzlich nicht erwarten.

  • Nee, das ist mir klar, dass es Wildtiere sind. Sollen ja auch hauptsächlich als Beobachtungstiere gehalten werden.

    Den Charakteristika stehe ich auch offen gegenüber, wäre für mich auf keinen Fall ein Abgabegrund.

    Aber es gibt ja im groben sicherlich Arten die mehr zu abwehrendem Verhalten tendieren als andere.


    Habe mir mal was zu Waranen angeschaut. Die Steppenwarane z.B brauchen ja Temperaturen von bis zu 50 Grad, ich denke das wäre dann zu teuer, vor allem bei dem Platz den die sicherlich benötigen.

    Gibt es da auch Arten die es etwas kühler haben können, also bis maximal 45 oder sogar 40Grad am heißesten Ort?

    Und ich habe noch nichts zur Winterruhe gelesen. Solche großen Tiere könnte ich schlecht im Keller zu Winterruhe unterbringen, deshalb müssten die dann ganz ohne auskommen können

    Und habe bis jetzt nur meldepflichtige gefunden, gibt es da auch welche die das nicht sind?

  • Das melden ist kostenlos.

    Im Internet steht das kostet zwischen 50-300 Euro 🤔 Und man muss einen Sachkundenachweis vorweisen, dieser kostet ja bestimmt auch wieder


    Habe mich noch was über die Warane belesen. Bisher habe ich nur solche gefunden die Sonnenplätze mit mindestens 50 Grad benötigen, ich schätze das überschreitet dann die verfügbaren Stromkosten?

    Aber Meldepflicht möchte ich auch wirklich lieber vermeiden, da es da nacher Probleme gibt und ich am Ende noch mehr Geld los bin.


    Ich würde mich bei der Suche also dann doch noch etwas mehr einschränken, was die Kosten angehen.

    Dann würde ich auch sagen, dass die sonstigen Kosten die monatlich anfallen, sich auch besser noch unter 50 Euro aufhalten sollten.

    Ich muss ja auch die Anschaffungskosten berücksichtigen, und diese sollten pro Tier nicht mehr als 200 Euro sein. Einige Warane liegen da im 4 stelligen Bereich.

    Dann denke ich, ist es am Anfang sinnvoller erstmal mit etwas anderem anzufangen, und in ein paar Jahren über eine Vergrößerung zu Waranen nachzudenken.

  • Also das mit Sachkundenachweis soll wohl falsch sein. Haltegenehmigung auch. Also wird nur eine Meldepflicht benötigt und die scheint kostenlos zu sein ?

    Dann könnte das vielleicht ja doch was werden. Sofern die benötigten 50 Grad nicht zu viel kosten. Und es eine Art gibt, die mit meinen Maßen klar kommt und am besten keine Winterruhe hält, oder eine Box im Keller reicht dafür :/

    Steppenwarane gibt es als Babys teilweise sogar günstiger zu finden, als ich dachte. Aber denen kann ich ausgewachsen nicht genug Platz bieten.

  • Der Platz mit 2m Höhe würde sich für ein schönes Chamäleonterrarium, z.B. für ein Jemen- oder Pantherchamäleon eignen.

    - Beide benötigen keine richtige Winterruhe.

    - Anschaffungspreis und Futterkosten halten sich in Grenzen.

    - Die Stromkosten berechnen sich aus dem Verbrauch der Leuchten über 10-14 Std./Tag. Da kannst du mit Leuchten von insgesamt 250-300W rechnen, abhängig vom Standort des Terras bzw. der Zimmertemperatur.


    Ergänzung:

    Folgende deiner Kriterien würden nicht eingehalten:

    - Nur Einzelhaltung

    - Kein gefrorenes Futter, nur lebendige Insekten

  • Mit dem Gedanken von Chamäleons habe ich mich auch zuerst beschäftigt, allerdings sind mir diese Tiere doch ein wenig zu langsam und ganz meinen Geschmack treffen sie vom Aussehen her leider nicht.


    Ich habe mal geschaut. Und in meinem Zimmer steht eine Couch, die eigentlich nie benutzt wird. Wenn ich die verrücke, dann hätte ich eine freie Wand dahinter die sogar Platz für ein 3 Meter Terrarium bieten würde. Das wäre dann genug Raum für einen Steppenwaran? 🤔

    Dann gäbe es nur noch die Fragen mit den Stromkosten bzw Futterkosten, ob die nicht zu hoch wären. Und wie ich das riesige Terrarium die schräge Treppe hoch bekomme.

