Verbot der Exotenhaltung

  • Moin,


    Ich war gestern im Zoogeschäft und an der Kasse sah ich einen Zettel gegen das Reptilienverbot was von der neuen Regierung geplant ist. Dies soll ja nicht nur Reptilien sondern auch andere Exoten betreffen. Ich wollte mal wissen was ihr darüber denkt/wisst.
    Meine Meinung: Ich finde es unsinnig,da die meisten Tiere Nachzuchten sind. Und ich denke, dass es die Tiere bei den Terrarianern teilweise besser haben als in der Natur z.B.:
    -In der Natur gibt es Fressfeinde/bei Terrarianern nicht
    -kein Futter oder Wassermangel
    Es gibt zwar "Schwarze Schafe" die die Tiere nicht artgerecht halten aber darauf kommen dann wieder unzählige Leute die die Tiere gewissenhaft halten. Und ohne die Terraristik währen einige Arten wie z.B.: die San-Francisco-Strumpfbandnatter fast ausgestorben. :cursing::-)


    Ich freue mich auf die Kommentare und bin gespannt wie das Thema bei euch ankommt. :-)


    Gruß Math123

    Was würd ich ohne meine Tierchen bloß tun :love:

  • Guten Morgen, auch schon wach? Komisch das in Foren darüber noch nix steht. Auf Facebook gibts allerdings teils hitzige Diskussiunen darüber.


    klick

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    "Magst du das Kribbeln in deinem Nacken? - "Jaaa!" - "Gut, dann lasse ich die Vogelspinne da sitzen."

  • Findet ihr das geplante Verbot nachvollziehbar oder Schwachsinnig? 10

    1. 2.Schwachsinnig (8) 80%
    2. 1.Nachvollziehbar (2) 20%

    Da sich die Kommentare anscheinend in Grenzen halten, mache ich an dieser Stelle eine Umfrage.

    Was würd ich ohne meine Tierchen bloß tun :love:

  • Kann so spontan weder das Eine noch das Andere ankreuzen bei der Umfrage. Habe schon viel drüber gegrübelt, aber hier halt ich mich mal kurz.


    Es ist mehr oder minder verständlich das man Exoten verbieten will, wenn man die Tatsache betrachtet das viele exotische Tiere falsch gehalten werden, doch jetzt das große aber:


    Falsche Haltung und schwer zu erbringende artgerechte Haltung findet man nicht nur bei Exoten. Ein Beispiel wären hier große Hunde oder Hunde mit viel Energie die trotz Herrchen/Frauchen das von morgens bis abends arbeitet den Tag in einer 2-3 Zimmerwohnung verbringen.


    Das Problem ist die allgemeine Kontrolle von gehaltenen Tieren und der Möglichkeit Tiere anzuschaffen ohne sich vorher zu erkunden, sowie die vorgelebten schlechten Haltungsbedingungen der Tiere in Zoohandlungen. Dazu kommt dann noch das selbst erkundigungswillige Menschen in Zoohandlungen falsch beraten werden (dürfen).
    Allgemein wäre ich durchaus dafür das Zoohandlungen deutlich stärker kontrolliert werden und auch sehr schnell ein Haltungsverbot aufgebrummt bekommen, wenn sie gegen die Haltungsbedingungen verstoßen und/oder offensichtlich falsch beraten.
    Dies aber nicht nur für Exoten, sondern auch für Meerschweinchen und dergleichen.


    Auch habe ich schon tausende eigene Vorschläge ersonnen um Privathaushalte zu kontrollieren und direkt wieder verworfen, weil der Aufwand so hoch ist, das die Vorstellung es würde so durchgesetzt werden mir utopisch erscheint. Vielleicht gibt es dafür ja aber doch eine Lösung.


    Mein Fazit ist also: Ich verstehe den Wunsch nach dem Verbot, aber es ist in meinen Augen nicht nur der einfache Weg, sondern auch der Falsche, weil er nicht das wirkliche Übel erfasst und die allgemeinen Probleme nicht nur in der Exotenhaltung auftreten. Deshalb nein zum Verbot! Ja zu harten Kontrollen!

  • Hallo zusammen,


    über ein Verbot zur Haltung exotischer Tiere, habe ich schon zahlreiche Dialoge mit den unterschiedlichsten Personen hinter mir. Das Verlangen nach einem Verbot ist durchaus Nachvollziehbar, aber nur bedingt Sinnvoll.


