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Jan K.

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

1

Montag, 22. August 2011, 13:54

Termiten als Lebendfutter

Hallo, liebe Forengemeinde!

Ich interessiere mich schon seit langem für die Entomologie und halte seit vielen Jahren Ameisen als Haustiere in sogenannten Formicarien.
Seit einer Weile entwickelt sich nun mein Haupt-Augenmerk weg von diesen und hin zu anderen staatenbildenden Insekten: Termiten.

Ich habe schon oft gelesen, dass in der Haltung vieler Terrarien-Tiere großer Wert auf eine abwechslungsreiche Ernährung gelegt wird und so suchen wohl immer wieder Hobby-Halter und -Züchter nach neuen Futterquellen.

Da viele Termiten eine recht starkte Reproduktionsrate besitzen, würden sie sich von diesem Gesichtspunkt aus gut für die Ernährung verschiedener Terrarientiere eignen. Auch der Proteingehalt und die Größe der Tiere sind optimal.

Gegen das Freisetzen in Terrarien spricht ebenfalls bei einigen Arten nichts: Nicht alle Termiten-Arten ernähren sich von Holz. Einige züchten beispielsweise einen Pilz, den sie mit zerkleinerten Fall-Laub-Fragmenten etc. versorgen. Eine Kolonie könnte sich aufgrund der spezialisierten Lebensweise unmöglich in einem Terrarium einnisten.
Außerdem könnten Arbeiter der meisten Arten in einer Petrischale o.ä. angeboten werden und hätten so keine Möglichkeit mehr, den Reptilien zu entwischen: Sie können keine senkrechten Glasflächen empor klettern.


Jetzt komme ich zu meinem Anliegen:

Würde prinzipiell Interesse bestehen, Termiten als Futter für Reptilien oder andere Terrarien-Tiere zu erwerben?
Ich möchte an dieser Stelle keine Termiten verkaufen, sondern nur erfahren, ob es sich lohnen könnte und im Sinne einiger Interessierter wäre, eine Zucht im größeren Maßstab zu beginnen.
Es wäre unheimlich nett, wenn hier einige Rückmeldungen kämen. Für Fragen bin ich stets offen und beantworte sie gerne!


Freundliche Grüße

Jan

Harte Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 25. Juli 2009

Geschlecht: Männlich

2

Montag, 22. August 2011, 14:00

Hallo!
Der Anteil an Termiten als Nahrungsbestandteil ist bei einigen Echsen sehr hoch (Mageninhaltsanalyse/Freilandbeobachtungen in Publikationen). Er schwankt mit der Verfügbarkeit von Insekten über das Jahr gesehen.
Ob sich eine Zucht lohnt, hängt vom Bedarf ab. Arten mit hohem Ameisenanteil werden von ihren Haltern mit selbst gesammelten Ameisen versorgt.
Als zusätzliches Futterangebot bei moderatem Preis würde ich Termiten ab und an durchaus nutzen.
B b Harte

Jan K.