  • Ein Terrarium solcher Ausmaße bewegt man nicht im Stück, es wird in Einzelteilen an den Standort gebracht und dort zusammengesetzt. Die Stromkosten sind zum jetzigen Zeitpunkt natürlich schlecht einzuschätzen, sollte es Varanus exanthematicus werden, und das Terrarium wird bis zu 300x120x120, könnte es mit 50 Euro pro Monat für Strom, Futter etc. schon knapp werden. Wobei die Futterkosten sicherlich den geringsten Anteil daran haben, diese Art wird leider gern überfüttert. Ebenso sollte man bedenken, daß der Bodengrund zumindest stellenweise sehr hoch sein sollte, und ob man mit der mehrmonatigen Sommerruhe ein Problem hat, die die Art hält.


    Ja, das Thema Kosten für artenschutzrelevante Meldepflicht ist völliger Quatsch. Du solltest sicherheitshalber in Erfahrung bringen, ob V. exanthematicus eventuell als Gefahrtier eingestuft wird. Das würde, je nach Bundesland und Landkreis, ggf. eine Ausnahmegenehmigung erfordern, die i.d.R. mit Auflagen und Kosten verbunden ist.


    Wenn ich mir den Verlauf mittlerweile so anschaue: Warane haben es Dir angetan, auf Meldepflicht würdest Du gern verzichten. Tagaktiv, mit Betonung auf aktiv, keine Winterruhe, möglichst nicht zu teuer in der Anschaffung... schau Dir mal Ameiva ameiva an. Die kriegt man, wenn man sie noch bekommt, nur als Wildfänge, gesunde/eingewöhnte Tiere vorausgesetzt ist das aber auch für einen Einsteiger kein großes Problem. Den Gedanken ans von der Hand füttern oder gar anfassen sollte man allerdings streichen.

  • Danke für die Antwort :)


    Das mit der langen Sommerruhe habe ich noch gar nicht gelesen. Wenn es auch mit den Stromkosten knapp werden kann, dann würde ich mich doch mehr über die Zwergwarane informieren.

    Dort ist mir neulich der Stachelschwanzwaran, oder biologisch Varanus Acanthurus, ins Auge gestoßen. Diese Art wird wohl nicht so groß und eine Paarhaltung scheint laut Berichten auch kein Problem zu sein? Die Temperaturen müssen am heißesten Ort zwar auch 50Grad sein, aber in einem kühlen Eck darf es zwischen 25-30Grad sein.

    Für 2 Tiere wird laut der Seite die ich gefunden habe nur ein 1,60 langes Terra benötigt. Was ich eigentlich schwer glauben kann.

    2 Meter würde ich auf jeden Fall bieten wollen, und wenn mehr benötigt wird, habe ich den Platz auch zur Verfügung.

    Aber mit den Stromkosten scheint diese Art zum Beispiel besser in mein System zu passen.


    Auch hält diese Art zwar eine Winterruhe, allerdings nur für 1-2 Monate. Sofern man nicht paaren möchte, könnte man diese Winterruhe sogar komplett auslassen.

    Stimmt das so?


    Bei der Zusammenfassung stimme ich soweit zu, nur hat sich meine Meinung bezüglich der Meldepflicht geändert. Sofern diese in NRW mit keinen Kosten verbunden ist, fülle ich auch sehr gerne Papierkram aus.

    Tagaktiv muss nicht grundsätzlich sein, bisher haben mir aber vermehrt solche Tiere gut gefallen. Vermerk auf aktiv auch nicht zwingend, hauptsache die Tiere sind nicht sehr schreckhaft und verkriechen sich dann stundenlang in ihren Höhlen.

    Ja, und Warane haben es mir angetan. (Ich finde ihren Gang klasse ^^)


    Über den ameiva erkundige ich mich nochmal.


    Danke nochmal für die Hilfe!

  • Varanus acanthurus würde ich in Bezug auf Beleuchtung und Stromkosten ganz klar in die selbe Schublade stecken wie Pogona. Also ein eher teurer Spaß.


    Die Paarhaltung bei dieser Art ist möglich, es kann aber niemand garantieren, daß sie immer harmonisch verlaufen wird. Die Möglichkeit einer Trennung sollte immer bestehen. Ausserdem darf man nicht vergessen, daß das Weibchen regelmäßig Eier legen wird. Das ist nicht förderlich für das Weibchen, man braucht Aufzuchtterrarien, und bis zum Verkauf der Nachzuchten kann durchaus einige Zeit vergehen. Diese Art wird zwar nicht mehr so häufig angeboten wie vor ca. 10 Jahren, das bedeutet aber ebenso, daß auch die Nachfrage nicht mehr die selbe ist.

