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Jazz Weiblich

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 5. Juni 2008

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Schweiz

Status: Neuling

1

Sonntag, 15. Juni 2008, 12:53

Hilfe! Oxyurenbefall...

Hallo Terrianer,

Ich habe gleich mehrere Fragen an Euch und hoffe es ist nicht zu verwirrend:

Unser Leiocephalus Personatus -Pärchen ist mit Oxyuren befallen ( allg. Kotuntersuchung beim Tierarzt gemacht). Wir haben daraufhin eine verdünnte Panacur- Suspension zur Verabreichung bekommen, da die Tiere ja so klein sind und wir kein genaues Gewicht haben, gilt die Dosierung 0,1ml /Tier/Tag.
Wir spritzen jetzt die Suspension in die Futtertiere, da wir nicht anders wissen wie man es sonst verabreichen kann, ein rankommen an die Leguane ist ja nicht.

Wie wirksam ist das Medikament überhaupt? Habe gelesen, dass es kaum hilft und auf Dauer schon gar nicht , sondern man eher Profender oder Molevac nehmen sollte.

Muss ich jetzt das Terra reinigen und desinfizieren und alle Einrichtung wegschmeissen?

Übrigens die Tiere verhalten sich ganz normal: sind aktiv, fressen gut, verbuddeln sich ganz normal am Abend usw.

Viele Dank schon im Voraus für Eure Hilfe

Jazz Weiblich

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 5. Juni 2008

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Schweiz

Status: Neuling

2

Dienstag, 17. Juni 2008, 09:53

RE: Hilfe! Oxyurenbefall...

;(
Weiss denn keiner etwas dazu zu sagen?


Mich würde inzwischen eh nur noch interessieren, wie gefährlich die Dinger für Leguane sind ( da sich die Medikamentenverabreichung fast unmöglich gestaltet ) und ob es notwendig ist, das Terrra auszuräumen?

Ich hoffe mir kann irgendjemand dazu antworten........

Thomas

Mitglied

Registrierungsdatum: 12. August 2005

Wohnort: Aachen NRW

3

Dienstag, 17. Juni 2008, 18:54

RE: Hilfe! Oxyurenbefall...

Hallo Jazz,


als Leidgeplagter kann ich Dir nur folgendes sagen:

Endoparasiten wie Oxyuren sind bei Reptilien in freier Wildbahn recht häufig. Sie sind für einen gesunden Wirt nicht bedrohlich, da sie in der gesunden Darmflora keinen großen Schaden anrichten. Sie schmarotzen insbesondere im Verdauungstrakt und entziehen dem Darminhalt (der Nahrung) Nährstoffe.
Gerät die Konstitution/das Immunsystem des Wirttieres aus dem Gleichgewicht, z.B. durch Stress, Nahrungsmangel, einseitige Ernährung, Erkrankung o.ä., dann kann es z.B. zu einer massenhaften Vermehrung der Parasiten kommen. Durch den Nährstoffentzug, die Abfallprodukte der Würmer oder deren Kadaver kann es dann zu Mangelerscheinungen bzw. Vergiftungen kommen.
Da die meisten Terrarienbedingungen (insbesondere Ernährung/Beleuchtung) nicht optimal sind, besteht für die Leguane die erhöhte Gefahr, aufgrund der Parasiten zu erkranken.
Die Würmer produzieren Dauereier (Cysten) die sehr widerstandsfähig sind, Trockenheit, Nässen, Kälte und Hitze gut vertragen und über monatelang infektiös sind. Auch nützen viele Desinfektionsmittel nichts gegen die resistenten hartschaligen Cysten. Es gibt aber Spezialmittel ("Stallosept") aus dem Pferdebedarf gegen solche Wurmarten, allerdings meist nur in großen Mengen und entsprechend teuer.

Ich hatte vor Jahren mal einen Befall bei kleinen Agamen in einem großen offenen Terrarium im Wintergarten und habe:

a) alle Tiere mehrere Wochen in Quarantänebecken mit täglicher Kotreinigung einer MOLEVAC-Behandlung (in Futtertiere injeziert) unterzogen
b) den Bodengrund ausgetauscht und alle EInrichtungsgegenstände mit einem Heissluftfön kurzzeitig auf über 60 ° C erhitzt.

Ohne Austausch der kompletten Einrichtung wird man immer das Risiko der Reinfektion eingehen.



Soweit meine Erfahrungen dazu.

Viel Erfolg
Thomas

Thomas

Mitglied

Registrierungsdatum: 12. August 2005

Wohnort: Aachen NRW

4

Mittwoch, 18. Juni 2008, 22:25

RE: Hilfe! Oxyurenbefall...

Hallo Skippy,

ich habe da andere Informationen bekommen - u.a. von Dr. Mutschmann (exomed).

Deweiteren neben einigen anderen dies hier:

".....Eier von Oxyuren sind sehr resistent und können in der Raumluft, Klimakanälen, Tränkeeinrichtungen usw. überleben. Deshalb sind begleitende hygienische Maßnahmen (Reinigung, Desinfektion) neben der Behandlung des Bestandes sehr wichtig. Die mechanische Reinigung vermindert bereits die Kontamination von Geräten und Einrichtungen erheblich, so dass anschließende Desinfektionsmaßnahmen effizienter werden. Üblicherweise verwendete Desinfektionsmittel sind nicht in der Lage, Oxyureneier abzutöten. Dies ist nur möglich mit speziellen Desinfektionsmitteln (z.B. Desinfektionsmittel auf Basis von Kresolen). Trockene Hitze (100 oC) für 30 min., Autoklavieren und Ethylenoxid tötet Eier zu 100%. Die Behandlung mit Formaldehydgas und Chlordioxid tötet Eier zu 94-96%. Über die Effizienz von gasförmigem Wasserstoffperoxid liegen noch keine ausreichenden Daten vor (3, 18). ..."

Quelle: http://www.gv-solas.de/auss/hyg/hyg-p4.html
(Gesellschaft für Versuchstierkunde)

Musste leider auch schon feststellen, dass eine pure Behandlung der betroffenen Tiere keine Sicherheit bietet, dass eine Reinfektion abgewehrt ist.

Ansonsten stimme ich Deinem Behandlungstipp mit MOLEVAC voll und ganz zu.

Beste Grüße
Thomas

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