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

3

Montag, 22. August 2011, 16:45

Danke für eure Antworten, Harte und Smaragd!
@Harte: Ich plane nicht, eigene Terrarientiere mit den Termiten zu versorgen. Eventuell bekommen meine Ameisen mal ein paar Arbeiter, jedoch habe ich keine Echsen, Dendrobaten o.ä.
Ich bin lediglich auf der Suche nach einem weiteren Nutzen meiner Termitenhaltung, neben den interessanten Beobachtungsmöglichkeiten!
@Smaragd: Termiten sind allerdings ein interessantes Thema! Ihre Koloniestruktur und Reproduktionswege sind weitaus interessanter als die von Ameisen. Von gewöhnlicher, geschlechtlicher Vermehrung über Parthenogenese bis hin zu dem Heranwachsen sekundärer Geschlechtstiere, die sich dann wiederum verpaaren!
Ich habe schon des öfteren von Terrarientieren gelesen, welche in freier Natur auf Termiten als Nahrung spezialisiert/angewiesen sind und für die in der Haltung folglich auf Ersatzfutter ausgewichen werden muss. Mit einer Termitenzucht könnte dies umgangen werden.
Über welche Umsetzung möchtest du mehr erfahren? Die Zuchtmethode oder wie man sie verfüttert?
Das Verfüttern geht ganz einfach: Die allermeisten Arten (auch die, um die es hier geht), können nicht an senkrechten Glasflächen empor klettern. Diejenigen, welche die Termiten also nicht frei im Terrarium laufen haben wollen, können sie also in einer Petrischale o.ä. anbieten und sie aus dieser auffressen lassen.
Die Zucht stellt sich schon wesentlich schwieriger dar! Ich möchte keine Termiten weitergeben, die potenzielle Schädlinge in unseren Breiten sind. Aus diesem Grund kann ich nicht die einfachen Holztermiten nutzen, die ich derzeit halte.
Bei der betreffenden Art handelt es sich um die Gattung Macrotermes, welche unter anderem in Südostasien vorkommt. Sie lebt in tropischem Klima und sammelt (oft auch oberirdisch) kleine Pflanzenpartikel etc.
Diese Zellulose wird nicht direkt von den Termiten verwertet, sondern in zerkleinerter Form als Substrat für einen Pilz genutzt, den sie unterirdisch in speziellen Kammern züchten. Von diesem Pilz wiederum ernähren sich die Termiten.
Das ganze in der Haltung umzusetzen, ist ganz schön schwierig, macht mir aber sehr viel Spaß! Gerade weil nicht viele Termitenarten oberirdisch aktiv sind, interessieren sie mich besonders.
Falls weitere Fragen aufkommen sollten, freue ich mich, sie beantworten zu dürfen! Auch Anregungen und Kritik höre ich gerne!
Grüße
Jan

~JBR~

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

4

Montag, 22. August 2011, 17:07

Hallo,
ich hoffe dir ist bewusst, welches Risiko (auch finanziell) die Termitenhaltung darstellt. Außerdem besteht die Gefahr, sich invasive Arten bzw. Schädlinge einzufangen.
Ich würde mir das nicht trauen!
Welche Ameisen hältst du?
MfG

Crokodil

Mitglied

Registrierungsdatum: 28. März 2010

Status: Halter

5

Montag, 22. August 2011, 17:09

Hallo Jan,

wirklich ein interessantes Thema. Ich halte nur Geckos und brauche Termiten nicht als Futter, allerdings würde ich etwas mehr über deine Haltung und Zucht wissen.

Verwendest du dann etwa eine bestimmte Pflanzenart, damit die diesen Pilz züchten können? Wie sieht es mit den Platzanspruch aus? Hälst du sie ebenfalls in Formicarien, wie deine Ameisen?

Außerdem würde ich mich mal über Bilder deiner "Anlage" freuen. ;-)

MfG
Crokodil

Jan K.

