Aquaterrarium Vergesellschaftung

  • Hallo :)


    Nachdem unsere Älteste ausgezogen ist, haben mein Mann und ich nun ein Zimmer für Terrarien frei :D Da wir nur wegen unserer Kinder zur Terraristik gekommen sind, soll unser erstes "eigenes" Projekt ein schönes Aquaterrarium werden. Wir haben natürlich schon viel gelesen, aber bei einem größeren Projekt übersieht man unter Umständen schnell etwas und zudem sind wir uns noch nicht sicher mit der Anzahl der Tiere und der Größe des Aquaterrariums. Daher hoffen wir auf nette Ratschläge:
    1. Passen die von uns gewählten Tiere zueinander und zum gesamten Projekt?
    2. Welche Anzahl sollten wir jeweils einsetzen?
    3. Welche Mindestgröße (!) sollte das Terrarium haben? (Mindestgröße, da wir gerne wüssten, was wir mindestens brauchen, wir kalkulieren dann auf jeden Fall noch größer.


    Nun kommen wir zu unserem Plan.
    Thema: Flussbucht in China (die Anregung dazu haben wir über einen Artikel im Internet gefunden)

    Grundsätzlicher Plan und Technik:
    Das Aquaterrarium wird nach unseren Vorstellungen und Angaben vom ansässigen Terrarienbauer gebaut. Land- und Wasserteil sollen jeweils etwa 50% des Beckens einnehmen.
    Rück- und Seitenwände wollen wir selbst gestalten, sodass wir einen Wasserfall, weitere Liege- und Klettermöglichkeiten sowie Pflanzschalen einbauen können.
    Als Bodengrund im Wasserteil wollen wir Sand oder Kies nehmen, der Landteil wird durch große Steine und Wurzeln abgetrennt. Über dem Wasserspiegel wird der Landteil mit Erde gefüllt und zum Teil mit Laub bedeckt.
    Sowohl der Wasserteil als auch der Landteil wird bepflanzt. Im Wasser soll durch Acorus gramineus eine kleine Insel entstehen. Außerdem wird Ceratophyllum demersum und Taxiphyllium barbieri in den Wasserteil gepflanzt. An Land wird wohl hauptsächlich Ficus benjamini stehen, dazu Lysimachia nummularia.
    Der Wasserteil soll mit Hilfe eines Hamburger Mattenfilters gefiltert werden, der mit einer Kreiselpumpe betrieben wird, die gleichzeitig den Wasserfall antreibt. Um die Luftfeuchtigkeit zu halten, wird eine Beregnungsanlage benutzt. Bei der Beleuchtung setzen wir auf Tageslicht-Lampen und Mondlicht-LED.

    Geplante Tiere:
    Hauptbesatz:
    1.1 Japalura splendida - laut meinen Recherchen hauptsächlich in schattigen, feuchten Höhen unterwegs
    1.1 Tropidophorus sinicus - laut meinen Recherchen hauptsächlich an Land in der Nähe des Wassers
    weiterer Besatz:
    ? Bombina orientalis - abhängig von der Jahreszeit mehr im Wasser bzw. mehr an Land, keine Kletterer
    ? Cynops orientalis - hauptsächlich im Wasser unterwegs, aber auch an Land, keine Kletterer
    1.1 Hemidactylus platyurus - hauptsächlich oben unterwegs, nachtaktiv
    "Polizei" auf dem Landteil:
    Porcellio laevis - wird ab und an gefressen, es sollte sich aber eine stabile Population aufbauen können
    ? Tonkinbolus dollfusi - hauptsächlich im Substrat unterwegs
    "Polizei" im Wasserteil:
    10 Tanichthys micagemmae oder 10 Tanichthys albonubes
    Planobarius corneus - werden die gefressen?
    Neocaridina davidi - werden wahrscheinlich gefressen, sollten aber eine stabile Population aufbauen können

