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leiurus_81 Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 15. September 2009

Geschlecht: Männlich

Wohnort: nicht weit von München

Status: Halter

1

Dienstag, 8. November 2011, 10:23

Zustände auf Terraristikbörsen

Hallo,

Terrarienbörsen sind eine super Sache, man bekommt Nachzuchten von seriösen Anbietern, günstiges Zubehör usw.
Aber da gibt es auch eine Schattenseite, die unseriösen Händler. Besonders aufgefallen ist mir ein tschechischer Händler. Als er seinen Stand aufbaute, fiel mir auf wie er Tiere aussortierte, er blickte in einige Behältnisse mit Kopfschütteln und stellte diese sehr unsanft in einen Karton unter seinen Tisch. Er bietet eine unglaubliche Mange unterschiedlichster Tiere an, über die wenigsten weiss er bescheid. Leider musste ich auch beobachten wie er ein Anhang B Tier ohne herkunftsnachweis verkaufte. Mehrmals habe ich versucht gegen diesen Händler was zu unternehmen, bisher erfolglos.

Es gibt immer wieder Anbieter die ihre Tiere unangemassen verpacken, das kann doch nicht so schwer sein!

Gerade auf der letzten Börse (da ich als Besucher dort war) konnte ich einzelne Vorgänge beobachten, die mir zeigten wie gedankenlos die Menschen mit den Tieren umgehen. Ein junges Paar kaufte an einem Stand ein "komplettes Terrarium" mit den Maßen 60x40x50cm , herkömmliche Glühbirne, zierende Rückwand, paar Äste und Kunstpflanzen. Habe die beiden angesprochen "ein schönes Terrarium, was soll den da rein...". Die beiden hatten keine Ahnung was sie darin halten wollen, Bartagamen oder Geckos sagten sie, daraufhin behielt ich die beiden im Blickwinkel. Nachdem sie sich viele Tiere ansahen, aber anscheinend alle zu teuer waren entschieden sie sich tatsächlich für zwei Baby-Bartagamen. Die Beratung des Verkers war Mager, er meinte die Tiere brauchen ein großes Wüstenterrarium und viel UV-Licht, Calcium, schon hatten die beiden die Tiere für 24 Euro in der Hand...

Alleine die Aussteller in die Pflicht zu nehmen (ist zwar nötig) aber es hilft nicht viel, wenn die Käufer völlig unwissend an die Sache herangehen, denn bei diesen Leuten fristen die Tiere dann den Rest ihres Lebens. Da wären wir wieder beim Thema sensibilisierung.

Was ich nicht verstehe, ausser mir sind noch so viele andere Sachkundige Leute auf den Börsen, warum macht keiner den Mund auf?

In meinem "Terrarianer-Bekanntenkreis" haben wir dieses Thema nach der letzten Börse (München 06.11.2011) ausgiebig disskutiert, wobei sich eine nicht ganz abwägige Idee heraus kristallisierte, ein "Beratungsstand". Ein kleiner Stand, derkeine kommerziellen Zwecke verfolgt, paar freiwillige Sachkundige Leute... Doch wer würde dieses Angebot nutzen und wieviele Sachkundige wären bereit kostenlos zu beraten?

Was meint ihr denn zu diesem Thema, wie lässt sich da was (Sinnvoll) unternehmen? Sicher hat hier schon jeder positive wie negative Erfahrungen auf Terraristikbörsen gemacht.

Liebe Grüße, Martin!

Fast Eddi

unregistriert

2

Dienstag, 8. November 2011, 15:34

RE: Zustände auf Terraristikbörsen

Besonders aufgefallen ist mir ein tschechischer Händler.


Das Thema hatten wir kürzlich erst in einem anderen Thread. Auf jeden osteuropäischen Anbieter kommen mindestens fünf deutsche Verkäufer, die ihre Tiere mindestens (!) ebenso mies behandeln, die ebenso beschei++en usw.