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

6

Montag, 22. August 2011, 18:07

Hallo JBR, Skippy und Crokodil,
@JBR:
Ich weiß ganz genau um die Risiken der Termitenhaltung. Da ich mich jedoch auch sehr gut mit ihrer Lebensweise auskenne, sind diese für mich überschaubar. Für einen Laien wäre es natürlich in anbetracht der möglichen Schäden für sich und die Mitmenschen unverantwortlich, solche Insekten einzuführen.
Bei den von mir gehaltenen Termiten handelt es sich um Arten, die täglich zu tausenden durch den weltweiten Warentransport eingeführt werden. Ich bin keineswegs die Person, welche unsere Umwelt als erstes und einziges diesen Tieren aussetzt. Die Verbreitungsgrenze meiner gehaltenen Arten reicht längst nicht bis in unsere Breiten. Im Umfeld des Menschen gibt es natürlich immer Orte, an denen auch tropische Arten überleben können. Die Tiere gelangen jedoch nicht in die Freiheit, da ich mich mit richtigem Ausbruchschutz durch meine zehn-jährige Erfahrung im Bereich Ameisenhaltung sehr gut auskenne. Die betreffenden Arten sind außerdem sehr viel leichter am Ausbruch zu hindern als Ameisen:
An der Raumluft sterben die Arbeiterinnen schnell. Glasscheiben können sie nicht empor klettern. Sämtliche Glas-Behälter, die als Nest dienen, lagern in einem weiteren Glasbecken, dessen Boden mit Sand bedeckt ist und nach oben mit einer Glasscheibe verschlossen ist. Arbeiter würden somit nach einem Entweichen aus dem Nest vertrocknen und (geflügelte) Geschlechtstiere würden nicht nach außen gelangen. Die Kolonien sind ohnehin noch viel zu jung für die Produktion von Königinnen und Männchen.
Weil meine derzeitigen Arten wie gesagt potenziell an einigen Orten in Deutschland (Fernwärmeleitungen, Müllhalden) überlebensfähig wären, bemühe ich mich derzeit um Arten, die das definitiv nicht sind. Bei diesen können sich zum einen keine geschlechtstiere aus Arbeitern entwickeln und zum anderen sind es so extreme Spezialisten, dass sie bei uns keine Nische finden, welche für sie geeignet wäre. Ich denke hier an pilzzüchtende Arten der Gattung Macrotermes.
Zur Zeit halte ich sehr wenige Ameisenarten, da mein Interesse wie bereits geschrieben mittlerweile eher bei den Termiten liegt. Zuhause habe ich Camponotus truncatus, C. cruentatus, C. aethiops, Serviformica rufibarbis, S. cunicularia, Lasius niger und Crematogaster scutellaris. Es handelt sich dabei aber fast ausschließlich um gründende Königinnen.
@skippy:
Die zwei holzschädigende Arten habe ich wie gesagt bereits, werde sie aber nicht versenden, da mir das Risiko zu hoch erscheint. Ich denke jedoch, dass die meisten Terrarientiere nicht unterscheiden (können) werden, ob es sich um die Art von Termiten handelt, die sie in der Natur fressen. Die meisten Tiere, welche Termiten jagen, fressen ohnehin nur Arten ohne bestimmtes Wehrsekret und müssen stoffwechsel-technisch deshalb nicht besonders angepasst sein.
Ob sich der Aufwand einer Zucht für jemanden lohnen würde, der nicht ohnehin an den Tieren interessiert ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.
Die holzfressenden Arten benötigen im Grunde lediglich ein leicht feuchtes Glasbecken, das mit Erde und etwas Holz gefüllt ist. Für die meisten Arten sind Temperaturen von 25-30°C optimal.
Bei der Art Coptotermes formosanus dauert es vom Legen des Eis bis zum Schlupf einer Nymphe etwa einen Monat. Nochmal einen monat später ist aus der Nymphe eine adulte Arbeiterin geworden.
Die Ei-Legerate der Königin nimmt dabei exponentiell mit steigender Arbeiterzahl zu; mit jeder Häutung wächst der Königin ein weiteres paar Ovarien.
Wie hoch die Reproduktionsrate letztendlich ist, kann ich leider nicht sagen. Dazu finde ich aber bestimmt noch Literatur. Nach einem Jahr der Haltung kann jedoch mit Sicherheit regelmäßig eine gewisse Menge an Arbeitern oder Nymphen entnommen werden.
@Crokodil:
Die Art, welche ich zu halten plane, ernährt ihren obligatorisch symbiotisch lebenden Pilz mit allerlei Arten von Pflanzenresten. Das können herabgefallene Blätter, kleine Zweige oder anderer Humus-Inhalt sein. Wichtig ist nur, dass das Material bereits tot ist.
Häuser werden von der besagten Art nicht angegriffen.
Meine Ameisen halte ich auf unterschiedlichste Weise. Manche Arten ähnlich wie die Termiten.
Diese leben in (noch) kleinen Glasbehältern, die mit etwas Erde, Papier und Holz gefüllt sind und diese wiederum sind zur Abdunklung mit alufolie umwickelt und liegen in einem Glasbecken mit dicht aufliegender Glasplatte als Verschluss. Der Boden ist wie weiter oben erwähnt mit Sand bedeckt.
Zu fotographieren gibt es da leider noch nicht viel!
Das ganze würde bei einer eventuellen Zucht natürlich größer ausfallen. Das werde ich aber nur realisieren, falls tatsächlich eine Nachfrage bestünde.
Beste Grüße
jan

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jan K.« (22. August 2011, 18:16)


Jan K.

