Versiegelung Rückwand für Wasserfälle

  • Hi Leute,


    Meine Kornnatter wird jetzt langsam zu groß für ihr Aufzuchtterrarium und bekommt daher demnächst ihr neues Reich.

    Ich bin gerade fertig geworden die Rückwand zu gestalten, der Fleckleber trocknet gerade. :)

    Nun stehe ich vor dem Problem der Versiegelung dessen. Da gibt es ja drölfzig verschiedene Varianten, von Epoxidharz bis hin zu Holzleim. Ich habe nun aber den besonderen Fall, dass sie einen Wasserfall entlang der Rückwand bekommt, und daher sollte das ganze totsicher wasserfest werden.


    Hat da jemand von euch mit Wasserfällen Erfahrung und kann mir da den einen oder anderen Tipp geben, wie man das am besten versiegelt?


    Viele Grüße

  • Epoxidharz bietet sich an, wie schon empfohlen wurde. Eventuell kann man noch Glasfasern einarbeiten.

    Was ich jedoch empfehlen würde, ist: in einem Kornnatterterrarium keinen Wasserfall oder Wasserlauf einzuplanen. Diese Art lebt in großen Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebietes eher trocken, notwendig ist sowas schonmal grundsätzlich nicht. In Terrarienhaltung mag das zwar ein optisches Highlight für den Halter sein, es erfordert aber einiges an Disziplin bei der Reinigung. Um entweder die eine oder die andere Entscheidung zu treffen, ist dieses Buch sicherlich hilfreich.

  • Danke für die Antworten :) 

    ich hatte eigentlich gehofft um Epoxidharz herumzukommen, aber so wie es aussieht ist es die beste Möglichkeit das ganze zu Versiegeln. Ist Epoxidharz wenn es getrocknet ist eigentlich glänzend oder ehr matt? Die Rückwand ist bereits, durch den Flexkleber, strukturiert und hat eine Fels-ähnliche Beschaffenheit. Die würde ich gerne so beibehalten, ohne auf die zweite Schicht Epoxidharz zusätzlich noch Sand zu streuen. Wenn Epoxidharz nun aber glänzend aushärtet, werde ich da wohl noch Sand auftragen müssen. :/


    Zum Thema Reinigen des Wasserlaufes...das ganze ist so konzipiert, dass das Wasser leicht aus dem Wasserbecken herausgelassen werden kann. Da sich die Pumpe, sowie die Schläuche außerhalb des Terrariums befinden, ist eine Reinigung verhältnismäßig leicht zu bewerkstelligen :)

  • Wenn Epoxidharz nun aber glänzend aushärtet,

    Das tut es, es gibt aber für alles eine Lösung.


    Ich weiß ja nicht was genau Du planst, es muß aber nicht nur ein Wasserbecken sowie der Zulauf ausserhalb regelmäßig und gründlich gereinigt werden, sondern idealerweise auch der gesamte Wasserlauf im Terrarium. Ständig das Tier in einen seperaten Behälter setzen um schrubben zu können, ist meiner Meinung nach ein erheblicher Aufwand. Man kann das natürlich mit den Fütterungen verbinden, ich wage aber nicht zu beurteilen, ob ein solcher Reinigungsintervall (bei adulten P. guttatus ca. 14 bis 21 Tage) ausreicht um das Wachstum potentiell gefährlicher Bakterien so gering wie möglich zu halten. Sofern noch nicht geschehen, kann man einen UV-C-Klärer in den Wasserkreislauf integrieren. Es ist selbstverständlich nichts unmöglich, und ich möchte die Idee nicht grundsätzlich mies machen, aber ich persönlich würde für eine recht trocken zu haltende Kornnatter, für die ein Wasserlauf in keiner Form haltungsrelevant ist, einen solchen Aufwand nie betreiben, weil es einfach keinen Sinn macht.

  • ... ist es den Wasserfall einfach wegzulassen!

    Der hat in einem Kornnatter-Becken einfach nichts zu suchen und bildet dazu noch eine Quelle für unerwünschte Bakterien.