    Liebe Grüße
    Donna

  • Hallo. Ich habe tatsächlich einen ähnlichen Artikel zu Anfang meiner "Terrarianer Karriere" gelesen. Es mag durchaus möglich sein Japalura splendida mit Tropidophorus sinicus zu halten, jedoch ist das zum Einstieg erst recht nicht empfehlenswert. Japalura splendida sind wundervolle Tiere und es ist nicht unmöglich mit ihnen einzusteigen. Ich kann das Buch von Esther Laue dazu empfehlen. Das Terrarium solltet ihr aber besonders in Punkto Beleuchtung grundlegend überdenken bzw. neu Planen. Ich hielt meine Japalura splendida immer auf 120x60x120 cm darunter würde ich nicht gehen. Ideal wäre wohl soetwas wie 120x80x160 cm da die Tiere sehr aktiv sind. Von der Vergesellschaftung würde ich abraten, ich bin zwar keiner der absoluten Vergesellschaftungsgegner allerdings ist das nichts zum Einstieg und sonst auch ein schwieriges Thema. Gegen die Wirbellosen würde besonders der Wasserteil sprechen, darin können diese sehr leicht ertrinken. Der Besatz für den Wasserteil müsste wohl klar gehen.

    Mfg

    Michel

    Wie gut, dass mich keiner denken hören kann ... ;)

  • Das Thema habe ich heute schon im Forum der DGHT gelesen. Natürlich ist es vollkommen ok, sich möglichst viele Informationsquellen zu suchen. Ich hoffe dort auf die Wortemeldung eines bekennenden Vergesellschafters, der Euch große Teile Eurer Idee schnell wieder austreibt.


    Auch wenn das Ganze schon ein kleines Stück weit durchdacht wirkt, wird sicherlich kaum ein User, bzw. erfahrener Halter in diesem Forum eine wilde Vergesellschaftung von allem möglichen befürworten.


    Die Anzahl der Tiere hast Du doch selbst bereits zu großen Teilen vorgegeben. Und Du fragst nach der Größe, die andere empfehlen, nur um das dann überbieten zu können. Wie wäre es, würdest Du Deine Idee erstmal selbst etwas konkreter darstellen, inlusive der Maße?


    Ich bin kein Freund solcher Vergesellschaftungen, daher wird sicherlich alles was ich schreibe voreingenommen klingen. Ich versuche nicht voreingenommen zu sein, und möchte ein paar wichtige Punkte ansprechen.


    Besteht für jedes Tier, jedes Paar einer Art und ggf. auch für Einzeltiere einer Art die Möglichkeit eines Quarantäneterrariums? Besteht für jedes einzelne Tier, wenn nötig, die Möglichkeit der vorübergehenden bis dauerhaften Trennung, sollte bei der Vergesellschaftung etwas nicht klappen?


    Verstehe ich das richtig, es besteht mit keiner der bisher genannten Tiere irgendwelche Erfahrung? Wie glaubt Ihr beurteilen zu können, welches Verhalten normal ist, ob sich die Gattungen untereinander stressen, jagen, unterdrücken etc.? Was, wenn es zu schlimmerem kommt? Wie viel Zeit habt Ihr in den ersten Monaten für die Beobachtung, wie realistisch ist es, bei Bedarf sofort einschreiten und Tiere "retten" zu können?


    So vage das Thema Beleuchtung bisher angesprochen wurde, auch hier schonmal zwei Hinweise:

    http://www.licht-im-terrarium.de/led/reptilien

    http://www.licht-im-terrarium.de/sonne/mondlicht

  • Hallo :)


    Das Buch (und einige weitere) habe ich bereits bestellt!

    Bezüglich der Beleuchtung muss ich jetzt nochmal nachfragen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Bei den geplanten Tageslicht-Lampen handelt es sich nicht um LED, sondern speziell für Terrarien gemachte Glühbirnen, z.B. Exo Terra Natural Light Vollspektrum-Tageslichtlampe. Laut den Informationen mögen es alle ausgesuchten Tiere eher kühl, daher ist kein Heizstrahler eingeplant. Zudem wird laut Informationen im Internet auch für keines der Tiere UV-Strahlung benötigt. Den Artikel bezüglich Mondlicht habe ich gelesen, das war mir seither nicht bewusst und ich werde auf jeden Fall darauf verzichten.