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

7

Montag, 22. August 2011, 21:21

Hey skippy,
hier habe ich dir eine wissenschaftliche Arbeit rausgesucht, in der einige Werte betreffend den Nährwert angegeben sind:
http://nagonline.net/Articles/ZooBiology…e/Tamandua1.pdf
Die Arbeiter der untersuchten Termitenart haben demnach einen Roh-Eiweiß-Gehalt von 67%, was ich für ganz in Ordnung erachte. Ich bin aber leider kein Experte was die Ernährung verschiedener Terrarientiere außer Ameisen angeht!
Dass erst nach einem Jahr Arbeiter entnommen werden können(/sollten), um anfangs ein schnelles Koloniewachstum nicht zu gefährden, ist überhaupt kein Problem. Ich habe nicht vor, Zuchtansätze von Macrotermes zu verkaufen, sondern nur Gruppen von Arbeitern, welche direkt oder nach kurzer Zeit verfüttert werden. Die Zucht dieser Termitengattung wäre für die meisten Halter per se viel zu aufwändig.
Wenn ich also eine Kolonie in einem Zuchtbehälter bei mir etabliere, könnte ich nach etwa einem Jahr anfangen, regelmäßig (immer größere) Mengen von Arbeitern abzugeben.
Eine ausgewachsene Termitenkönigin der Gattung Macrotermes legt, wie in dem von dir verlinkten Video beschrieben wird, bis zu 30.000 Eier am Tag. Auch wenn eine Kolonie bei mir niemals diese Größe erreichen würde, so wäre eine regelmäßige Entnahme in jedem Fall möglich. Dabei würden in der Regel natürlich die älteren Außendienstarbeiter entnommen werden, die ohnehin nicht mehr all zu lange leben.
Was den Preis angeht kann ich leider noch keine Aussage machen. Ich weiß noch nicht, wie groß der Arbeitsaufwand für mich sein wird. Das ist aber auch ein Grund, weshalb ich mich hier überhaupt gemeldet habe. Was wäre Terrarianern solch ein Futter wert?
Grüße
Jan

Irish Männlich

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 7. August 2011

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Hamburg

Status: Neuling

8

Montag, 22. August 2011, 23:54

Auch wenn ich Geckos halte und somit Termiten eher nicht in das Futterangebot passen (zumindest nach meinem Informationsstand, welcher zugegeben noch gering ist), finde ich das Thema sehr spannend.
Eventuell könnten die Termiten aber Futter für unsere Knirpsmäuse bilden, da müsst ich mich mal belesen.
Vor einiger Zeit habe ich berichte über Termiten gesehen und zu was für Enormen Bauten sie fähig sind und hätte dabei nie gedacht das Jemand diese Tierchen züchtet.
Zu den Preisen würde ich persöhnlich sagen, dass du anfangs schauen solltest was im schnitt für Heimchen und dergleichen verlangt wird und dann deinen Aufwand drauf rechnest, da du 1. nicht in diesen Massen "produzieren" wirst und 2. die Abnahme nicht sehr groß sein wird.
Du wirst ja relativ schnell sehen wie Angebot und Nachfrage sich zu deinen Preisen entwickeln.
Die Idee diese Lücke zu schließen finde ich sehr gut - der Typ der als erster die flugunfähigen Fliegen gezüchtet hat ist jetzt auch Reich ;)

Jan K.

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

9

Mittwoch, 24. August 2011, 09:49

Guten Morgen allerseits!
Irish,
viele Geckos fallen regelmäßig in ihrer Heimat dermaßen über Termiten her, dass ihr Bauch am ende ganz aufgebläht ist und sie kaum noch laufen können! Dabei handelt es sich jedoch meist um ein jährlich wenige Male auftretendes Phänomen: Den Schwarmflug der Termiten.
Zu diesem Zeitpunkt (je nach Art unterschiedlich, oft jedoch nach Regen) schwärmen die geflügelten Geschlechtstiere aus allen Nestern simultan aus. Nach einem kurzen Flug fallen die Tiere zu Boden, brechen sich die Flügel ab und suchen sich gemeinsam mit einem geeigneten Partner einen Ort, an dem sie ihre Kolonie gründen können. Das ist auch der Moment, in dem alle erdenklichen Tiere zum Zuge kommen und das Massenschwärmen zum Nahrungserwerb nutzen.
Termiten sind also keinesfalls ungeeignet für Geckos. Es müsste bloß getestet werden, ob auch die Arbeiter so gern angenommen werden!
Zu den Preisen:
Wie viele Tiere sind eurer Erfahrung nach in der Regel in Dosen dieser Futtertiere enthalten?
http://www.reptilica.de/product_info.php…c.-Lebendfutter

http://www.reptilica.de/product_info.php…bendfutter-Dose

http://www.reptilica.de/product_info.php…bendfutter-Dose
Zusammen mit den dortigen Preisen könnte ich das dann als erste Orientierung nutzen und später, wenn ich genaue Zahlen habe, meine Kosten mit einfließen lassen und ggf. nach oben oder unten korrigieren.
Bei der oberen Auswahl handelt es sich um sehr kleine Futtertiere. Für größere (wo ich das dann in Relation zu adulten Arbeitern setzen werde) müssten neue Vergleiche gemacht werden.
Liebe Grüße
Jan