Alleine die Aussteller in die Pflicht zu nehmen (ist zwar nötig) aber es hilft nicht viel, wenn die Käufer völlig unwissend an die Sache herangehen


Warum die Verkäufer in die Pflicht nehmen? Wie stellst Du Dir das vor? Schauen wir mal hier:
http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__2.html
Ist doch im Grunde klar und deutlich. Wie sollte ein Verkäufer in einer riesigen, lärmenden, drängelnden Menschenmasse nun Wissen vermitteln, wenn der potentielle Käufer von nichts ´ne Ahnung hat, und man bei Adam und Eva beginnen müßte?
Der Käufer hat gefälligst informiert zu sein, und zwar VOR dem Kauf. Das Tier müßte, zu Hause angekommen, direkt in ein betriebsbereites Quarantäneterrarium gesetzt werden, für Spontankäufe müßte man ein solches binnen weniger Minuten einrichten können.
Wer keine Ahnung hat, sollte vielleicht einfach auf den Kauf verzichten, vorerst. Die Informationspflicht auf Verkäufer und vielleicht sogar Veranstalter abzuwälzen, ist der falsche Weg.


Was ich nicht verstehe, ausser mir sind noch so viele andere Sachkundige Leute auf den Börsen, warum macht keiner den Mund auf?


Wie stellst Du Dir das vor? Wie viele Leute tummeln sich auf solchen Veranstaltungen, die vom tuten und blasen... na, zumindest vom tuten, keine Ahnung haben? Willst Du allein durch die Massen ziehen und allen willkürlich sagen, daß sie Deiner Meinung nach zum schei++en zu blöd sind? Ich habe manches mal versucht zu beraten, als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war. Kaum einer hat wahrgenommen, was ich zu sagen versuchte. Natürlich kann man sagen, die zwei oder drei Leute, die von da an mit offenen Augen weitergingen, waren alle Bemühungen wert, aber insgesamt bleibt doch eher das Bild von diesem Kerl und den Windmühlen hängen. Ausserdem sind Menschen im realen Leben ebensowenig kritikfähig wie hier in der Forenwelt. Real eskaliert´s zwar nicht ganz so schnell, aber dennoch kommen die gleichen "Argumente" der Fehlgeleiteten, und Einsicht sucht man meist vergeblich...

- aber der Verkäufer hat doch gesagt...
- aber im Zoohandel hat man doch gesagt...
- aber ich kenne doch jemanden, der macht das auch so...
- die Tiere fühlen sich doch aber wohl...
- woanders ginge es den Tieren doch noch viel schlechter...
- bla bla bla...

Ich bin nicht gegen Börsen, ich mag sie einfach nur nicht. Insgesamt fürchte ich, führt kein Weg an Reglementierungen seitens des Gesetzgebers vorbei. Es ist zu einfach sich unüberlegt ein Reptil zu kaufen, daran kann auch eine handvoll (noch) motivierter sachkundiger Leute nichts ändern, die versuchen wenigens eine Handvoll Menschen auf Börsen zu erreichen, um an deren gesunden Menschenverstand zu apellieren.

Harte Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 25. Juli 2009

Geschlecht: Männlich

3

Dienstag, 8. November 2011, 15:53

Hallo!
Es ist so gut wie chancenlos diese bildungsfernen Käufer auf Börsen zu erreichen. Hintergrundwissen wird nur per Internet erworben. Fragwürdige kostenlose Informationsquellen werden nicht mit der alternative Buch/Zeitschriftenartikel abgeglichen. "Geiz ist geil" ist der Slogan.

Ich sehe es so wie Fast Eddi ... der Zug ist abgefahren und gesetzliche Verschärfungen werden uns nicht erspart bleiben.

B b Harte

Kael Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 22. Juli 2011

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Rheinhessen

Status: Halter

4

Dienstag, 8. November 2011, 16:38

Hallo,

ich darf vielleicht als Anfänger auch mal meine Sichtweise dazu äußern.

Ich denke auch, dass es ohne Regelungen (Gesetze) in Zukunft nicht mehr gehen wird. Ob damit alles besser wird sei mal dahin gestellt, es werden bestimmt Mittel und Wege gefunden werden, diese Regelungen zu umgehen. Wenn die Hürden zum Verkauf und Kauf eines Tieres etwas höher wären, dann wäre dies eine Möglichkeit. Wenn solche Regelungen kommen, dann werden aber sicher wieder die Züchter und Halter eingeschränkt, die sich sowieso drum bemühen, die Tiere artgerecht zu halten. Wer sich heute nicht darüber informiert oder sich daran hält, wird auch in Zukunft versuchen diese Regelungen zu umgehen. Es wird auch immer Halter geben, die so lange suchen, bis sie jemanden finden, der ihnen Recht gibt.

