Jemenchamäleon verstorben

  • Hallo!


    ich bin neu hier und hoffe das ich ein wenig Klarheit über die Situation bekomme.

    Ich habe 3 Jemenchäleons. Das älteste ist 4 Jahre, davon 3 1/2 Jahre bei mir. Das Zweitälteste ist 2 Jahre und auch 2 Jahre bei mir. Mein neuster Zuwachs war 1 1/2 Jahre, seit 1 Jahr bei mir gewesen und gestern verstorben.


    Erstmal zum Terrarium um einen Überblick über das "Zuhause" zu bekommen.

    Holz Eigenbau

    HxBxT 170x100x100


    Deckel komplett offen (Gaze)

    20cm über der Erde gibt es Gaze mit einer Größe von 20cm Hoch und 80 Tief, auf beiden Seiten

    Vorne auch 1x 20x60cm


    Licht Wärme, UVA/UVB: Solar Raptor HID Lampe mit Vorschaltgerät 150 Watt

    Exo-Terra INTENSE BASKING SPOT 75 und 150 Watt für die Wärme

    Alle Lampen ausserhalb des Terrariums, 50cm über der Gaze

    Im Oberen Bereich 32 Grad, am Boden 22 Grad


    Luftfeutigkeit: Tropftränke und Tropfplanze. Das Wasser kommt alle 10-15 aus dem Tropf, landet auf den Blättern, wird dann von den Blättern in eine Faunabox geleitet die sich in der Walderde befindet, mit Deckel damit das Chamäleon nicht da rein kann. In der Faunabox befindet sich ein 10 Watt Heizkabel.

    So bekommt das Chamäleon ständig Zugang zu frischen Wasser und das ungenutzte Wasser wird für die Luftfeutigkeit genutzt. War ein Tip von von 2 Züchtern.

    Luftfeuchtigkeit lag bei 70%, Sprühen lies es schon mal auf 80% ansteigen.


    Bepflanzung: Strahlenaralie, Bergpalme, Orchidee aufgebunden, Bromelie Vriesea Gelb, Birkenfeige. Alle Düngerfrei, im Blumentopf mit Bioblumenerde. Diverse Äste und Wurzeln


    Das Chamäleon hat die Tropftränke immer gut angenommen. Gefressen wurden täglich 3-4 Heimchen, davon wurden Regelmässig die Futtertiere mit Korvimin/Calziumpulver bestreut.

    1-2 im Monat auch mal eine mittlere Heuschrecke, Asseln oder Motte. Die Futtertiere wurden täglich mit Obst/Gemüse oder mit Naturjoguhrt, angereichert mit Früchten gefüttert.


    Alle 3 Monate schicke ich eine Kotprobe meiner Tiere ins Labor. Bisher ohne Aufälligkeiten.


    Die letzte Häutung war Mitte Oktober.


    Am Montag fing alles an. Er trank und friss nicht mehr, zudem sah er Schlapp aus. Lag mehr oder weniger auf einem Ast und hatte überwiegend beide Augen zu aber nicht eingefallen.

    Direkt hier zum Tierarzt, der sich auch um Reptilien kümmert. Kotuntersuchung und Röntgenbild waren unauffällig. Er sagte das es durch aus schon mal vorkommen kann, sich in den meisten Fällen aber legt und schickte mich nach Hause. Ich solle einen Tag später wieder zur Kontrolle kommen.


    Über den Montag Abend hinweg wurde es schlimmer. Die Farbe von Grün wechselte. Jetzt war er Grün mit Schwarzen Punkten.

    Über Nacht konnte ich beobachten das er sein Maul aufreist und den Kopf hin und her schlägt, so als würde er Schreien. Teilweise hing er auch über Kopf, festgekrallt mit seinen Hinterbeinen an einem Ast und Riss das Maul auf und schlug es hin und her.

    Ich habe ihn darunter geholt bevor er fällt.


    Mittlerweile konnte man hinter dem Kopf nichts mehr schlagen sehen wie Herz/Puls. Die Atmung war aber noch da.


    Ich bin am nächsten Morgen, gestern direkt zum Tierarzt. Dies mal aber zu einem der sich ausschließlich auf Reptilien spezialisiert hat. Leider wohnt er weiter weg und kein Auto. Während der knappen Stunde Bahnfahrt verschlechterte sich der Zustand. Die Atmung war kaum noch zu sehen. Alle 2-3 Minuten gab es einen Tiefen Atemzug. In der Zwischenzeit waren Teile des Körpers wie Bauch, Schwanz, Augen nicht mehr Grün sondern Schwarz.


    Beim Tierarzt hat er noch seine letzten Atemzüge gemacht und ist dann gestorben.

    Nach dem ich dem Reptilienkundigen Tierarzt alles schilderte und auch die Vorgehensweise des anderen Tierarzt erzählt habe, schüttelte er nur den Kopf.

    Er weiss vermutlich was los war, will aber erst die Untersuchung/Autopsie abwarten um sich fest zu legen. Dies kann bis zu 3 Wochen dauern. Auch sagte er das vermutlich die Befplanzung, Tropftränke und die Vorrichtung für die Luftfeuchtigkeit höchstwahrscheinlich nichts damit zu tun haben.


    Ich weiss das eine Untersuchung lange dauern kann. Evtl. hat jemand so ein Verhalten hier schon mal beobachtet und kann etwas dazu sagen.

    Fakt ist, zu dem Tierarzt hier im Ort werde ich nicht mehr hin gehen.

  • Hallo


    Tut mir leid für dein Tier. Du hast jedenfalls schnell und richtig reagiert.


