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Nöschli Männlich

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1

Sonntag, 14. März 2010, 22:35

Haltungsbericht - Phelsuma guttata

Haltungsbericht:
Phelsuma guttata – Tropfentaggecko

Verbreitung:
Phelsma guttata lebt an der Ostküste im Norden Madagaskars. Im dortigen Regenwald findet man ihn häufig an den Stämmen von großen Bäumen.

Beschreibung:
Phelsuma guttata ist tagaktiv und erreicht eine Gesamtlänge von 12-14cm. Die Weibchen sind kleiner als die Männchen und zierlicher gebaut. Die Art besitzt einen spitzen, schmalen Kopf und einen recht dünnen Körper.

Die Zeichnung des Tropfentaggeckos ist sehr variabel. Meist besitzten diese Geckos eine grüne Grundfärbung, welche an den Seiten von einem braun-grün gepunkteten Muster, das bis zu den Extremitäten reicht, überdeckt wird.

Einige Tiere weisen so gut wie kein Punkt-Muster auf, andere Geckos wiederum werden davon fast ganz bedeckt. Der Grund-Grünton kann ebenfalls sehr unterschiedlich sein, was aber auch Situationsbedingt ist. Dabei spielen Stimmung und Tageszeit/Belichtung eine Rolle.
Den Namen Tropfentaggecko haben ihn verschieden große, tropfenförmige, rote Punkte auf dem Rücken eingebracht. Die Anzahl und Größe der Punkte ist von Tier zu Tier unterschiedlich.
Bei allen Individuen von Phelsuma guttata findet man einen dunklen Streifen, der sich an beiden Seiten von der Nasenspitze über die Augen bis zum Hals erstreckt. Außerdem ist bei den meisten Vertretern ein rotes V vorhanden, welches parallel zu den dunkel Streifen verläuft, jedoch nur bis zu den Augen reicht, mehr oder weniger.

Anhand der bisher aufgezählten Merkmale könnte man auch auf Phelsuma seippi schließen, der eine ähnliche Zeichnung besitzt. Der größte Unterschied ist die Kehle des Geckos. Bei Phelsuma guttata findet man mehrere dunkle V's, welche bis zum Körper reichen. Diese bleiben bei Phelsuma seippi aus.

Nöschli Männlich

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2

Sonntag, 14. März 2010, 22:43

Terrarium:
Der Tropfentaggecko ist sowohl in der freien Natur, als auch im Terrarium eine nicht sehr scheue Phelsume. Sie wird daher immer häufiger ein beliebter Pflegling.
Phelsuma guttata hat eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 7cm und benötigt daher ein Terrarium von mindestens 42x42x56cm (LxTxH). Meiner Meinung nach ist dies jedoch viel zu klein. Ich habe mein Paar in einem 60x60x120cm Terrarium gehalten und konnte eine deutlich erhöhte Aktivität im Vergleich zu einem 60x60x60 Terrarium beobachten. Ich rate daher zu einem möglichst großen Terrarium. Dies stellt kein Problem für das Anschauen der Phelsumen dar, da diese wenig scheuen Vertreter fast kein Fluchtverhalten zeigen. Die meisten Phelsumen flüchten, wenn man in das entsprechende Zimmer hereinkommt. Anders Phelsum guttata. Man wird zwar angestarrt, kann aber kein Fluchtverhalten erkennen. Wenn sich die Phelsumen gestört fühlen rücken sie auf die andere Seite des Astes, auf dem sie gerade sitzten und pressen sich dagegen.
Das Terrarium sollte dicht bepflanzt sein. Da die Geckos ihre Eier gerne in die Blattachseln von Bromelien und großen Tillandsien legen, sollten diese in allen Höhen- und Temperaturbereichen vorhanden sein. Auch Bambus wird zur Eiablage verwendet und sollte daher in verschiedenen Höhen und Winkeln im Terrarium angebracht werden.
Da Phelsuma guttata den Regenwald bewohnt, sollte die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch sein. Ich empfehle dazu eine Regenanlage zu benutzten. Das Sprühen erfolgte bei mir zweimal am Tag: einmal vormittags und einmal abends. Um Schimmelbildung zu verhindern sollten große Lüftungsflächen, sowohl oben als auch unten, vorhanden sein. So erreicht man eine Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 60-80%.