    Fakt ist, es gibt nur wenige Tierhalter die über ausreichende Sachkenntnis verfügen um ihre Haustiere auch nur annähernd artgerecht pflegen zu können. Fakt ist aber auch, unter "uns" gibt es auch sehr engagierte und gewissenhafte Halter, die Tiere mit viel Herz und Verstand halten und pflegen. Doch scheint es mir so, als wären die "schwarzen Schafe" in der Überzahl.


    Wir leben in einer Kollegtiv-Gesellschaft. Die Menschen sind vernunftbegabt machen von dieser Begabung aber keinen gebrauch, es wird nicht mehr hinterfragt und selbstständig nachgedacht. Fällt das Wort Radikal, zucken alle zusammen, denn dieser Begriff ist leider sehr negativ belegt. Radikal ist vom lateinischen Wort Radix abgeleitet und bedeutet so viel wie "Wurzel". Wollen wir also ein Problem beseitigen müssen wir radikal vorgehen, also die Wurzel eines Problems beseitigen/korrigieren. Es bringt nichts Symptome zu bekämpfen während die Ursache bestehen bleibt.


    Unser System lässt sich treffend als danistakratisch bezeichnen, ein krankhaft wucherndes und wachsendes System. Wir vernichten diesen Planeten mit zunehmender Geschwindigkeit, warum aber musss alles wachsen und wuchern? Weil es das System verlangt! Guthaben und Schulden (Zinsenszinseffekt) müssen exponentiell wachsen, exponentielles Wachstum kann es aber nicht in der realwirtschaft geben und auch unser Planet kann nicht exponentiell wachsen.


    Was hat jetzt dieses Wachstum mit der Terraristik zu tun?
    Ein Zoohändler der wirklich nur nach bestem Wissen und Gewissen handelt (angenommen er hätte beides) wird sehr schnell pleite sein. Die Darlehenszinsen drücken, der Vermieter will Geld, das Finanzamt...
    Wenn man überleben will muss man verkaufen was nur geht, der Rubel muss rollen!
    Das System lebt von der pluralistischen Ignoranz der Untertarnen (Bevölkerung), es nährt sich von Arbeit und Konsum.


    Also um jetzt nicht zu weit auszuholen, das Problem liegt im System und im falsch ausgelebten Geltungsbedürfnis eines jeden Menschen. An dieser Stelle würde ich mich über jeden freuen der sich dazu mit den Themen der wissensmanufaktur.net auseinander setzt.


    Die wenigsten sehen Tiere heute als das was sie sind: fühlende Lebewesen mit Rechten! Wir halten Tiere als Sklaven und unterteilen sie in Kaegorien: Nutztiere, Haustiere, Arbeitstiere, Versuchstiere usw. Ist das an sich nicht schon pervers? Dieses geisteskranke, nazistische Bild das wir von den Tieren haben muss sich ändern!


    Wir Menschen sind vernunftbegabt (heisst nicht das wir zwingend vernünftig sind), diese Begabung sollte uns zur Verantwortung zwingen. Ethik statt Religion. Tiere sind andere Völker und Nationen, keine Sklaven und keine Ware.


    Hat von euch jemand bemerkt wie schizophren unser Verhältnis zu den Tieren ist?
    Wir züchten leidende Krüppel, weill sie so Putzig sind. Wir fressen eine Babykuh (Kalbsschnitzel) während ihre Mutterkuh in einem Molkereibetrieb noch nach ihrem Kind ruft und reden von Kinder- und Jugendschutz. Wir bezeichen Ausstellungen mit plastinaten menschlicher Leichen als abartig, kaufen aber Bärchenwurst und Geichtsmortadella ohne darüber nachzudenken.


    Diese Einstellung der Menschen kotzte mich schon zu meiner Zeit als Zoohändler an. Da werden Tiere verbraucht, misshandelt, gehandelt... Was stirbt wird eben nachgekauft - erschreckend!


    Also um nun meinen Roman zu beenden, mein Fazit:
    Aufklärung und Ethik statt verbote, es muss ein demographischer Wandel stattfinden und zwar schnell!


    Liebe Grüße,
    Martin

  • Regelung und Kontrolle von WF: Ja gerne auf jeden Fall. Generelles verbot, macht wenig Sinn. Diese woche habe ich 0.0.2 Acanthosaura WF bei einem großen Zoohändler gesehen. Die meisten Leute die in solchen Läden einkaufen, sind normale Tierhalter, die sich wenig Gedanken um Tiergerechte Haltung machen.