    Alles, was hier geschrieben werden kann, bleibt Spekulation. Für eine gültige Antwort wirst du das Resultat der Autopsie abwarten müssen.


    Das von dir geschilderte Verhalten deutet auf Schmerzen hin. Was die verursachte - siehe oben.


    Was mir bei deiner Beschreibung der Haltung spontan auffällt, ist die Futtermenge. Für adulte Chamäleons sind die täglichen 3-4 Futtertiere viel zu viel. 2-3x pro Woche 2-4 mittlere Futtertiere reichen völlig.

    Übermässige Fütterung führt z.B. zu Gicht/Nierengicht (schmerzhaft), Fettleber etc.

    Dafür dürfte die Fütterung abwechslungsreicher sein, d.h. nicht fast ausschliesslich Heimchen.

    Wie viele der Futtertiere hast du mit Korvimin bestäubt, wie viele mit Calcium? Ein Zuviel an Vitaminen kann ebenfalls zu Nierengicht führen.

    Der Nutzen der Faunabox mit Heizschlange erschliesst sich mir nicht wirklich. Eine Tropftränke ist ja gut, aber erfüllt die Aufgabe auch ohne Faunabox, wenn das Wasser über die Blätter den Bodengrund benetzt und so grossflächig zur Luftfeuchtigkeit beiträgt.


    Gruss

    cham-sitter

  • Hallo,


    alle 2-3 Tage habe ich jeweils 1 mit Calzium und 1 mit Korvimin, wie vom Tierarzt empfohlen bestreut.

    Anfangs hatte ich auch 2-3x die Woche mittlere Heimchen bis mir der Tierarzt ebenfalls empfohlen hat 6x die Woche lieber 3-4 kleine Heimchen anzubieten.

    Das ist übrigens der gleiche Tierarzt gewesen der mich mit dem Kranken Tier nach Hause schickte.

    Wenn ich mich aber hier im Forum durchlese, hatte der Tierarzt keine Ahnung.


    Bei der Größe des Terrariums hätte ich mehr Lampen einsetzen müssen damit diese den Boden erreichen und für die entsprechende Luftfeuchtigkeit sorgt. Mehr Lampen bedeuten mehr Hitze. Ich habe es Anfangs versucht bevor das Tier in das Terrarium kam, teilweise hatte ich aber bis zu 40 Grad im Mittleren Bereich des Tarrariums was zu Heiß war. Daher wurde mir vom Züchter die Möglichkeit mit der Faunabox vorgeschlagen.

    Eine andere Möglichkeit wäre gewesen die Faunabox raus und das Wärmekabel in den Boden zu legen, hätte aber vermutlich für Schimmel in der Erde gesorgt.


    Ohne die Faunabox mit den derzeitigen Lampen und der Temperatur komme ich auf 40-55% Luftfeuchtigkeit.


    Abwechslungsreiches Futter. Ich halte nichts von Tierversand, egal ob Reptilien oder Futtertiere daher hole ich die hier im Zooladen und dort ist die Auswahl begrenzt, finde ich.

    Heimchen in verschiedenen Größen

    Heuschrecken in verschiedenen Größen

    Agentinische Schaben, Groß 4-5cm lang

    Mehlwümer

    Wachsmotten

    Fliegen

    und Speckkäfer

  • Bei der Größe des Terrariums hätte ich mehr Lampen einsetzen müssen damit diese den Boden erreichen und für die entsprechende Luftfeuchtigkeit sorgt. Mehr Lampen bedeuten mehr Hitze. Ich habe es Anfangs versucht bevor das Tier in das Terrarium kam, teilweise hatte ich aber bis zu 40 Grad im Mittleren Bereich des Tarrariums was zu Heiß war.

    Wasser verdunstet nicht nur bei hohenTemperaturen. Bei mir hat's unten im Terrarium auch nur gut Zimmertemperatur. Wenn man genügend Bodengrund drin hat und den mit Sprühen oder auch Giessen gut feucht hält, funktioniert das bestens.

  • Wasser verdunstet nicht nur bei hohenTemperaturen. Bei mir hat's unten im Terrarium auch nur gut Zimmertemperatur. Wenn man genügend Bodengrund drin hat und den mit Sprühen oder auch Giessen gut feucht hält, funktioniert das bestens.

    Dann werde ich das noch mal versuchen mit dem leeren Terrarium und auch mal schauen wie ich meine anderen beiden mit Abwechslungsreichem Futter versorge. Dort steht auch Heimchen als Grundnahrung auf dem Plan.

  • das Wärmekabel in den Boden zu legen, hätte aber vermutlich für Schimmel in der Erde gesorgt.

    Sicherlich nicht. Schimmelbildung ist gewöhnlich das Resultat mangelnder Belüftung. Ich nutze zwar nicht viele Substratheizungen, zu Schimmel führte deren Nutzung in meinen Terrarien aber noch nie.

  • Hallo,


    der Anruf vom Reptilienarzt kam am Freitag eher als Erwartet.

    Das Chamäleon hatte von Geburt an keine guten Chancen. Laut Arzt waren seine Lunge und das Herz nicht so entwickelt wie es für ein 1 1/2 Jahre altes Chamäleon notwendig ist, diese hatten nur ein Bruchteil der Größe.


    Müsste so was nicht beim Röntgen auffallen was der erste Tierarzt auch gemacht hat?

  • Niemand weiß, was der erste Tierarzt geröntgt hat und in wiefern er tatsächlich reptilienkundig ist, also so eine Aufnahme korrept interpretieren kann. Wenn Du das herausfinden möchtest, lass Dir von TA 1 das Röntgenbild aushändigen und zeige es TA 2.