Beleuchtung:
Die Beleuchtung ist zu einem großen Teil für das Wohlbefinden der Tiere verantwortlich und ist daher besonders wichtig!
Da Phelsuma guttata ein tagaktiver Gecko ist, kann auf keinen Fall auf UV-Licht verzichtet werden. Ich habe gute Erfahrung mit der BrightSun UV Jungle (kurz: BS) gemacht. Sie dient als UV-und gleichzeitig als Wämequelle. Die BS ist zur allgemeinen Wärmeerzeugung geeignet. Zusätzlich zur BS sollten deshalb auch Wärmestrahler zur punktuellen Bestrahlung vorhanden sein. Diese können in verschiedenen Wattstärken im Baumarkt gekauft werden und müssen keine speziellen Terraristikstrahler sein. Um das Terrarium heller zu machen, sollten außerdem Leuchtstofföhren angebracht werden. Die T5 BioVital-Röhren eignen sich hierfür meiner Meinung nach am besten. Je nach Größe des Terrariums sollten 2-4 Röhren für Licht sorgen. Im Terrarium sollte ein Temperaturgefälle vorhanden sein. In den unteren Regionen kann Zimmertemperatur herrschen, in den oberen Regionen ca. 25-28°C und unter den Spots bis 35°C.

Nöschli Männlich

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3

Sonntag, 14. März 2010, 22:52

Verhalten:
Wie schon beschrieben zeigt Phelsuma guttata fast kein Fluchtverhalten. Darum wird sie immer beliebter. Dies stellt aber auch ein Problem dar. Man sollte versuchen die Tiere möglichst ohne Pinzette zu füttern, da sie sich sonst an die Hand des Züchters als „Essensgeber“ gewöhnen und durchaus auch darauf spingen und so schnell aus dem Terrarium entkommen können.

Außerdem scheint Phelsuma guttata sehr selbstbewusst zu sein, weswegen es auch bei Pärchen zu Rangeleien kommen kann. Diese sind meist nicht sehr heftig, trotzdem ist es sinnvoll die Tiere daraufhin getrennt werden. Die Männchen vom Tropfentaggecko können sehr territorial sein und sind deshalb schwer zu vergesellschaften. Ein Einzelbecken sollte deshalb immer funktionsbereit zur Verfügung stehen. Die Haltung von mehreren Männchen oder mehreren Weibchen im Terrarium ist quasi unmöglich!
Tropfentaggecko häuten sich in regelmäßgen Abständen. Ein bis zwei Tage vor der Häutung erkennt man ein deutliches Erblassen des Geckos. Die Haut löst sich und der Gecko frisst diese schließlich, um die darin enthaltenen Nährstoffe wieder aufzunehmen


Futter:
Phelsuma guttata frisst sehr gerne sehr viel, verträgt dies aber auch. Fälle von Verfettung sind mir nicht bekannt. Eher kommt es zu Mangelerscheinungen. Deshalb sollten die Futtertiere der Weibchen immer bestäubt werden, die Futtertiere der Männchen nicht ganz so häufig. Zusätzlich dazu sollte immer eine kleine Schüssel (ich nehme Flaschendeckel) mit geriebener Sepiaschale oder geriebener Eierschale vorhanden sein.

Die Tiere bekommen alle 2-3 Tage ca. 2-3 Heimchen o.ä. Da Heimchen schnell fliehen und sich in der Wohnung vermehren können, habe ich keine gefüttert. Grillen haben mir wesentlich besser gefallen. Außerdem ist der Klang des Zirpens ganz anders. Mit besonderem Genuss verzehren die Geckos Wiesenplankton; auch wenn man denkt, dass das Insekt zu groß ist, es wird alles genommen, was ergattert werden kann.

Zusätzlich muss bei dieser Art mindestens einmal alle ein bis zwei Wochen Fruchtbrei gereicht werden. In den Brei kann man sehr einfach verschiedene Präperate einmischen. Man kann jeden Fruchtbrei anbieten, den die Phelsumen fressen (natürlich sollte dieser aus ein paar Früchten selbstgemacht sein), bevorzugt mochten meine guttatas jedoch Bananenbrei.
Wichtig ist noch, dass Phelsuma guttata daran gehindert werden sollte, größere Steinchen zu essen, da dies zum Tod der Tiere führen kann.
Noch ein Futtervideo .

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nöschli« (14. März 2010, 23:05)


Nöschli Männlich

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4

Sonntag, 14. März 2010, 23:02

Paarung:
Tropfentaggeckos sind unter Umständen sehr produktiv. Ein befreundeter Züchter hat mir von 18 Nachzuchten in nur einem Jahr erzählt. Dabei hat er eine Winterpause von ca. 3 Monaten eingelegt. Diese Pause ist für das Weibchen unbedingt notwenig. Im November kann man die Temperaturen langsam herunterfahren. Dazu schaltet man zum Beispiel die Spots aus. Die Temperaturen können im oberen Bereich des Terrariums 22-24°C und im unteren Bereich Zimmertemperatur erreichen. Die Beleuchtungsdauer sollte von ca. 12 Stunden auf 8 Stunden reduziert werden und führt zum Ausbleiben der Paarung. Geschieht dies nicht, sollten die Tiere getrennt werden.
Weibchen sollten erst mit einem Alter von 1,5 Jahre verpaart werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann.
Die eigentliche Paarung ist recht unspektakulär und geht schnell. Das Weibchen droht dem Männchen zuerst, wird jedoch durch einen Nackenbiss „besänftigt“. Nun versucht der Mann sein Hinterteil unter das des Weibchen zu pressen. Den genauen Vorgang kann man auf diesem Video sehen.






