Care Sheet - Trapelus savignii

  • FAQ - Agamidae

    Trapelus savignii

    (DUMÉRIL & BIBRON, 1837)


    Update: 03.01.2009

    Trapelus savignii, Wüstenagame



    Trivialnamen

    Wüstenagame, oft auch als Steppenagame oder Blaukehlagame angeboten. Grundsätzlich sind Trivialnamen bei Trapelus ein großes Problem, da nicht nur diese bunt gemischt werden, sondern beim Verkauf der Tiere teils auch andere Arten angegeben werden, z.B. Pseudotrapelus sinaitus.



    Systematik
    Klasse: Reptilien (Reptilia)
    Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
    Unterordnung: Echsen (Sauria)
    Familie: Agamen (Agamidae)
    Gattung: Tapelus

    Bei den Arten, die im Handel angeboten werden, handelt es sich in der Regel um Trapelus savignii, Trapelus mutabilis und Trapelus pallidus.




    Verbreitung und Lebensraum

    Halbwüsten, wüstenähnliche Landschaften und Steppen von Nordafrika bis Südwestasien. Die importierten Arten stammen allerdings soweit bekannt aus Nordafrika.


    Trapelus savignii, Wüstenagame



    Beschreibung

    Helle Sandfarbe (teilweise gräulich) mit dunkleren Querstreifen, aufgewärmt sind diese kaum noch zu sehen. Männchen färben Kehle und Flanken bei Aufregung blau, die Weibchen färben hauptsächlich bei Trächtigkeit oder vor der Paarung die Querstreifen auf dem Rücken rot, der Schwanz bekommt einen leichten Gelbton.
    Die drei am häufigsten importierten Trapelusarten Trapelus mutabilis, T. savignii und T. pallidus sind am Rückenmuster und der Beschuppung zu unterscheiden.

    Gesamtlänge von ca. 20-25cm, wobei etwa die Hälfte davon auf den Schwanz entfällt.




    Alter

    Über 5 Jahre.


    Trapelus savignii, Wüstenagame



    Terrarium/Einrichtung (LxTxH cm)

    Trapelus sind aktive Tiere, die Mindestanforderungen sind für diese Art sehr knapp bemessen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, für 2 Tiere auf keinen Fall unter 100 x 60 x 60 cm zu gehen und eine Rückwand mit vielen Felsvorsprüngen anzubringen, um weitere Fläche zu bieten.

    Einrichtung
    Als Wüstenterrarium ausgestattet, Felsrückwand mit vielen Vorsprüngen, diverse Äste, Wurzeln, Sträucher und Korkröhren zum klettern, Steine (z.B. auf dem Sonnenplatz).

    Substrat
    Sand (Spielkastensand) oder besser ein Sand-Lehm-Gemisch, empfehlenswert ist eine Substrathöhe von mind. 10cm, da die Tiere gerne graben und teilweise auch Tunnel anlegen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

    Bepflanzung
    Wird nicht benötigt, fürs Auge können aber entweder Plastikpflanzen oder diverse Sukkulenten, Tillandsien, Sträucher oder Ähnliches gepflanzt / angebracht werden. Keine Kakteen oder giftige Pflanzen, da es vorkommen kann, dass die Tiere diese anknabbern! Pflanzen werden natürlich auch gerne als Versteck- und Klettermöglichkeit genutzt.



    Trapelus savignii, Wüstenagame

    Beleuchtung

    Trapelus sind heliophile Tiere und besitzten hohe Beleuchtungsansprüche.

    Lichtquellen:
    2-3 CDM, HQI, HCI Wattstärke je nach Terrariengröße (z.B. 35W CDM-R für 50cm hohe Terrarien)
    1-x Spots, Wattstärke je nach dem, wie viel Wärme noch erforderlich ist.
    Ergänzung durch T8 oder T5 Röhren.

    UV-Beleuchtung (verschiedene Varianten)
    Osram Vitalux 300 (Mindestabstand beachten!)
    Bright Sun UV Desert 50-70 Watt
    T-Rex UV Heat Strahler




    Temperatur

    Sommer: Tag ca. 22-38°C, punktuell bis 55°C Nacht ca. 15-20°C (Zimmertemperatur)
    Winter: Tag ca. 10-16°C Nacht ca. 8-15°C



    Luftfeuchte

    Die Luftfeuchte sollte bei etwa 30-40% liegen. Beim Sprühen steigt die Luftfeuchtigkeit kurzzeitig. Bei zu feuchter Haltung könnten Hautpilzerkrankungen auftreten.




    Ernährung

    Lebendfutter
    Auch bei Lebendfutter kann abwechslungsreich gefüttert werden:
    Schaben, Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Ofenfischchen, Bohnenkäfer, Wachsmotten, ...
    Insbesondere Schaben (grüne Schaben, arg. Schaben) und Ofenfischchen sind bei meinen Trapelus beliebt.

    Grünfutterliste
    Grünfutterliste Terraon (Link)




    Verhalten

    Trapelus sind recht aktiv, können einzeln gehalten werden; eine Vergesellschaftung kann, muss aber nicht zwingend gut gehen. Ich hatte auch schon einen Fall von Unterdrückung bei einem Pärchen beobachtet und die Tiere daraufhin trennen müssen. Sie sind interessant zu beobachten und recht pflegeleicht, bei Wildfängen können allerdings schnell Probleme auftreten (Parasiten, Legenot, ...).
    Zur Verständigung sind ähnliche Merkmale wie bei Bartagamen zu beobachten, so beispielsweise das "Kopfnicken".




