Agamura persica (Duméril, 1856),
Gekkoninae
Aussehen:
A. persica hat eine grau/beige Grundfärbung auf der Körperoberseite mit braunen Punkten, der Bauch ist leicht grau bis weiss. Den Rücken zieren zudem gelb/beige Tuberkel. Vom Nacken bis zur Schwanzspitze laufen braune Querbänder, die je nach Stimmung des Tieres verschieden ausgeprägt sind. Die Beine sind lang und dünn und geben diesem Gecko so den deutschen Trivialnamen “Spinnengecko“. Die gebogenen/gewinkelten und knochigen Zehen haben eine Kralle zum klettern. Die Weibchen erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 40-80 mm mit einem Schwanz von 35-60 mm und die etwas kleineren Männchen messen vom Kopf bis zum Schwanzansatz 35-65 mm mit einem Schwanz von 25-60 mm.
Herkunft/Lebensraum:
A. persica bewohnt felsige Wüstenregionen im Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan. Die Vegetation in ihrem Lebensraum ist spärlich und besteht vor allem aus Gräsern. Die Temperaturen können in diesen Trockengebieten in der vollen Sonne bis zu 50 Grad Celsius erreichen.
Im östlichen Verbreitungsgebiet von A. persica kommt hauptsächlich die Unterart A. p. persica vor, welche an ihren 3 dorsalen Querstreifen zwischen Kopf und Schwanzansatz zu erkennen ist. In den westlichen Teilen findet man mehrheitlich A. p. cruralis, mit ihren 5 Querstreifen. Der erste verläuft auf dem Nacken und der 5. auf dem Becken.
Haltung:
Idealerweise hält man A. persica 1.2 oder alleine. In der Natur leben diese Geckos solitär und kommen nur zur Paarung zusammen. Zwei Männchen dürfen nicht im selben Terrarium gehalten werden. Es kann auch vorkommen, dass sich 2 Weibchen im selben Terrarium nicht verstehen und getrennt werden müssen. Die Geckos tragen ihre Rivalitäten nicht nur mit körperlichen Kämpfen aus, sondern auch mit blossem Sichtkontakt. Daher müssen Terrarien mit verschiedenen A. persica durch einen Sichtschutz getrennt werden.
Von einer 1.1 Haltung ist abzusehen, da sonst das Weibchen unter dem Sexualdruck des Männchens zu leiden hätte. Bei mehr als 2 Weibchen kann es vorkommen, dass das Männchen sich nur selektiv verpaart, also nicht alle Weibchen begattet.
A. persica sind bodenbewohnende Geckos und brauchen daher ein nicht all zu hohes Terrarium. Trotzdem sollte die Höhe so bemessen werden, dass man eine gut strukturierte Felsenrückwand mit Sonnenplätzen einrichten kann. Die Masse 80x50x50 (LxBxH) reichen für eine Gruppe von 1.2 aus.
Terrarieneinrichtung:
Damit sich die Geckos sonnen können, braucht es flache, mindestens handtellergrosse Steine im Sand. Gerne sitzen sie auf Steinaufbauten oder klettern an der Felsenrückwand. Als Bodengrund dient eine 5-10 cm hohe Sandschicht. Höhlen und andere Versteckmöglichkeiten nutzen diese Geckos kaum, denn obwohl sie dämmerungs- und nachtaktiv sind, sitzen sie den ganzen Tag ungeschützt an ihren bevorzugten Sonnenplätzen. Trotzdem braucht es pro Tier eine Versteckmöglichkeit, da sie sich bei Gefahr dort zurückziehen.
Zur Dekoration eignen sich Rebhölzer und Wurzelstöcke, lebende Pflanzen haben es in diesem heissen Klima schwer, wobei es verschiedene Sukkulenten gibt die der Trockenheit und Hitze trotzen. Mit trockenen Gräserhalmen, die man im Sommer von einer Wiese schneidet, kann man den natürlichen Lebensrum von A. persica nachempfinden.
Beleuchtung:
Obwohl A. persica dämmerungs- und nachtaktiv ist, sollte man im Terrarium eine starke UV-Beleuchtung verwenden (z.B. Reptiglo 8.0), denn wie schon erwähnt sitzen diese Geckos den ganzen Tag in der prallen Sonne. Ob eine Versorgung mit Vitamin D3 nur über die Vitaminisierung der Futtertiere ausreichend ist, ist nicht bekannt. Ich denke aber dass es das Ziel jedes Terrarianers sein sollte, den natürlichen Lebensraum einer Art möglichst genau nachzubilden.