Ich finde es gut, dass es weiterhin noch engagierte Leute gibt, die versuchen richtig zu informieren und ich kann gut nachvollziehen, dass man sich vorkommt, wie der Kerl mit den Windmühlen. Ich erlebe es ja bei mir im Umfeld auch im kleinen Rahmen. Ich werde da auch schon belächelt, warum ich so ein 'Monstrum' baue für so eine kleine Bartagame und das ganze Drumherum ist doch viel zu viel Aufwand für so eine kleines Tier. Ich hoffe daher, dass viele weiterhin noch den Mut und Willen haben weiterzumachen.

Gruß
Karl-Ludwig

leiurus_81 Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 15. September 2009

Geschlecht: Männlich

Wohnort: nicht weit von München

Status: Halter

5

Mittwoch, 9. November 2011, 01:18

Hallo,

natürlich ist jede Bemühung nur ein Tropfen auf dem heissen Stein...

@Fast Eddi: Den Anbieter in die Pflicht nehrmen, damit meine ich nicht das der Verkäufer die Verantwortung für den Verkäufer übernimmt. Anhand des Beispiels des einen tschechischen Händler: Diese Person sortierte Morgens mit seiner Frau (?), die Tiere aus, welche warum auch immer nicht okay waren, wurden unsanft in einen Karton "geschmissen". Nachschub wird zwischendurch aus dem Fahrzeug geholt. Dann Verkauft er Anhang B Tiere ohne Herkunftsnachweis, verkauft Tiere an Minderjährige, gibt falsche Informationen weiter, seine "Verkaufsverpackungen" sind in keinster Weise Tiergerecht usw.
Wie kann denn das sein? Ich kenne Tierschutzgesetz und Börsenrichtlinien sehr gut, warum unternahm niemand etwas? Den Veranstalter habe ich darauf hingewiesen, sogar mit Nachdruck, allerdings ohne Erfolg.
Wer soll denn dafür Sorge tragen das die Börsenrichtlinien eingehalten werden wenn nicht der Veranstalter?

Das schlimme ist, wegen diesen schwarzen Schafen müssen die seiösen und gewissenhaften Terrarianer darunter leiden, leider!
Doch da frage ich mich nun schon, warum da vorher keiner den Mund auf macht, da wird abgewartet bis irgend ein Amt aktiv wird.

Liebe Grüße, Martin!

Emerald Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 15. August 2011

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Rottenbuch

Status: Halter

6

Mittwoch, 9. November 2011, 06:59

RE: Zustände auf Terraristikbörsen

In meinem "Terrarianer-Bekanntenkreis" haben wir dieses Thema nach der letzten Börse (München 06.11.2011) ausgiebig disskutiert, wobei sich eine nicht ganz abwägige Idee heraus kristallisierte, ein "Beratungsstand". Ein kleiner Stand, derkeine kommerziellen Zwecke verfolgt, paar freiwillige Sachkundige Leute... Doch wer würde dieses Angebot nutzen und wieviele Sachkundige wären bereit kostenlos zu beraten?
Man muss aber klar sagen dass bei dieser Börse wenigstens ein Reptilienkundiger TA (Dr. Thomas Bauer aus München) vor Ort war und man dort die Tiere wenigstens besichtigen lassen konnte bzw. Tipps bekommen konnte ...

Zum Rest: Auf Börsen gehts nicht um die Tiere, sondern um den Umsatz ... Beratungsstand wird kaum was bringen, die Leute mögen es nicht wenn man ihnen sagt dass sie etwas falsch machen! :2845:
Dem Tschechen werden sie kaum ans Bein pinkeln können, denn es gibt nur deine Aussage und welchen Beweis? Da ist der Veranstalter kaum handlungsfähig, denn wenn er alles untersagt bleiben die Händler aus, war ja dieses mal in München schon sehr gering besucht (was an der geringen Bekanntmachung gelegen haben mag)...