  • Das diese Art ebenfalls teurer ist, ist mir klar. Aber sicherlich günstiger als der Steppenwaran oder?

    Man hat mir gesagt, dass ich für Futter und Strom monatlich nur bei 25 Euro liegen würde.

    Wegen der Paarung hat derselbe mir auch gesagt, dass wenn man die Winterruhe auslässt, würden die Tiere keine Eier legen. Und das auslassen, wäre angeblich kein Problem. Und falls es doch Eier geben sollte, könnte man diese einfrieren :/

  • Hallo,


    für Futter und Strom monatlich nur bei 25 Euro liegen würde.

    na das würde ich gerne sehen... Bei der Beleuchtung, die für Varanus acanthurus nötig ist... Da sind 25€ schon sehr sportlich.


    Wegen der Paarung hat derselbe mir auch gesagt, dass wenn man die Winterruhe auslässt, würden die Tiere keine Eier legen. Und das auslassen, wäre angeblich kein Problem. Und falls es doch Eier geben sollte, könnte man diese einfrieren :/

    Die Winterruhe einfach auszulassen ist keine gute Idee. Jedes Tier, das natürlicherweise eine Winterruhe hält, sollte, sofern es gesund ist, also z.B. keine Parasiten in sich trägt, auch eine solche halten. Die Winterruhe nicht zu ermöglichen, ist dann alles andere als artgerecht.

    Ja, die Winterruhe kann die Tiere zur Paarung stimulieren. Das heißt aber nicht, dass eine nicht durchgeführte Winterruhe auch eine Paarung verhindert.

    Klar, die Eier kann man einfrieren, wenn man keinen Nachwuchs wünscht/unterbringen kann und keine Abnehmer findet. Allerdings sollte man dann überlegen, wozu man überhaupt ein Pärchen hält, wenn das Weibchen ständig unnötigerweise Eier ablegt. Jede Eiablage bedeutet eben auch Stress für die Tiere. Wenn du die Eier jedoch sowieso einfrieren möchtest, dann ist das einfach Stress, den man ganz einfach vermeiden kann.


    MfG

  • Das kommt in erster Linie auf die Terrariengröße an, und welche Leuchtmittel man nutzt. Natürlich kann man ein kleines Terrarium mit unzureichender/ungeeigneter Beleuchtung relativ günstig betreiben.


    Um jetzt mal bei dem von Dir zu Beginn genannten Maß zu bleiben: bei 250x120x120 werden sich die Stromkosten nicht nennenswert unterscheiden, egal von nun Varanus acanthurus darin gehalten wird, oder Varanus exanthematicus. Mit 25 Euro für Strom und Futter kommt man nicht hin. Ich nehme an, diese Zahl hat man Dir in einer Zoohandlung genannt?

    Wegen der Paarung hat derselbe mir auch gesagt, dass wenn man die Winterruhe auslässt, würden die Tiere keine Eier legen.

    Auch das ist Unsinn. In Terrarienhaltung und x-ter Nachzuchtgeneration spielt das bei vielen Reptilien keine Rolle mehr, die vermehren sich unabhängig des Jahreszeitenverlaufes. Das auslassen der Winterruhe bei einer Art, die in der Natur eine solche halten würde, ist ebenso Unsinn. Es muß keine aktuen Folgen haben, aber entweder hält man ein Tier entsprechend seiner Ansprüche, oder man lässt es ganz. Ich nehme an, auch diese Weisheit hast Du aus einer Zoohandlung?


    Ja, grundsätzlich kann man unerwünschte Reptilieneier einfrieren und entsorgen. Ob das bei artgeschützten Tieren ok ist, muß jeder mit sich selbst ausmachen. Wo kein Richter, da kein Henker. Aber: warum will man einem Weibchen das bewusst antun? Wenn keine Nachzuchten gewünscht sind, sorgt man dafür, daß es gar nicht erst zu Paarungen und Eiablagen kommt. Man MUSS schliesslich nicht 1,1 halten. Einzelhaltung ist i.d.R. überhaupt kein Problem, und unter diesen Voraussetzungen ist es die beste und sinnvollste Option.