Original von sui
Trotzdem kann mir niemand erzählen, dass es nicht auch einige gibt, welche die Rackhaltung aus Gründen der Bequemlichkeit der Terrarienhaltung vorziehen.
Das mag auf Züchter mit mehreren Dutzend oder gar hunderten Tieren zutreffen. Für Privathalter sehe ich "Bequemlichkeit" nicht als Argument. Ganz im Gegenteil, gerade Privathalter wollen doch etwas von ihrem Tier "haben", es regelmäßig beobachten. Das fällt in Rackhaltung wohl flach. Ob ich nun ein Rack oder ein Terrarium mit Zeitung, Küchenpapier oder sonstwas auslege, ist vom Arbeitsaufwand her identisch. Ob ich eine Wasserschale aus einem Rack oder einem Terrarium nehme, reinige und neu fülle, ist ebenso identischer Arbeitsaufwand. Die Hinterlassenschaften eines Regius aus einem Rack oder Terrarium zu entfernen, ist auch nicht mehr oder weniger Arbeit. Ich sehe da keinen Vorteil in Sachen Bequemlichkeit.
Um vielleicht eins grundlegend für alle interessieren Leser zu klären:
Es geht bei der Rackhaltung zu 99% nur und ausschließlich um Python regius! Andere Arten sollten i.d.R. nicht in Racks gehalten werden, jedenfalls meiner Meinung nach nicht. Gewerbliche Zuchtanlagen mit hunderten Tieren mögen die Ausnahme sein.
Um vielleicht noch einige Klischees in Sachen Rack zu beseitigen: Ein Rack ist keine Tupperschale, in der eine Schlange lediglich eine Wasserschale und sonst nichts hat und dort sein Leben verbringen muß, ohne sich bewegen zu können.
Ikea-Komplement-Boxen werden gerne für den Bau von Racks genutzt. Die haben die Maße 92,5 x 54 x 18 cm, also keine winzige Plastikschachtel.
In meinem letzten Rack, das ich noch in Betrieb habe, sind mehrere enge Versteckmöglichkeiten und Höhlen sowie eine Wetbox, alles in unterschiedlichen Temperaturzonen. Ebenso, wie es auch in einem "richtigen" Terrarium sein sollte.
Es ist richtig, daß ein Tier in einem Rack nicht die Möglichkeit hat zu klettern. Daher sollte man auch möglichst genau überlegen, ob ein Tier in Rackhaltung überführt werden sollte oder nicht. Es gibt definitiv Exemplare, die in Rackhaltung eingehen würden, auch das habe ich schon erlebt. DAS ist aber eher die Ausnahme und über die Notwendigkeit von Klettermöglichkeiten oder gar eines Hochterrariums für einen reinen Bodenbewohner kann man streiten.
Das Habitat nachbilden ist unmöglich. Man kann in einem Terrarium lediglich einen kleinen Ausschnitt dessen versuchen zu bieten, was das jeweilige Tier in der Natur vorfinden würde. Und selbst das ist im Idealfall nur eine schlechte Kopie.