Zu den "Verpackungen": Laut Börsenrichtlinie müssen die Boxen min. 10x10cm groß sein, ich habe (zumindestens bewusst) keine wahrgenommen, die dieses Maß unterschritten hätte, ob das nun für jede Art "artgerecht" ist, sei mal dahingestellt!

Aber die meiste Zeit trifft man dort nur Tierhändler/Zubehörhändler an ... oder Zubehörhändler, die erst nur den Rest vom verstorbenen Kumpel verkaufen wollten und mittlerweile alles mögliche an zubehör verkaufen sowie einige, wenige NZ/FZ-Regius ...

blacky64 Männlich

Teamleiter

Registrierungsdatum: 8. Januar 2005

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Bremen

Status: Züchter

7

Mittwoch, 9. November 2011, 08:10

Moin,
ich bin schon seit 3 Jahren nicht mehr auf Börsen, nicht als Verkäufer und als Kunde auch nur sehr sehr selten.
Ich sehe es wie Eddi und Harte, härtere gesetzliche Mittel beim Handel von Wildtieren wird uns nicht erspart bleiben und das ist auch gut so.

Grüße
Kai

Schleichy Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 31. August 2009

Geschlecht: Männlich

Status: Halter

8

Mittwoch, 9. November 2011, 08:48

Ich sehe es so wie Fast Eddi ... der Zug ist abgefahren und gesetzliche Verschärfungen werden uns nicht erspart bleiben. B b Harte


Hallo!

Ich schließe mich der Meinung von Fast Eddi und Harte zu 100% an. Diese Thematik ist mittlerweile sehr komplex. Es geht auch nicht nur um Exotenbörsen, sondern vielmehr um Leute die zwar von nichts eine Ahnung haben, sich aber dennoch irgendwelche exotische Viecher anschaffen wollen.

Grüße
Schleichy

Fast Eddi

unregistriert

9

Mittwoch, 9. November 2011, 14:00

Dann Verkauft er Anhang B Tiere ohne Herkunftsnachweis
...
Den Veranstalter habe ich darauf hingewiesen, sogar mit Nachdruck, allerdings ohne Erfolg.


Den Veranstalter informieren ist der richtige Schritt. Unternimmt der nichts, ist das ein Armutszeugnis, und der nächste Weg sollte zum Veterinäramt führen, irgendwer ist i.d.R. auf jeder Veranstaltung präsent. Als "Beweis" greift man sich den Kunden, der ein geschütztes Tier ohne Nachweis bekommen hat, und bringt das Ganze zur Not auch zur Anzeige. Ich kann die Frustration zwar verstehen, wenn man schon auf Misstände hinweist, und dann nichts passiert... aber in so einem Fall kriegt eben der Veranstalter gleich ebenfalls seine Abreibung. Daß man sicherlich postwendend der Halle verwiesen wird, sollte man in Kauf nehmen können.

Steph-96 Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 3. November 2008

Geschlecht: Männlich

Wohnort: BW Großraum Stuttgart

Status: Interessent

10

Donnerstag, 10. November 2011, 15:52

Hi,

ich glaube, dass die Veranstallter mittlerweile auch nicht "den Plan" haben.

Könnte mir manchmal einen Ast ablachen.... da darf zum Teil wegs Durchzug nur noch eine Tür aufgemacht werden, die Türsteher spielen sich auf wie Rambos, und dann gibts Austeller die schleppen ihre Tiere in Heimchendosen dann um die ganze Halle rum, weils ja nur noch eine Tür hat die man auf und zumachen darf.

wobei es gibt auch Käufer die ihre neue Erungenschaft in Heimchendosen auf der Hand (wie stück Torte) durch den Saal schleppen, und wie stolz sie dann sind wei kleine Kinder.

Mein Tipp an die Veranstallter.....es gibt Stellwände dann zieht net und davor ein Rambo zum heatpack und Styroboxen aufs Auge drücken...damit die Spontankäufer auch versorgt sind..

gruß steph

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