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1

Mittwoch, 29. September 2010, 15:09

Schule mit erbärmlichem Umständen

Hallo,

mir wurde über Umwege zugetragen, dass ich in einer Schule in meiner Gegend ein Raum befindet, in dem verschiedene Tiere gehalten werden (Zebrafinken, Schlangen, Bartagamen). Ich habe mir die Haltungsbedingungen bestmöglich beschreiben lassen und habe mich darauf hin sofort mit dem Direktor in Verbindung gesetzt. Problem: zwei Ausgewachsene Bartagamen vegetieren in einem 60cm Terrarium dahin. In meinem Schreiben an den Direktor habe ich sowohl Haltungsverordnung für Reptilien aus dem Jahr 1997 des BMELV und das Tierschutzgesetz zitiert. Den Tieren würde nach meiner Rechnung ein mindestens doppelt so großes Terrarium "zustehen". Leider konnte ich mir persönlich kein Bild von weiteren Haltungsparametern machen. Der Direktor sicherte mir sofort in seinem Antwortschreiben zu, schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen.
Heute wurde mir nun mitgeteilt, dass anstatt des Terrariums das Schloss zur Raumtür ausgetauscht wurde. Ich bin mehr als veräergert und frage mich nun, wie kann man der Schulleitung ausreichend Druck machen, damit sich etwas in dem Fall tut? Meint ihr, dass das Veterinäramt hier aktiv werden würde, wenn man den fall meldet? Die sind ja leider häufig unmotiviert.

Grüße,
Robert

die.lange Weiblich

Mitglied

Registrierungsdatum: 15. April 2009

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Dresden

Status: Halter

2

Mittwoch, 29. September 2010, 15:19

Zumindest solltest du beim Veterinäramt den Fall melden.
Dann ist es ihre Pflicht, dem nach zu gehen.
Bisher habe ich zwei mal einen Fall beim Vet. Amt melden müssen und in beiden Fällen (es ging zwar um Hunde aber das spielt ja keine Rolle) war nach wenigen Tagen jemand vor Ort und in einem der beiden Fälle wurde eine woche später das Tier aus der Familie geholt.
Also fehlende Motivation kann ich dem Amt nicht nachsagen.
Zumindest nachprüfen müssen sie den Fall und in diesem Fall werden die Halter sicher auch verpflichtet, die Zustände zu verbessern und das sollte nachkontrolliert werden. Dass Beschlagnahmungen bei Exoten aus unzureichender Haltung heraus wenig zum Einsatz kommen, ist klar, da die Tiere ja dann auch irgendwo artgerecht untergebracht werden müssen.
Aber zumindest bekommt der Halter Auflagen und deren Einhaltung sollte auch kontrolliert werden. Wenn ein Amt dahinter steht, ist zu hoffen, dass die Schule das anders ernst nimmt, als wenn nur eine Privatperson Druck macht. Auf keinen fall sollte man schweigen nach dem Motto: die tun eh nichts. Das Veterinäramt muß aktiv werden.

Flippy Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 19. März 2009

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Münster

Status: Halter

3

Mittwoch, 29. September 2010, 16:47

Für eine Schule ist es nie gut wenn etwas "schlechtes" über sie geschrieben wird, ich weiß nicht ob man das machen kann, aber nen kleinen Artikel herausbringen wäre schon schlecht für die Schule, da würden sie bestimmt drauf eingehen.
Die Person die dir gesagt hat wie es dort aussieht und das mit dem Schloss muss ja sicherlich öfters auf der Schule sein (Schüler, Lehrer, Hausmeister), da denke ich das diese Person auch evtl. Bilder der Terrarien und Käfige machen könnte?
Da ja Pressefreiheit herrscht müsste man ja einen Artikel darüber rausbringen können, zumindest könnte man die Leitung so bestimmt "verängstigen".

Viel Glück noch,
Flippy

Vash Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 25. Februar 2010

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mettmann

Status: Interessent

4

Donnerstag, 30. September 2010, 11:13

Hi!

Wir gehen mal davon aus, dass ein Direktor einer Schule ein vernunftsbegabter Mensch ist.
Ruf ihn mal persönlich an, bzw. suche das direkte Gespräch von Auge zu Auge und biete beraterische Hilfestellung an.

Wenn die Schule dann nicht einlenkt, kann man ja fallenlassen, dass das Veterinäramt informiert wird und vielleicht ein unschöner Artikel in der Lokalzeitung stehen könnte. Aber das ist wirklich unschön und unangenehme Arbeit für beide Seiten.

Ich würde es erstmal mit Good-Will versuchen und nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Vielleicht kann man das neue Terrarium ja von den Schülern im Werkunterricht bauen lassen.