    Der Raum ist vier Meter lang, daher könnte das Aquaterrarium theoretisch ebenso vier Meter lang werden. Das macht dann allerdings wenig Sinn, wenn man dann kein Tier mehr darin entdecken kann und/oder das Futter nicht mehr gefunden wird. Wenn mir nun jemand sagt, 1,50 Meter würde theoretisch für das Projekt ausreichen, würde ich dennoch nicht das Mindestmaß nehmen, sondern z.B. auf 2 Meter gehen - bei den Kornnattern und der Schildkröte haben wir auch nicht das kleinste mögliche Terrarium genommen. Ich kann nur aktuell überhaupt nicht einschätzen, in welche Richtung eine passende Größe gehen würde, daher habe ich keine Maße genannt.


    Wir haben keine Eile mit unserem Paludarium! Zudem haben wir wie gesagt ein komplettes Zimmer zur Verfügung. Wir können also durchaus auch zunächst alle Arten mal ein Jahr einzeln halten, bevor wir sie zusammensetzen. Und natürlich die Terrarien als Quarantäneterrarien behalten oder die Tiere wieder dauerhaft trennen.


    Da ich mich um die Kinder kümmere, die aber auch eher Jugendliche und daher schon relativ selbstständig sind, gehe ich nicht arbeiten. Außer dem Haushalt und dem Gassigehen mit dem Hund habe ich den ganzen Tag Zeit, um die Tiere zu beobachten - und die Kids machen da bestimmt auch gerne mit ;)

  • speziell für Terrarien gemachte Glühbirnen, z.B. Exo Terra Natural Light Vollspektrum-Tageslichtlampe

    Glaub nicht an das, was auf einer bunten Verpackung steht.


    Eine Webseite habe ich bereits genannt, darüber hinaus ist dieses Buch das empfehlenswerteste auf dem Markt.

  • Hallo,


    also ich kann mich da meinen Vorrednern nur anschließen. Die bunte Vergesellschaftung, wie du sie dir vorgestellt hast, wird so nicht funktionieren.

    Was allerdings durchaus denkbar wäre, wären entweder 1.1 Japalura splendida ODER 1.1 Tropidophorus sinicus und ggf. noch Cynops orientalis für den Wasserteil. Lass den Rest, insbesondere die Wirbellosen für den Landteil, weg!


    MfG

  • sondern speziell für Terrarien gemachte Glühbirnen, z.B. Exo Terra Natural Light Vollspektrum-Tageslichtlampe

    Glaub nicht an das, was auf einer bunten Verpackung steht.

    So ganz stimmt es auch nicht, es wird Beschrieben, Ich zitiere

    "Stimuliert das Pflanzenwachstum"

    Zu dieser Angabe zu dieser Glühbirne von Exo Terra kann ich zu diesem Zitat zustimmen, es erfühlt den Zweck,

    dass meine Pflanzen gut/schnell und gesund wachsen.


    Ich Zitiere nochmal

    "Stimuliert Appetit, Aktivität und Fortpflanzungsverhalten durch UVA-Strahlung"

    Ob die Glühbirne die zugesagte UVA-Strahlung abgibt, habe ich kein Schimmer.

    (Da sollte man sich eine bessere Alternative suchen, wovon man überzeugt ist,

    das die benötigte UV Strahlung abgegeben wird)


    Aber


    Nicht jede Informationen/Daten die auf Verpackungen von "verschiedenen Techniken/bunten Verpackungen" stehen, bedeutet nicht das auf einer

    "bunten Verpackung" nur kompletter Müll steht.

  • Du zitierst Verpackungstexte. Wenn Du selbst sagst, daß Du "keinen Schimmer" hast ob bestimmte Leuchtmittel halten was deren Verpackung verspricht, kann sich sicherlich jeder Leser seinen Teil zu Deinen Aussagen denken.


    Zwischen "Glaub nicht an das, was auf einer bunten Verpackung steht" und "bedeutet nicht das auf einer bunten Verpackung nur kompletter Müll steht" liegen Welten. Wähle Deine Worte mit Bedacht.


