RE: Rhacodactylus ciliatus
Rhacodactylus ciliatus (Diplodactylinae)
Aussehen:
R. ciliatus besitzt entlang des medianen Rückenstreifens zwei Reihen Stachelschuppen, welche über den Augen beginnen und bis zur Schwanzwurzel reichen. Daher kommt auch sein deutscher Trivialname "Kronengecko". Ausgewachsene Tiere erreichen eine Gesamtkörperlänge von bis zu 220 mm. Die Schwanzspitze ist ventral abgeflacht und ist wie die Finger mit Haftlamellen ausgerüstet.
Neben den mittlerweile diversen Farbzuchten reicht das Farbspektrum des Wildtypen von Grau, Braun, Grün, Blassgelb bis Rostrot. Die helle Hinterkopfregion entwickelt sich in ein braun bis graues Band auf dem Rücken, welches meist seitlich durch die Stachelschuppenreihen begrenzt bis zum Schwanzansatz reicht.
R. ciliatus bildet nach einer Autotomie kein Schwanzregenerat.
Herkunft/Lebensraum:
R. ciliatus stammt von Neukaledonien, wo die Art in feucht-heissen Tieflandregenwäldern vorkommt. Das Klima ist ozeanisch feucht, mit Temperaturen zwischen 20-30 Grad Celsius und Nachtabsenkungen mit bis zu 10 Grad Differenz. Die Tiere leben in den Baumkronen, dort vor allem auf den dünneren Ästen, selten an den Baumstämmen. Dies vermutlich als Schutz vor dem um einiges größeren Rhacosactylus lechianus.
Haltung:
Da R. ciliatus ein Baumbewohner ist, ist das Terrarium höher als lang. Für eine Gruppe von 1.2 braucht es die Masse LxBxH 60x60x100. Ein Männchen sollte mit mehreren Weibchen gehalten werden, da bei einer 1.1 Haltung das Weibchen unter dem Sexualdruck des Männchens zu leiden hätte. Es darf nie mehr als ein Männchen im gleichen Terrarium gehalten werden, da sie sich sonst bei den Territoriumskämpfen gegenseitig verletzen.
Terrarieneinrichtung:
Das Terrarium sollte man dicht bepflanzen und mit verzweigten Ästen (z.B. Haselnuss) bestücken. Mit großen Borkenstücken und hohlen dicken Bambusrohren bietet man den Geckos viele Versteckmöglichkeiten. Als Boden verwendet man eine 10cm dicke Humusschicht zur Eiablage und zur Haltung der Luftfeuchtigkeit.
Beleuchtung:
Die Photoperiode sollte im Sommer 14 und im Winter 10 Stunden dauern. Da R. ciliatus dämmerungs -und nachtaktiv ist, wird von einigen Züchtern die UV-Bestrahlung weggelassen. Man kann aber R. ciliatus manchmal am Tag ungeschützt in den Ästen schlafen sehen, wobei der Kontakt mit UV-Licht besteht und die Vitamin-D-synthese angeregt werden kann.
Temperatur:
Die Temperaturen im Terrarium stellt man im Sommer tagsüber zwischen 25-30 Grad Celsius ein und in der Nacht 20-22 Grad Celsius.
Im Winter sollte es mit 20-24 Grad Celsius am Tag und 16-20 Grad Celsius in der Nacht deutlich kühler sein. In unseren Breitengraden ist also eine zusätzliche Wärmequelle im Terrarium bei Zimmertemperatur nicht notwendig.
Luftfeuchtigkeit:
Die Pflanzen und die Terrarieneinrichtung besprüht man am Abend großzügig mit Wasser, damit die Luftfeuchtigkeit auf tropische 80 % oder mehr steigt und die Geckos die Tropfen auflecken können. Der Boden sollte stets leicht feucht, jedoch nicht matschig gehalten werden.
Nahrung:
Auf dem Speisezettel der Kronengeckos stehen alle möglichen Insekten. In der Natur fressen sie oft auch Beeren. Diesem Bedürfnis kann man mit Fruchtbrei entgegen kommen. Dieser darf aber wegen den hohen Fruchtzuckeranteilen nicht zu oft angeboten werden. Für ein gesundes Knochenwachstum muss im Terrarium immer Kalzium angeboten werden, dies am einfachsten in Form von zerriebener Sepiaschale. Die Futterinsekten werden bei jeder 2. Fütterung mit einem Vitaminpräperat bestäubt.
Zucht:
Die Weibchen dürfen nicht zu früh verpaart werden. Erst ab einem Minimalgewicht von 35g der Weibchen kann man ein Männchen in die Gruppe integrieren. Gegen Ende der ersten Paarungssaison sollte man den Bock bei jungen Weibchen frühzeitig von der Gruppe trennen, damit sich die Weibchen von den Strapazen der Paarung und der Eiproduktion erholen können.
Die Weibchen produzieren bis zu 9 Gelege à 2 weichschalige Eier pro Saison. Die Eier werden in der feuchten Erde zwischen pflanzlichem Wurzelwerk vergraben. Dort sind sie geschützt und das Mikroklima zwischen den Wurzeln hat eine gewisse Konstanz.
Die Eiinkubationszeit beträgt je nach Temperatur ca. 70 Tage. Bei einer Inkubationstemperatur zwischen 26-27 Grad Celsius schlüpfen hauptsächlich Weibchen. Bei Temperaturen darunter oder darüber schlüpfen mehrheitlich Männchen.