Nachdem wir in 15 Stunden Busfahrt* bereits die ersten Verluste erlitten hatten, freuten wir uns auf unser Hotel in Kroatien. Als wir dann aber unsere Zimmer besichtigten und schon vor den Türen sowohl Kakerlaken als auch große Hundertfüßer fanden, verließ uns erst einmal die Lust am Urlaub. Wir flüchteten uns so schnell wie möglich an den schönen Kalkstrand Kroatiens. Trotz des leichten Regens und des starken Windes herrschten angenehme Temperaturen, was uns wieder etwas positiver stimmte. Leider konnten wegen des schlechten Wetters weder Wirbeltiere noch Insekten gesichtet werden. Das Abendessen mundete köstlich und ließ vermuten, dass die Kakerlaken unseren guten Geschmack teilten. Schließlich gingen wir nach einigem Spielen ins Bett, um am nächsten Tag fit für das Meeresforschungszentrum zu sein.
*Die Einreise nach Kroatien kostete uns 4 Flaschen Cola.
Um 6:30 Uhr standen wir auf, duschten und frühstückten m Restaurant, das uns am Morgen leider enttäuschte. Der Orangensaft schmeckte fast so, wie der Apfelsaft und die eine Sorte Käse, die uns angeboten wurde, war recht mild. Trotzdem nahm ich mir einige Brote als Mittagessen mit zur Meeresschule in Pula. Nach einer aufregenden Stunde Fahrt, ein Auf und Ab durch Serpentinen, erreichten wir diese schließlich. Man erklärte uns einige Sachen, anschließend sollten wir den Arbeitsauftrag „Finde Seepocken, an welcher Stelle der Küste leben sie“ ausführen. Das stellte sich als Ding der Unmöglichkeit heraus, weil der Wind zu stark blies. Durch einen Zufall fand ich jedoch eine Mauereidechse, die da an meine volle Aufmerksamkeit erhielt. Während die andern Pizza aßen, suchte ich die Mauer an der Straße am Meer ab*, auf der durchgängig Eschen gefunden, jedoch nicht gefangen werden konnten. Schließlich gelang es mir doch ein Tier zu erwischen und zu fotografieren. An anderen Stellen rund um das Meer beobachtete ich eine Smaragdeidechse. Als die Anderen vom Essen wiederkamen, gingen wir schnorcheln. Allerdings fanden wir wegen der starken Strömung nicht viel Getier. Der Tag neigte sich dem Ende zu und wir suchten nochmal am Hotel nach Reptilien. Es gab allerdings nur Skorpione und Spinnen. Das Abendessen schmeckte recht gut, bis uns Bayern auf Maden im Salat hinwiesen, zum Glück bevor wir davon gekostet hatten. Nach einigen Gläser kroatischem Wein gingen wir müde schlafen.
*Das Wetter war mittlerweile wieder besser.
Wir standen heute wie gewohnt früh auf, um auf einem Kanu einen Fluss zu erobern. Durch langes Unwetter waren die Gewässerrecht stark „durchflutet“, das machte die Sache spannender. Als wir im Bus saßen bemerkten wir jedoch, dass die Reisegesellschaft falsch gebucht hatte und wir statt der geplanten Kanu-Tour mit einem Rafting-Boot den Fluss bezwingen durften. Kaum fuhren wir los, fing es an zu regnen. Das drückte die Stimmung, da dieser Tag laut Wetterbericht der schönste Tag werden sollte. Als wir ankamen, stiegen wir in hübsche, hautenge Neopren-Anzüge und setzten uns mit jeweils 10 Leuten in die Boote. Endlich wurde das Wetter besser, sodass wir und tolle Wasserschlachten liefern konnten. Die Landschaft war wunderschön, Häuser sahen wir nur selten. Nach unserem Trip fuhren wir wieder zurück, aßen und setzten uns ans Meer. Es wurde recht schnell dunkel. Wir beobachteten die Sterne und sahen einige Sternschnuppen.
Und schon wieder fing ein Tag früh an. Um 6:15 standen wir auf und frühstückten. Anschließend stiegen wir in den Bus und fuhren Richtung Plitwitzer Seen, an die ich immense Erwartungen hatte, da sie im Internet angepriesen wurden. Die Straßen waren nicht unbedingt perfekt ausgebaut und die Tour glich einer Achterbahn mit Turbolenzen. Wir durchquerten eine recht grüne Landschaft (dank Hochwasser), die hauptsächlich aus Sträuchern und Farn bestand. Dabei erkannten wir auch die Folgen der Kriege, die in Kroatien gewütet hatten. Häuser und sogar ganze Dörfer waren verlassen. In einer Ruine sah ich eine ca. 75 jährige Frau, die alleine dort lebte und Wäsche wusch. Nach 4 Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Kaum entwichen wir dem Bus, schien die Sonne und es wurde warm. Gleich am Eingang bot sich uns ein göttlicher Blick auf die Seen. Je tiefer wir kletterten, desto näher kamen wir den Wasserfällen. Dieser Anblick beeindruckte mich so stark, dass ich dort mein Stativ verlor. Der Weg führte uns an den Fällen entlang nach oben. Die Eindrücke dabei kann ich nicht beschreiben, jeder muss sich selbst ein Bild machen. Als wir nach 4 Stunden Plitwitzer Seen fertig waren, fuhren wir wieder zurück und aßen zu Abend. Dann waren wir so müde, dass wir nach ein paar Gesprächen schlafen gingen.
Als wir aufstanden, erwartete uns schon der Regen vor der Tür, nach einem letzten Frühstück beschlossen wir deshalb schon früher als geplant zu fahren. Auf dem Weg schauten wir uns noch eine Tropfsteinhöhle an. Die Formen waren sehr interessant, aber nicht lebendig, weswegen ich nicht sonderlich euphorisch war. Es ging schnell weiter nach Hause und um 6:00 Uhr erreichten wir die Schule.
Insgesamt ein gelungener, sehr lustiger Urlaub. Leider habe ich nicht so viele Tiere gefunden, wie ich gehofft habe, aber das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass wir den ganzen Tag unterwegs waren. Beim nächsten Mal Kroatien würde ich allerdings campen, da das Ungeziefer in den Zimmern nicht so toll ist und die Temperaturen in der Nacht noch recht hoch waren.