Seit ca. 2 Jahren habe auch ich die Liebe zum Fotografieren entdeckt.
Speziell passend zu unserem gemeinsamen Hobby fotografiere ich gerne die Tierwelt, besonders die einheimischen Reptilien und Amphibien.
STAPPLITZER SEE
Nach einem arbeitsreichen Wochenende gönnte ich mir am Dienstag einen kleinen Ausflug zu einen der schönsten Seen Kärntens.
An einem schönen Tag lohnt sich ein kleiner Spatziergang rund um diesen See, flach, idyllisch und auch für ältere Menschen ein angenehmer Gehweg mitten in der Natur.
Aber wer braucht denn Wege
, jedes Jahr packe ich meine Sachen zusammen und wandere abseits der Gehwege im Gebüsch, Wald, Tumpf und Morast umher, auf der Suche nach den wunderschönen Kreuzottern (Vipera berus).Mit dem Auto angekommen huschte ich gleich zu einem kleinen Bach und versuchte verzweifelt Forellen zu fotografieren, was mir auch nach dem 20ten Bild nicht gelingen wollte.

Nach einer 10minütiger Wanderung springt mir auch der erste Grasfrosch (Rana temporaria) vor die Füße und auf einem frisch gepflanzten Nadelbaum tummelte sich eine kleine Spinnenfamilie, die genüsslich ein Insekt aussaugte.
Durch meine Neugierde – darf ja nichts verpassen - berührte ich das Nest und die Jungen flüchteten in alle Himmelsrichtungen und der so genannte Sonntagsschmaus war gestört :610:

Von Schuldgefühlen geplagt setzte ich meinen Weg durch ein Sumpfgebiet fort, welches von Fröschen nur so wuselte.

Aber eine Kreutzotter oder ein idealer Sonnenplatz war noch nicht gefunden, abermals musste ich mich durch das Unterholz eines kleinen Waldes schlagen, wie schon mein Vorgänger Rambo


Eine Rehmutter und dessen Junges überquerten einige Meter vor mir einen Bach, jedoch zu schnell für ein Foto.
Hinter diesem erstreckte sich eine große Wiese, übersäht mit Geröllhaufen und alten Baumstämmen, die ideale Spielwiese für Reptilien.
Langsam auf leisen Samtpfoten näherte ich mich den ersten Geröllhäufen.
Nichts, nicht einmal ein kleiner Echsenschwanz zu sehen, langsam in Panik geratend und ziellos umherirrend steuerte ich die nächsten Sonnenplätze an, nichts… oder doch?
Etwas Braunes verschwand blitzschnell unter einem Stein, welches ich nur aus den Augenwinkeln erspähen konnte.
Durch Neugierde angetrieben und mit gezückter Kamera schob ich zitternd – voller Erwartung - einen kleinen Grasbüschel auf die Seite und das „etwas Braune“ kam zum Vorschein
0,1 Mauereidechse (Podarcis muralis) gefolgt von einem Jungtier

Die Wiese war der reine Untergrundspielplatz für Reptilien und Amphibien, alle zusammen hielten sich nicht auf den Steinen sondern in Spalten und Höhlen auf, trotz des warmen Wetters.
Blindschleiche (Anguis fragilis) & Grasfrosch

Jedoch immer noch keine Schlange in Sicht, nach über 30 Minuten verließ ich mit hängenden Schultern die Wiese und schlug mich abermals durch einen Morast durch.

Wo auch ein großer Grasfrosch geduldig eine Fotoserie über sich ergehen lies, einige Meter weiter, ebenso unbeeindruckt von mir und meinem klickendem Apparat, verharrte ein jüngerer Verwandte ruhig.
Eine kleine Schnecke - welche sich auf seinem Hals bequem gemacht hatte - benutzte ihn wohl als Sumpftaxi ^^

Auch ein gerissenes Kalb fanden wir im tiefen Sumpf vor (Bilder werden nicht veröffentlicht), welches Tier dieses Kalb erlegt hat ist für mich ein Rätsel, man Tippt auf einen Luchst welcher vor einiger Zeit in diesem Gebiet gesichtet wurde.
Das letzte Ziel vor dem Ende meiner Reise, nochmals eine kleine Wiese mit genug Geröllhalden.
Diverse Heuschrecken und Fliegen duldeten mehr oder weniger das Rampenlicht und eine besonders hübsche Kreutzspinne winkte mir mit ihrem Faden zum Abschied


Mit hängenden Schultern, gebrochenem Willen und nach einer 5 stündigen, total entkräfteten Wanderung, kehrte ich auf der Schotterstraße zu unserem Auto zurück, wieder ein weiteres Jahr ohne Kreutzotter.
Aber was ist denn das? Abermals aus den Augenwinkeln sah ich in einer kleinen Pfütze nahe dem Wegesrand viele kleine schwarze Äste im Wasser treiben.
Wer schmeißt denn so viele kleine Äste in die Pfütze, natürlich muss auch dies umfangreich untersucht werden.
Und siehe da, so wand sich der Tag noch zum Guten, ich fand einige junge Molche oder Larven von Feuersalamandern in einem 10 cm hohen Tumpf vor.
Vielleicht erkennt jemand um welche Art es sich hier genau handelt.

Für jeden Österreicher der in der Nähe von diesem See (ich selbst fahre nur 30 Minuten) wohnt, sollte sich diesen See ansehen, man wird von den Türkisgefärbten Bächen, Wasserfällen einfach mitgerissen!
Unbearbeitet, eine Kreuzspinne mit Flammenzeichnung

Vielleicht komme ich dieses Wochenende zu dem Egelsee, wo man wunderbar Moorfrosch und Co. beobachten kann

Gruß Melina