Irish Männlich

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 7. August 2011

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Hamburg

Status: Neuling

10

Mittwoch, 24. August 2011, 10:23

Wie gesagt mein Informationsstand ist noch nicht der beste.
Somit wäre es doch interressant für mich.
Die anzahl der Futtertiere hab ich persöhnlich noch nie gezählt, würde bei meinen mittleren Heimchen ca 20 schätzen.

Jan K.

Grünschnabel

Registrierungsdatum: 22. August 2011

11

Mittwoch, 24. August 2011, 14:08

Hallo Smaragd,
es freut mich wirklich sehr, dass ich in dir jemanden gefunden habe, der sich anscheinend auch so für den Gedanken begeistern kann, wie ich!
Ich denke bei den Termiten bisher nicht an eine ausschließliche Fütterung mit denselben. Dazu wäre die Produktion wohl auch zu aufwändig! Es soll eben eine Ergänzungsmöglichkeit sein, die den Tieren hin und wieder angeboten wird.
[...], aber sie sehen keine toten Insekten.


Ich würde in jedem Fall Transportgefäße wählen, in denen die Termiten einige Tage überleben. Sie könnten definitiv lebend verfüttert werden.
[...]Damit wäre ich noch bei der Frage von Gefahr im Terrarium und Wohnung?



Wie gesagt, geht es mir bei diesem Anliegen um pilzzüchtende Termitenarten, welche diesen mit kleinsten Pflanzenteilen ernähren.
Alleine schon durch ihre Symbiose mit einem Pilz können sie sich beinahe unmöglich in einem Haus ansiedeln, wenn sie nicht ein Stück des Mutterpilzes mit auf den Weg bekommen. Hinzu kommt, dass diese Termitenarten ohnehin keine Kolonie aus Arbeiterinnen etablieren können. Sie bräuchten dazu Geschlechtstiere oder wenigstens Nymphen, die sie zu denselben heran ziehen!
Eine Ansiedlung im Haus kann aus diesen Gründen absolut sicher ausgeschlossen werden.
[...]Wenn deine Daten stimmen, so haben die Termiten ganz wenig Fett, jedoch das Ca : P -Verhältnis würde ich gern gleichfalls puschen wollen.



Ich kenne mich mit dem Bedarf der verschiedenen Terrarientiere leider nicht aus. Welche Werte sollten angestrebt werden?
Die Daten stammen übrigens natürlich nicht von mir, sondern aus der oben angegebenen Wissenschaftlichen Arbeit, welche auch verlinkt wurde.
Aber ich kam zur Erkenntnis, dass ich diese Biester wohl nicht füttern kann.



Wie man dem Abstract dieser wissenschaftlichen Arbeit von Michael M. Martin und Joan S. Martin entnehmen kann, haben die Arbeiter der Gattung Macrotermes Cellulase in ihrem Mitteldarm:
http://www.sciencemag.org/content/199/4336/1453.short
Daher kann man darauf schließen, dass die Arbeiter sich nicht nur von den Konidienträgern der Pilze, sondern auch von eingetragenem Zellstoff direkt ernähren. Dies wird auch durch die folgende Arbeit herausgestellt:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7866723
Es ist also theoretisch möglich, durch Impfung des Cellulose-haltigen Inhalts der Transportbox, die Konzentration bestimmter Stoffe in den Termiten zu erhöhen. Natürlich müsste auch das erst getestet werden. Die Tiere könnten beispielsweise das so behandelte Material ablehnen oder daran sterben.
Zu gegebener Zeit wäre es also praktisch, wenn ich eine von dir und anderen zusammengestellte Liste an Zusatzstoffen an den Termiten teste.

Mich interessiert das Thema immer noch, werde sehen, was ich noch lesen kann.



Viel Spaß; zu lesen gibt es glücklicher Weise wohl mehr zu diesem Thema, als man in einem Leben erfassen könnte!

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