Im Sommer dauert die Photoperiode 14 Stunden. Im Winter wird sie schrittweise zurückgefahren und dauert noch ca. 9 Stunden und wird nach etwa 2 Monaten wieder sukzessive erhöht.
Temperatur:
Unter dem Wärmespot kann die Temperatur ohne weiteres 40 Grad Celsius und mehr betragen. Im warmen Teil des Terrariums sollte die Temperatur ca. 30 Grad Celsius betragen, im kälteren nicht unter 26 Grad Celsius fallen. Während der Nacht reicht Zimmertemperatur.
Im Winter fährt man die Temperatur wie die Photoperiode schrittweise zurück und erreicht so im warmen Teil 26-29 Grad Celsius, im kalten lediglich 16-19 Grad Celsius. Nach etwa 2 Monaten werden die Temperaturen wieder schrittweise erhöht.
Heitzmatten sind nicht ideal, da die Weibchen ihre Eier im Sand vergraben und sich dabei verbrennen könnten.
Luftfeuchtigkeit:
Für die passende relative Luftfeuchtigkeit muss man nicht viel tun. Durch die Wärmestrahler beträgt sie tagsüber ca. 40%, in der Dunkelheit steigt sie meist von alleine. Trotzdem sollte man die Steine und Holzeinrichtung jeden 2. Abend mit Wasser besprühen, damit die Geckos die Tropfen auflecken können. Zusätzlich braucht es in jedem Terrarium eine Trinkschale, da die Geckos schnell dehydrieren können.
Nahrung:
A. persica ist insectivor und das Nahrungsspektrum umfasst alle Arthropoden, die vom Gecko überwältigt werden können. Die Futtertiere bestäubt man bei jeder 2. Fütterung mit Vitaminen. Die Tiere werden jeden 2. Tag gefüttert, wobei hin und wieder auch eine 2 Tage lange Pause kein Problem ist. Für ein gesundes Knochenwachstum bietet man den Geckos eine Schale mit zerriebener Sepiaschale, um den Kalziumbedarf der Tiere zu decken.
Während der Winterruhe füttert man die Geckos entsprechend weniger. Weil sie in dieser Zeit träge sind, kann man ihnen eher mal einen Mehlwurm anbieten, da dieser nicht so flink wie die Heimchen und Grillen ist.

2 Tage alter A. persica
Zucht:
Weibchen dürfen erst ab einem Alter von 18 Monaten verpaart werden, da sonst die Strapazen der Paarung und Eiproduktion dem Tier schaden. Ein gutes Merkmal für das Erreichen des Fortpflanzungsalters sind Fettdepots lateral am Brustkorb, die als kleine Höcker an den schmalen Körper der Geckos gut sichtbar sind. Natürlich sind die Geckos schon einiges vorher geschlechtsreif, aber wie schon erwähnt schadet den Weibchen eine zu frühe Verpaarung. Zudem können die frisch geschlüpften Jungtiere Mangelerscheinungen aufweisen, da ihre Mutter zu wenige Reserven für eine ausgewogene Eiproduktion hatte.
Die Männchen ausgewachsener A. persica erkennt man leicht an den deutlich ausgeprägten Hemipenistaschen. Diese entwickeln sich bei den Jungtieren nach ca. 8 bis 12 Wochen. Es kann aber bis zu 6 Monaten dauern, bis diese wirklich erkennbar sind. Die Männchen haben 2-4 Präanalporen, wobei auch eine einzelne keine Seltenheit ist.
A. persica sind das ganze Jahr paarungsfähig, daher ist es sinnvoll, das Männchen nicht konstant mit den Weibchen zu halten, sondern nur während einer gewissen Paarungssaison zu den Weibchen zu setzten.
Die Winterruhe mit der verkürzten Photoperiode und den tieferen Temperaturen nützen die Geckos als Regenerationszeit nach der Paarungssaison.
Die Weibchen vergraben ihre beiden hartschaligen Eier im Sand. Bereits 2-3 Tage vor der eigentlichen Ablage suchen sie eine geeignete Stelle und beginnen im Bodensubstrat zu graben. Die frisch gelegten Eier sind sehr zerbrechlich, man lässt sie daher am besten ein paar Tage vergraben und birgt sie erst später, wenn sie etwas an Stabilität gewonnen haben.
Dank ihrer harten Schale sind sie nicht sehr empfindlich gegen Feuchtigkeitsverlust. Man kann sie daher im Inkubator lediglich in einer mit Sand gefüllten Heimchendose zu 3/4 vergraben. Die Inkubationstemperatur beträgt zwischen 27 und 29 Grad Celsius. Je nach Inkubationstemperatur schlüpfen die Jungen nach 70 Tagen.