Nöschli Männlich

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5

Sonntag, 14. März 2010, 23:09

Eiablage:
Das Weibchen braucht nun auf jeden Fall Nährstoffe! Es muss Kalk in Form von zeriebener Sepia- oder Eierschale vorhanden sein! Nach 3-4 Wochen legt das Weibchen 2 Eier. Bevorzugt werden dazu Blattachseln in den oberen Regionen genutzt, aber in hohlen Bamus legt diese Art gerne ihre Eier. Nach der Eiablage sollten die Eier schnellstmöglich in einen Inkubator geführt werden, damit die schlüfenden Jungtiere nicht von ihren Eltern gefressen werden.

Damit auch die Eier aus dem Bambus entnommen werden können, habe ich eine Vorrichtung gebastelt: Der Bamus wird an beiden Enden mit einem Küchenpapier umwickelt, welches mit Tesa am Bamubs festgemacht wird. Dann wird ein weiteres Stück Küchenpapier an den Bambus geklebt, sodass unten, zwischen Papier 1 und Papier 2, ein Spalt entsteht. In diesen wird nun Heißkleber gefüllt. Es entsteht eine Art Schiene, in die man das Bambusstück legen kann. Wenn das Weibchen nun Eier hineinlegt, kann das Stück rausgenommen und die Eier vorsichtig entnommen werden (Die Eier werden nicht an den Bambus geklebt). Das Ganze sieht so aus:





Schlupf und Aufzucht:
Die Eier werden nun in einer Heimchendose mit Brutsubstrat in den Inkubator gestellt. Die Temperatur ist sehr variabel. Sie sollte aber bei ca. 25 - 30°C ausgebrütet werden. Die Jungtiere schlüpfen nach 50 - 60 Tagen aber auch mehr. Die Eier sollten auf keinen Fall geöffnet werden! Selbst nach 100 Tagen können noch Jungtiere schlüpfen.
Die kleinen Phelsumen werden nun in Aufzuchtbecken (30x30x30) gesetzt. Ideal ist die Einzelaufzucht, da so ein Unterdrücken einzelner Tiere verhindert werden kann. Jungtiere werden vorerst jeden Tag mit kleinen Insekten gefüttert. Mindestens einmal in der Woche sollte Fruchtbrei angeboten werden. Werden die Jungtiere nicht genug mit Calvium und Ähnlichem versorgt führt dies zu Mangelerscheinungen und schlimmstenfalls zum Tod der Tiere. Bei der Jungtieraufzucht konnte außerdem immer wieder das Sterben der Jungtiere ohne besonderen Grund beobachtet werden. Das Geschlecht erkennt man im Allgemeinen recht gut. Trotzdem gibt es immer wieder Spätzünder, die nachher doch als Männchen entlarvt werden.

Nöschli Männlich

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6

Sonntag, 14. März 2010, 23:10

Meine Gedanken:
Phelsuma guttata ist eine tolle Phelsume, jedoch nicht für den Anfänger geeignet, da schnell Mangelerscheinungen auftreten. Dank der geringen Scheue sieht man die Tiere sehr häufig und hat teilweise Probleme beim Aufmachen der Scheiben, da die Tiere selbst beim Ruckeln dieser nicht verschwinden. Die Art ist sehr neugierig. Als ich eine neue Regenanlade installierte, musste ich aufpassen, dass kein Tier entweicht. Man sollte in diesem Punkt extrem aufpassen, auch wenn die Phelsume verhältnismäßig einfach zu fangen ist ;)
Ein großes Problem bei der Zucht von Phelsuma guttata ist, dass es nur sehr wenige Männchen gibt. Deshalb sollte man sich mit anderen Züchtern der Art zusammentun und Experimente zur besseren Verteilung der Geschlechter anstellen. Doch bis eine Lösung in Sicht ist, ist es sinnvoll mehrere Terrarien mit Weibchen zu besitzten, um mit einem Bock möglichst viele Weibchen abdecken zu können. Von einem Kauf eines Männchens von unbekannten Züchtern rate ich dringend ab, da in letzter Zeit viel Geld mit dem illegalen Handel von guttata-Männern verdient wurde.
Vor der Haltung von Phelsuma guttata sollte man auf jeden Fall mit einem Züchter reden, da man so spezielle Informationen bekommt und einen Ansprechpartner bei eventuellen Problemen hat.
Wer vorhat, sich diese Art genauer anzuschauen, sollte auf folgenden Seiten gucken:
Außerdem sollte man über ein Grundwissen verfügen!!!

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