Gruß

Chris

pulslos

unregistriert

5

Donnerstag, 30. September 2010, 12:20

Hallo,
vorab danke für die Antworten. Ich habe unverbindlich nachgefragt, wie es den Tieren in der Zwischenzeit ergangen sei und ob man an der unterbringung gearbeitet hat. Diese Antwort erhielt ich heute per Mail:

Zitat


Sehr geehrter Herr XXXXX,

den beiden Bartagamen geht es gut. Da uns die finanziewllen Mittel zum
Kauf eines großen Terrariums fehlen,
sind wir bemüht die eine größere Unterbringung selbst zu bauen. Wenn
dies erfolgt ist, werden Sie umgehend informiert.


Mit freundlichen Grüßen
XXXXXX
Es ist nun schwer, den Wahrheitsgehalt einzuschätzen. Vernünftig klingt es.
Leider kann ich das nicht mehr nachprüfen, maximal durch Informationen aus zweiter Hand. Meine Lebensgefährtin hat vor 14 Tagen den Raum zufällig gesehen. Die Information mit dem Schlosstausch und des aktuell immernoch zu kleinen Terrariums stammt von einer Putzfrau. Durch das getauschte Schloss ist es für die natürlich brenzlig, was ich auch verstehe.
Ich gedenke, der Schule noch 2 Wochen Schonfrist zu geben und dann das Veterinäramt einzuschalten, wenn keine merklichen Anstalten unternommen werden. Ich hoffe, dass das für die Tiere noch vertretbar ist.

oswald Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 29. Dezember 2009

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Gießen

6

Donnerstag, 30. September 2010, 20:01

Das Beste für die Tiere ist wohl, eine Anzeige beim Amtstierarzt. Dies wird Kosten verursachen, die die Schule zwingen, die Haltung aufzugeben.
Wenn bei solchen Projekten keine fachkundige Person dafür zuständig ist, geht dies nunmal schief.

Vash Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 25. Februar 2010

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mettmann

Status: Interessent

7

Donnerstag, 30. September 2010, 20:06

Mal ganz ehrlich:

Du hast eine Frage gestellt und eine vernünftige Antwort bekommen.
Man bemüht sich nun...

Wenn ich dann sowas wie "Schonfrist" lese...ist ja nicht so, dass die Tiere dort gefoltert werden...

Er hat Besserung zugesagt und eingeräumt, dass die Schule aber kein Geld hat. Mit einer kleinen Spende oder handwerklicher Hilfe wäre der Schule und vor allem den Tieren mehr geholfen. Aber stattdessen spricht man von einer Schonfrist und setzt Undercover-Putzfrauenagenten zur Beobachtung an.

"Mit Kanonen auf Spatzen schießen"...ich wusste doch, dass ich mir diese Redewendung nicht umsonst gemerkt habe. Mehr kann man dazu kaum sagen...

Man muss der Schule zu Gute halten, dass sie diese spannenden Tiere den Kindern näher bringt. Das die Schulen und die Länder im allgemeinen pleite sind und das Geld für anderes dringend brauchen, sollte ja jedem bekannt sein. Wenn die Schule jetzt auch noch die korrekten Haltungsbedingungen schafft und dies den Kindern auch so vermittelt, ist doch allen geholfen.

P.S.: In welcher Stadt ist die Schule? Vielleicht finden sich hier ja 1-2 willige Helfer oder gar ein paar Spendenwillige?

Gruß

Chris

die.lange Weiblich

Mitglied

Registrierungsdatum: 15. April 2009

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Dresden

Status: Halter

8

Freitag, 1. Oktober 2010, 04:35

Sehe ich auch so. Der Wille ist da, ebenfalls wurde eingeräumt, dass einzig das Geld fehlt. Bevor also noch mehr angeprangert und nach "Zwang" gefordert wird: Hilfe anbieten, Spenden organisieren, Fachwissen/Fertigkeiten einbringen, ruhig auch den Vorschlag mit dem Werkunterricht unterbreiten.
"Dies wird Kosten verursachen, die die Schule zwingen, die Haltung aufzugeben."
Die Tiere sollen ja nicht vom Regen in die Traufe gelangen, mit Verbesserungsmöglichketien ist allen Betroffenen wohl mehr geholfen.