    Man sollte sich in der Terraristik zu 100% an den Bedürfnissen der gepflegten Tiere und nicht an den eigenen orientieren.

    so long,

    Peter

    Hallo Peter,


    den Wasserfall weglassen, stand doch gar nicht zur Disposition. Mir ist durchaus bewusst, dass er mit einem Mehraufwand verbunden ist, gerade was Reinigung angeht. Da ich mich bewusst dafür entschieden habe, trage ich auch die Verantwortung. ;) 
    Ob die Abbildung eines Fließgewässers in einem Terrarium notwendig ist, da stimme ich dir zu, bestimmt das zu haltende Tier. Bei meinem Bartagam hab ich auch kein fließendes Wasser im Terrarium. Da das Verbreitungsgebiet auf den südöstlichen Teil der Vereinigten Staaten beschränkt, ist im natürlichen Lebensraum durchaus fließendes Wasser vorhanden. Mississippi, Florida oder Louisiana sind auch nicht für ihr trockenes wasserarmes Klima bekannt. :D

    Wobei ich übrigens eine durchschnittlich benötigte Luftfeuchtigkeit von 50-70%, periodisch 80%, durchaus nicht mehr als "recht trocken" bezeichnen würde. ;)


    Ich werde die Versiegelung mit Epoxidharz durchführen und dann mal schauen, wie fest das Gebilde wird.

    Das tut es, es gibt aber für alles eine Lösung.

    Was es nicht alles gibt für Zeugs :D Danke dir für deine Hilfe, auch wenn du der Idee kritisch gegenüber stehst ;)

  • Mississippi, Florida oder Louisiana sind auch nicht für ihr trockenes wasserarmes Klima bekannt

    Das ist richtig, aber da die Herkunft von (geschätzten) 99,9% aller Kornnattern (inklusive aller Hybriden, die trotzdem als Kornnatter verkauft werden) in hiesigen Terrarien in x-ter Generation nicht mehr zurückzuverfolgen ist, sollte man eher einen Mittelweg wählen und dafür die eigenen optischen Kriterien nicht als Maßstab nehmen. Wie schon meinen bisherigen Beiträgen zu entnehmen ist, sehe ich das grundsätzlich so wie sauromalix auch. Wenn Du von der Idee nicht abzubringen bist, tu einfach was Du glaubst verantworten zu können.


    Meine P. guttatus haben übrigens nie Werte von bis zu 70 oder mehr % LF tagsüber im gesamten Terrarium gehabt. Auch nicht periodisch. Häutungsprobleme gab es dennoch nie, und die Tiere wurden dennoch alt. Die, die ich noch pflege, erfreuen sich bei definitiv "trockener" Haltung bis heute bester Gesundheit.


    Da solche Projekte und die dafür genutzte Technik aber für einige Leser, die Reptilien pflegen die auf fliessendes Wasser angewiesen sind, sicherlich informativ und interessant sein dürften, wäre ich dankbar würdest Du den weiteren Bau ein wenig dokumentieren und bebildern.

  • Das ist richtig, aber da die Herkunft von (geschätzten) 99,9% aller Kornnattern (inklusive aller Hybriden, die trotzdem als Kornnatter verkauft werden) in hiesigen Terrarien in x-ter Generation nicht mehr zurückzuverfolgen ist, sollte man eher einen Mittelweg wählen und dafür die eigenen optischen Kriterien nicht als Maßstab nehmen. Wie schon meinen bisherigen Beiträgen zu entnehmen ist, sehe ich das grundsätzlich so wie sauromalix auch. Wenn Du von der Idee nicht abzubringen bist, tu einfach was Du glaubst verantworten zu können.

    OK, das werde ich machen. Und sollte es wider erwarten dennoch nicht funktionieren...kann man den ja immer noch abschalten und in das Wasserbecken Pflanzen einsetzten...nur würde ich es gerne ausprobieren und nicht von vornherein "nein, doofe Idee" sagen. :D

    Der "Wasserfall", ca. 5 cm breit und 1m hoch, war auch als Stabilisator der Luftfeuchtigkeit gedacht, da diese im Bereich des Gewässers lokal begrenzt erhöht ist. Sollte Kleo keinen Bock auf Wasser haben, dann kann sie durchaus andere Bereiche des Terrarium aufsuchen ;)


    Bezüglich der Dokumentation, da bin ich bereits fleißig dabei ;)

  • nur würde ich es gerne ausprobieren

    Nun, genau das tust Du jetzt ja, egal welche Argumente es bisher dagegen gab. Doofe Idee hat hier niemand gesagt, aber in der Tat sind bisher zwei User der Meinung, daß ein Wasserfall bzw. -lauf in einem Kornnatterterrarium sinnlos ist, und mehr Probleme und Arbeit bereitet, als daß es einen Nutzen hätte.