    Aber hey, Du bist laut Deinem Profil 15 Jahre alt und weißt eh alles besser als jeder andere, oder?

  • Bevor man sich zu diesen aussagekräftigen Werbetexten auf den bunten Verpackungen äußert, sollte man erst einmal selbst die nötigen Messungen durchführen und dann an Erdbährs Aussage rumnörgeln. Ich nutze keinerlei Leuchtmittel ohne eigene Messung. Nur so sehe ich, ob das Leuchtmittel seine angegebenen Werte überhaupt erreicht.

    Wahrheit tut weh!


    ... manche Signaturen sind größer als die Antworten :D:P

  • Japalura splendida brauchen sehr wohl UV Licht und definitiv z.B. eine 35 W Bright Sun Jungle, besser mehr (je nach Terrarium). Bei 150x60x180 cm würde ich 2x Bright Sun UV Jungle 35 W, 1x Bright Sun UV Jungle 70 W Flood sowie 4 Leuchtstoffröhren mit Tageslichtspektrum und 2 Leuchtstoffröhren mit UV (alle natürlich über die gesamte Länge des Terrariums) verbauen. Meinen Beleuchtungskasten lüfte ich mit PC Lüftern sowie einer Rückseite aus Gaze. Das hat bei mir immer super funktioniert, wenn es draußen nicht grade 35 ° C hatte... Ich habe nicht von Mindestanforderungen/Mindestmaßen gesprochen sondern davon, was ich durch meine Erfahrungen als kleinste (für das Verhalten der Tiere angemessene) Größe empfehle. Die Japalura splendida würden z.B. auch ein 150x80x180/200 cm Terrarium voll ausnutzen. Ich denke aber nicht das dies zwingend erforderlich ist. Ein Wasserteil inklusive Wasserfall ist es definitiv. Ich hielt meine Japalura splendida z.B. im Sommer (ca. Mai bis September) immer draußen auf 200x100x200 cm . Das funktioniert auch super und die Tiere nutzen selbst diese Maße. Gegen die Vergesellschaftung mit anderen Echsen sprechen viele Gründe. Es muss nicht funktionieren und tut es häufig nicht ! Ich denke für Einsteiger ist es keine Option und wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf Kosten der Tiere gehen. Außerdem werdet ihr die Tropidophorus sinicus auch als einzigen Besatz kaum sehen, da die Tiere häufig ein sehr nachtaktives Verhalten zeigen.

    Mfg

    Michel

    Wie gut, dass mich keiner denken hören kann ... ;)

  • Hallo!

    Ich habe gründlich darüber nachgedacht, dann scheint das wohl nicht zu funktionieren. Gibt es denn andere Möglichkeiten für mein Paludarium? Also eine Art Amphibien und eine Art Echsen, vielleicht eine Art Geckos?

  • Sicherlich besteht die Möglichkeit der Vergesellschaftung einer Gattung/Art Amphibien mit einer Gattung/Art irgendwelcher Echsen. Obwohl ich, wie gesagt, kein Freund solcher Vorhaben bin, kann man das durchaus machen. Deine neue Fragestellung ist allerdings so vage, daß eine konkrete Antwort darauf unmöglich ist.


    Bei der Grundidee, also "chinesische Flussbucht" soll es bleiben? Und es MUSS eine Vergesellschaftung werden?

  • Ich habe Japalura splendida, Tropidophorus sinicus und Bombina orientalis erfolgreich zusammen gehalten. Allerdings ist das nichts zum Einstieg ! Man kann mit z.B. Japalura splendida anfangen, nach einem gewissen Zeitraum ein 2. Terrarium mit Bombina orientalis dazu holen und irgendwann Bombina orientalis in das Japalura splendida Terrarium setzen. Man muss aber definitiv beide Arten längere Zeit getrennt gehalten haben um das Verhalten richtig einschätzen zu können. Und man braucht große Terrarien dazu !

    Mfg

    Michel

    Wie gut, dass mich keiner denken hören kann ... ;)