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Nöschli Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 26. Dezember 2007

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Andasibe, Madagaskar

Status: Interessent

1

Dienstag, 13. Dezember 2011, 18:21

Leben...

Hallo!

Nach einem sehr traurigen Tag habe ich wieder einmal viele Fragen im Sinn, die sicher viele von euch haben. Ich würde gerne einfach ein bisschen Ideen und Meinungen austauschen.
Es ist schwer anzufangen, aber ich versuche es einfach mal:

Menschen sind sehr zerstörerische Lebewesen, alles was wir anfassen machen wir in irgendeiner Weise kaputt, ob bewusst oder unbewusst.
Die Welt, auf der wir leben ist einzigartig und bietet vielen Lebewesen platz. Menschen haben sich ebenfalls auf diesem Planeten entwickelt, mit fatalen Folgen, die wir täglich und überall beobachten können. Die Natur in Deutschland ist nahezu vollständig zerstört, in anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus.
Unsere Gesellschaft basiert auf "Entwicklung", sprich: Unterdrückung anderer. Worauf ich eigentlich hinaus will:
Wir Europäer, bzw. besonders wir Deutschen, machen uns keine Gedanken um andere. Wir leben in Deutschland, isoliert und in Luxus, und können uns nicht vorstellen, wie ein anders Leben aussieht. Wir wollen das auch überhaupt nicht sehen, denn wir würden unser wahres Gesicht sehen.
Wir geben uns grün und umweltbewusst, kaufen "bio" und fühlen uns, als hätten wir die Welt damit verändert. Die Wahrheit ist, dass wir nichts verändert haben, auch wenn wir in den Medien immer wieder darauf hingewiesen werden. Nichts wird besser. Wir konsumieren, kaufen einen neuen Fernseher, einen neuen Computer, ein iphone oder Bananen aus Ecuador. Wir wollen überhaupt nicht sehen, was wir damit zerstören. Wir regen uns täglich über Umweltzerstörung auf, dabei sind wir alle daran beteiligt. Es gibt keine Entschuldigung, es gibt keine Rechtfertigung.
Aber anstatt etwas zu ändern machen wir weiter und fühlen uns toll, wenn wir die Grünen wählen, denn dann können wir unseren vorherigen Lebensstil weiterleben.
Wie wollen wir so weiterleben? Warum wollen wir überhaupt so leben? Wie kann ich etwas ändern?
Ich kann natürlich alles aufgeben und in den Wald ziehen, zum Jagen, oder meine Nahrung selber anbauen. Aber macht es das wirklich besser? Wenn alle Menschen sich selbst versorgen wollen, würde die Erde evtl. noch schlechter aussehen? Können wir der Erde vielleicht mehr helfen, wenn wir aufklären würden anstatt uns selbst zu versorgen? Sind wir als Selbstversorger also indirekt auch verantwortlich für Umweltzerstörung?
Fragen, die mir durch den Kopf gehen, die wirklich schwer zu beantworten sind (bzw. überhaupt nicht) und die sich jeder von stellen sollte.
Ich hoffe ihr konntet in dem Durcheinander etwas verstehen ;)

Nachdenkliche Grüße aus dem vollkommen anderem und trotzdem irgendwie ähnlichen Madagaskar,
Janosch

Anolisboy Männlich

Moderator

Registrierungsdatum: 19. August 2005

2

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20:16

Hey

mir fällt dazu ein Beispiel ein

Zitat


Die Osterinsel war ca. 1000 Jahre vor Ankunft der Holländer besiedelt worden. Zu dieser Zeit war die Insel noch mit üppigem Wald bedeckt. Der Wald war die Lebensgrundlage der Menschen, mit Holz bauten die Menschen ihre Häuser, Boote und mit Hilfe von Seilen und Baumstämmen konnten die gigantischen Steinfiguren transportiert und aufgerichtet werden.

Im Laufe der Zeit brach ein Wettstreit unter den verschiedenen Stämmen aus, wer die größte Kultstatue errichten konnte. Der Wald wurde immer mehr abgeholzt und so entzogen sich die Menschen ihre Lebensgrundlage, ohne sich über die verheerenden Folgen Gedanken zu machen.

Durch den fehlenden Wald wurde der Boden ausgelaugt, Tiere verschwanden; letztlich brach die Zivilisation der Osterinsel zusammen und endete in Hungersnöten und Kannibalismus.

http://www.flens-energie.de/index.php/osterinseln


Menschen waren offenbar schon immer so, liegt scheinbar in der Natur. Aber es geht auch noch weiter im Text.

Zitat

Was hat die Geschichte der Osterinseln mit der heutigen Welt zu tun? Wieso ist diese Geschichte von einem kleinen Südseevolk es überhaupt wert erzählt zu werden?

Im Grunde genommen befindet sich die Welt in genau der gleichen Situation. Das auf der Erde vorherrschende System zerstört die Erde innerlich und äußerlich. Ein radikaler globaler Kapitalismus hält die Machthaber gefangen, sie haben keine Möglichkeit sich dem System zu entziehen, ohne dabei ihre Machtposition zu gefährden. Das System reißt die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer als sie je war, man bedenke, dass 20% der Menschen über 80% des Kapitals verfügen! Ein marktradikaler Kapitalismus steht einer nachhaltigen, umweltverträglichen Globalisierung im Weg. So entziehen sich Länder wie die USA oder China mit dem Verweis auf ihre Wirtschaft Klimaschutzabkommen, ohne dabei zu bedenken, dass vielleicht schon ihre Enkel aufgrund des Klimawandels nicht mehr von ihrem erwirtschafteten Vermögen profitieren können.

Die Welt hat dann eine Zukunft, wenn der Großteil der Menschheit erkennt, dass ein nachhaltiges Wirtschaften, die einzige vertretbare Möglichkeit ist, den Menschen das Schicksal der Bewohner der Osterinsel zu ersparen. Von einer ökosozialen Marktwirtschaft profitieren alle, es geht nicht darum jemandem etwas weg zu nehmen.

Ziel muss sein, dass internationale Rahmenbedingungen und Richtlinien festgelegt werden, die eine gerechtere Vermögensverteilung und ein umweltfreundliches Wirtschaften erreichen. Nur so besteht die Möglichkeit, den Klimawandel abzumildern und das enorme Konfliktpotenzial zwischen Arm und Reich abzubauen. Nur so kann eine innere und äußere Stabilität gewährleistet werden.

http://www.flens-energie.de/index.php/osterinseln


Ich finde, dass der Autor dieses Textes es ziemlich gut trifft. So sehe ich es auch.

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