    Und der Witz ist, der Typ der da grad am Werk war, war nur die Urlaubsvertretung der eigentlich bei der Aquaristik zuständig ist. Noch schlimmer ist eigentlich, das Händler wie Zooläden teils falsche Namen an den Terrarien stehen haben. Da werden ua verschiedene Acanthosaura Arten miteinander verwechselt. ^^

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    "Magst du das Kribbeln in deinem Nacken? - "Jaaa!" - "Gut, dann lasse ich die Vogelspinne da sitzen."

  • Fakt ist, es gibt nur wenige Tierhalter die über ausreichende Sachkenntnis verfügen um ihre Haustiere auch nur annähernd artgerecht pflegen zu können. Fakt ist aber auch, unter "uns" gibt es auch sehr engagierte und gewissenhafte Halter, die Tiere mit viel Herz und Verstand halten und pflegen.


    Richtig.


    Das muß man dann fairerweise aber auf ALLE Heimtiere beziehen, und nicht nur auf sogenannte "Exoten", allen voran Reptilien.

  • Hallo,


    kann mich mal jemand aufklären was es mit diesem angeblichen "Verbot der Haltung von Exoten" auf sich hat?


    Ich kenne nur dieses Zitat aus dem neuen Koalitionsvertrag, das sich auf Wildtier- und Exotenhaltung bezieht:


    "Wir verbessern den Wildtierschutz und gehen gegen Wilderei sowie den illegalen Wildtierhandel und deren Produkte vor; Handel mit und private Haltung von exotischen und Wildtieren wird bundeseinheitlich geregelt.
    Importe von Wildfängen in die EU sollen grundsätzlich verboten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere untersagt werden. Die Koalition sorgt gemeinsam mit anderen Staaten für einen besseren Vogelschutz entlang der Zugrouten"
    (Hervorhebungen einiger Schlüsselwörter von mir - Anmerkung zu "grundsätzlich": bedeutet in "Juristendeutsch" dass Ausnahmen gewährt werden)


    Ich kann da kein allgemeines Verbot der Exotenhaltung entdecken?


    Steh' ich auf dem Schlauch - habe ich was verpasst - gibt es vielleicht eine neue Fassung, die ich nicht mitbekommen habe?


    Über Sinn oder Unsinn kann man sich streiten. Ich persönlich denke, dass es schon recht gute Bestimmungen gibt, die aber leider nicht durchgesetzt werden.


    LG
    Claudia

  • Also um nun meinen Roman zu beenden, mein Fazit:
    Aufklärung und Ethik statt verbote, es muss ein demographischer Wandel stattfinden und zwar schnell!


    Ganz kurz: Es ist schön, wenn man sich mit Themen gut auseinandersetzt. Es ist auch super, wenn man sich gewählt ausdrücken will, aber...
    Was zum Teufel willst du mit einem demografischen Wandel?
    Mehr alte Leute? Mehr Jüngere? Mehr Männlein, mehr Weiblein? Mehr Neugeborene? Mehr Tote? Mehr Einwanderer? Mehr Auswanderer?

  • Ich kann da kein allgemeines Verbot der Exotenhaltung entdecken?


    Steh' ich auf dem Schlauch - habe ich was verpasst - gibt es vielleicht eine neue Fassung, die ich nicht mitbekommen habe?



    Nein, hast da nichts verpasst. Diese Fassung steht so im Raum, nicht mehr und nicht weniger.






    Ich persönlich finde das auch völlig ok. Wenn dieses so durchgesetzt wird, wird es wohlmöglich einen Rückgang der gewerblichen Tierzucht und des gewerblichen Verkaufes geben. Folglich könnten die Preise längerfristig wieder steigen. Das führt hoffentlich dazu, dass sich nicht mehr jeder Hansi ein solches Tier leisten kann und sich die "Qualität" der Halter längerfristig gesehen wieder auf ein hinnehmbares Nveau einpendelt.





    Darüber hinaus bin ich persönlich aber auch dafür, dass es eine allgemeine Pflicht des Sachkundenachweises - mehr oder minder - für Tiere aller Art gibt. Es gibt viel zu viele schwarze Schafe auf dem Planeten, die nix wissen aber alles halten und damit unter Umständen sogar sich und andere gefährden.


    Das ist aber kein alleiniges Problem der Terraristik oder der so genannten "Exotenhaltung", sondern ein allgemein bestehendes Problem.