pulslos

unregistriert

9

Samstag, 2. Oktober 2010, 15:42

So, nun ist aber mal gut...
Wenn ich zwei ausgewachsene bartis in ein 60er terris stecke, dann ist das voll. die können sich darin kaum drehen. die schule hatte geld, sofort das schloss des raumes zu tauschen und saniert für 1,5 millionen momentan eine etage. man konnte ohne vorinformationen tiere anschaffen und einferchen, ohne die geringste ahnung über deren bedürfnisse zu haben. wenn ihr das hier noch rechtfertigen und nachsehen wollt,dann frage ich mich wirklich, wie ihr mit der verantwortung für eure tiere umgeht.
im übrigens werden diese tiere in einem vorbereitungsraum gehalten. der ist den schülern nicht zugänglich. welchem zweck die tiere darin dienen, ist mir auch nciht ganz klar, aber soll mri auch egal sein. ich halte einen monat für eine gute zeit, um tätig zu werden. dort gibt es hausmeister, glasscheiben im keller und genug schüler, die nicht wissen,wohin sie mit ihrer freizeit sollen.
mit kanonen auf spatzen schießen?
wie macht ihr das so? ich fahre meine terrarien wochenlang ein, bevor ich sie besetze, informiere mich über jedes tier, das ich anschaffe und kontrolliere bei jedem blick aufs terrarium auch die wichtigen faktoren. das halte ich für meine pflicht. und ich halte das auch für die pflicht eines jeden anderen. besonders von einer schule erwarte ich, dass sie tiere nur in artgerechte haltung aufnimmt.
ich fühle mich hier fehl am platze, denn für mich geht das wohl der tiere weit über die bequemlichkeit und dummheit des menschen. unglaublich!

Vash Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 25. Februar 2010

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mettmann

Status: Interessent

10

Montag, 4. Oktober 2010, 09:17

Jetzt aber mal ehrlich:

Du zeigst die Standartreaktion von einem 5-jährigen, der ein Nein zu hören bekommt. Und ohne jegliche Groß- und Kleinschreibung könnte man das sogar fast annehmen.

Die Frage: " wie macht ihr das so? ich fahre meine terrarien wochenlang ein, bevor ich sie besetze, informiere mich über jedes tier, das ich anschaffe und kontrolliere bei jedem blick aufs terrarium auch die wichtigen faktoren. das halte ich für meine pflicht. und ich halte das auch für die pflicht eines jeden anderen. " ist doch wohl sowas von überflüssig. Als Hilfesuchender hier hinkommen und dann auf einmal die Leute, die dir eine ehrliche Meinung gegeben haben als schlechte Halter darstellen zu wollen.

Ich weis ja nicht, wie lange die Tiere schon so gehalten werden, aber so eine rabiate Hauruck-Aktion wird den Tieren kaum helfen. Wenn wir schonmal vom Wochenlangen einlaufen lassen sprechen und so...
Meine Meinung: Wenn du dem Direktor, oder wem auch immer die Tiere gehören, zu sehr auf die Füße steigst, sind die bald im Keller, wo du sie nicht siehst. Du kannst so etwas m.E. nicht erzwingen.

Außerdem hast du wie oben beschrieben ein paar Ansätze bekommen, wie man das Ganze schnell und kostengünstig lösen kann. Im Gegenzug hast du auf meine Fragen nicht geantwortet.

Der Schulleiter hat Besserung zugesagt und dir die Misere erklärt. Damit solltest du dich fürs Erste zufrieden geben oder einen der anderen Ratschläge annehmen.

Ob die Schule nun für 1,5 Millionen das Schulgebäude ausbaut und deiner Meinung nach dann total reich ist, geht vollkommen an der Realität vorbei. Selbst beim einfachen Auswechseln einer Türklinke oder der Reparatur von einer Tafel dauert sowas ewig, weil die Kostenträgerschaft nicht immer bei der Schule liegt. Für den Ausbau der Etage wurde wahrscheinlich eine Europaweite Ausschreibung gemacht.

Hast du denn mal gefragt, warum die Schule die Tiere hält? Eigenes Interesse? Gefallen für einen Schüler/Lehrer? Tiere des Hausmeisters?

Keiner hier hat behauptet, dass an der Situation der Tiere nichts verändert werden muss und das Wohl der Tiere liegt uns sehr wohl an unserem Herzen. Aber jetzt etwas übers Knie zu brechen hilft keinem!

Gruß

Chris

Florian H.

unregistriert

11

Montag, 11. Oktober 2010, 01:11

Hallo!

Wir betreiben an unserer Schule seit einigen Jahren ein recht großes Schulvivarium (www.schulvivarium-saterland.de). Es ist in der Tat immer ein Problem mit dem Geld in Schulen. Bei uns hat es durch ein unglaubliches Engagement seitens der Schulleitung, meiner Schülerinnen und Schüler und mir geklappt. In der Schule eines Kollegen ist es deutlich schwieriger. Jeder Schritt muss 5 mal abgesegnet werden.

Ich möchte ebenfalls dringend dazu raten, nicht gleich "mit Kanonen auf Spatzen" zu schießen. In so einem Fall wäre es viel viel sinnvoller selbst Unterstützung zu leisten und nicht gleich Anzeige zu erstatten.
Ich schließe mich Vash vollkommen an!

Und glaubt mir, ich weiß, wovon ich spreche...

Gruß

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