    Besatz

    Die Tiere können problemlos alleine gehalten werden. Auch eine Paar- oder Gruppenhaltung (1.x) kann funktionieren, allerdings ist es dann nötig, verstärkt auf Unterdrückung zu achten und die Tiere notfalls zu trennen, folglich auch Ausweichbecken bereit zu halten.




    Zucht

    Das Weibchen färbt bei Trächtigkeit die Querstreifen rot, der Schwanz wird deutlich gelber. Ein Gelege besteht meist aus 7-12 Eiern, für die Ablage sind im Terrarium einige Stellen feucht zu halten. Die Inkubationstemperatur sollte etwa 28°C betragen.



    Trapelus savignii, Wüstenagame



    Häutung

    Trapelus häutet sich Gliedweise, d.h. nicht in einem Stück, sondern Schwanz, Gliedmaßen, Rumpf und Kopf getrennt.




    Häufig auftretende Erkrankungen

    Nekrose (abgestorbene Gliedmaßen)
    Häutungsprobleme
    Verstopfung
    Rachitis (Calcium, Vitamin D-Mangel)
    Muskelzittern (Vitamin B-Mangel)
    Parasiten (Kokzidien, Oxyuren)
    Außenparasiten (Milben, Zecken)
    Insbesondere bei Wildfängen ist eine Vielzahl an Parasiten und Milben möglich.




    Sonstiges

    Die Problematik der Haltung besteht darin, dass kaum Nachzuchten verfügbar sind und größtenteils auf Wildfänge zurückgegriffen werden muss. Zusätzlich ist es für den Laien äußerst schwierig, die Trapelusarten auseinander zu halten, was ebenso zu Problemen führen kann, da alle Arten im Handel meist nur unter Trapelus mutabilis aufgeführt sind oder sogar als Pseudotrapelus sinaitus oder Ähnliche verkauft werden.

    Die anderen beiden, häufig im Handel erhältlichen Arten (T. mutabilis und T. pallidus) werden ähnlich gehalten wie T. savignii.




    Schutzstatus

    Kein Schutzstatus
    In Österreich müssen sie gemeldet werden.
    In Deutschland im jeweiligen Bundesland informieren.




    Literatur

    Literatur speziell über Wüstenagamen ist kaum zu bekommen. Die einzigen (mir bekannten) Informationsquellen sind (das Internet ausgenommen) einige allgemeine Bücher über Agamen (z.B. „Agamen im Terrarium“ von Henkel und Schmidt, …), in denen einige Angaben zur Haltung gemacht werden. Allerdings sind die Mindestmaße dort recht knapp bemessen.

    Literaturverzeichnis

    • Baha El Din, Sherif M. and Omar Attum 2000. The herpetofauna of Zaranik Protected Area, Egypt, with notes on their ecology and conservation. Herpetological Bulletin (73):17-21.

    • Barash & HOOFIEN, J. 1961. Rept. Israel.

    • Barts, M. & Wilms, T. 2003. Die Agamen der Welt. Draco 4 (14): 4-23

    • Duméril, A. M. C. and G. Bibron. 1837. Erpétologie Générale ou Histoire Naturelle Complete des Reptiles. Vol. 4. Libr. Encyclopédique Roret, Paris, 570 pp.

    • Fitzinger, L. 1843. Systema Reptilium, fasciculus primus, Amblyglossae. Braumüller et Seidel, Wien: 106 pp.

    • Macey, J. R., J. A. Schulte II, A. Larson, N. B. Ananjeva, Y. Wang, R. Pethiyagoda, N. Rastegar-Pouy 2000. Evaluating trans-Tethys migration: an example using acrodont lizard phylogenetics. Syst. Biol. 49 (2): 233-256

    • Marx,Hymen 1968. Checklist of the reptiles and amphibians of Egypt. Spec. Publ. U.S. Nav. Med. Res. Unit 3: 1-91

    • Müller, H. D. 2001. Trapelus savignyi (DUMÉRIL & BIBRON 1837) - Erfahrung mit der Terrarienhaltung. Elaphe 9 (4): 7-16

    • Schleich,H.H., Kästle,W., Kabisch, K. 1996. Amphibians and Reptiles of North Africa. Koeltz, Koenigstein, 627 pp.

    • Sindaco, R. & Jeremcenko, V.K. 2008. The reptiles of the Western Palearctic. Edizioni Belvedere, Latina (Italy), 579 pp.

    • Wagner, P. & Böhme, W. 2006. A new species of the genus Trapelus Cuvier, 1816 (Squamata: Agamidae) from arid central Africa. Bonner Zool. Beitr. 55 (2): 81-87

    • Wagner, P. & Crochet, P.A. 2009. The status of the nomina Trapelus savignyi Audouin, 1827 and Agama savignii Duméril & Bibron, 1837 and the valid nomen of the Savigny’s Agama (Sauria: Agamidae). Zootaxa 2209: 57–64

    Mehr Informationen außerdem auf www.trapelus.de.

    Care sheet - Informationen

    Begriffserklärung

    Care Sheets gewähren uns einen kurz zusammengefassten Überblick über eine Tierart.
    Diese eignen sich nicht als alleinige Informationsquelle zur Haltung von Tieren!

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    (LxTxH) (Länge x Tiefe x Höhe)
    GL Gesamtlänge des Tieres
    KRL Kopf-Rumpf Länge des Tieres
    heliophil sonnen liebend
    Kopulation Paarung
    1,0,6 Tiere 1 (Anzahl männlicher Tiere)
    0 (Anzahl weiblicher Tiere)
    6 (Anzahl Tiere unbestimmten Geschlechtes)

    Gezeichnet:
    Müller Patricia (Trex)

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