    Immerhin ein positiver Aspekt: auch wenn Du noch nichts dazu geschrieben hast, habe nach den genannten Dimensionen des Wasserfalls den Eindruck und die Hoffnung, daß es sich um mehr als ein Terrarium mit Mindestmaßen handelt. Allein dieser Vermutung wegen würde ich schon nichts pauschal als doofe Idee abstempeln. Meinen Standpunkt zu Wasserläufen in Kornnatterterrarien vertrete ich jedoch weiterhin.

  • Da aber ein Wasserlauf inhärent nicht schädlich für das Tier ist, fällt es doch noch in den Bereich der gestalterischen Freiheit, oder? ;)


    Wenn mich nicht alles täuscht, sind die Maße 150x120x70/80 (HxBxT). Bei der Tiefe bin ich mir gerade nicht sicher.

    Das Epoxidharz hab ich gerade mit dem Mattierungszeugs bestellt. Kommt die Mattierung auf die letzte Schicht, oder auf beide? :/

  • Hallo,


    ich muss mich da Erdbähr und Sauromalix anschließen. Einen Wasserfall hat meiner Meinung nach nichts in einem Terrarium für Pantherophis guttatus zu suchen. Wenn man bedenkt, dass diese Art eher trockenere Habitate bevorzugt und oft auch unter Steinen oder Holz anzutreffen ist (so habe ich das z.B. Mal gelesen), dann erübrigt sich die Frage nach einem Wasserfall. Da sollte man seine eigenen optischen Interessen eher unterordnen und sich an die Bedürfnisse der Tiere halten. Wer das nicht tun möchte (da gibt es teilweise noch krassere Beispiele) sollte m.M.n. komplett auf die Haltung von irgendwelchen Tieren verzichten.


    Und BTW: Trotzdem kann man natürlich eine Wetbox in Kornnatter-Terrarien verwenden. ;)


    MfG

  • Über den von mir geposteten Link findest Du auch ein technisches Datenblatt, dem Du das hier entnehmen kannst:

    "Die Dosierung erfolgt in die Abmischung der letzten Versiegelungsschicht"


    Da aber ein Wasserlauf inhärent nicht schädlich für das Tier ist, fällt es doch noch in den Bereich der gestalterischen Freiheit, oder?

    Der Wasserlauf als solcher nicht, solange er die LF nicht zu sehr steigert und nicht zum versumpfen des Bodengrundes führt. Sowohl sauromalix als auch ich haben allerdings auf das Bakterienwachstum hingewiesen. Das kann problematisch werden.


    Um dem vorzugreifen: richtig, in der Natur setzt niemand einer Kornnatter täglich frisches, sauberes Leitungswasser in ebenso sauberen Behältern vor. Eine gewisse Belastung ist für freilebende Reptilien nicht das Problem. Das Problem ist, daß man Natur und Terrarienhaltung nicht vergleichen kann. Keimdruck auf engstem Raum ist das Problem. Das hat man auch in großzügig bemessenen Terrarien wie Deinem.


    Rein für die Maße übrigens Respekt, die Größe bei 80cm Tiefe nutze ich selbst auch für Pantherophis.

  • Danke, das neue Terrarium ist auch sehr großzügig bemessen. Habe das kleine Aufzuchterrarium mal obendrauf gestellt...das ist ein himmelweiter Unterschied. :D

    Aber eine Kleopatra benötigt auch vieeeel Platz :D 


    Ja, gegen das Versumpfen wird eine mit Fließ abgedeckte Schicht Seramis als Grundlage vorhanden sein. Dadurch wird von den Tonkügelchen überschüssiges Wasser (auch vom Gießen der Pflanzen) aufgenommen und die Grundfeuchte des Bodens reduziert.


    Sobald ich fertig bin, werd ich die ersten Bilder reinstellen :)

  • die Grundfeuchte des Bodens reduziert.

    Die wird nicht reduziert, solange das Wasser unter der Drainageschicht nicht abfliessen kann. Das Wasser wird lediglich unter der Oberfläche gespeichert, solange die Drainage das kann. Ich denke nun um so mehr, daß Du Dein Terrarium viel zu feucht planst.