Morgen Esther!
Dein letzter Beitrag, noch Nachtschicht oder schon Frühschicht??
Ich glaube, wir beide haben in den letzten Jahren hinzugelernt, und können einen Disput auch ohne polemische Spitzfindigkeiten, nach dem Motto: hart aber fair - führen.
Hast du eigentlich auch meine Beiträge von gestern abend: Ernährung Leopardgeckos: Futtertiere selbst fangen ja oder nein - gelesen?
1. wir vor 30 Jahren... 100%pro
2. nur teilweise pro, wenn man morgens im Winter zwischen 8 und 9 Uhr das Institut betritt und es abends zwischen 19 und 20 Uhr wieder verläßt, bleibt wenig Zeit um im Winter Insekten zu fangen, außerdem iwar die Ausbeute im Winter doch ziemlich dürftig.
3.unsere Reptilien richten ihren Lebenszyklus nach dem Nahrungsangebot aus, auch nicht unbedingt, weil das Nahrungsangebot mit den klimatischen Bedingungen korreliert, also von ihnen abhängig ist, kann man das schlecht trennen. Unterschiedliche Arten haben da unterschiediche Überlebensstrategien entwickelt. Agamen halten keine Trockenruhe (Aestivation), Gürtenschweife haben schon eine eheblich reduzierte Aktivität, ganz ausgeprägt ist das bei zwei Schildechsen aus den Trockengebieten in SW Madagascar: Zonosaurus karsteni und Z. quadrilineatus, die ihre Hauptaktivitätszeit während der Regenzeit im Sommer, auf der Südhalbkugel von Ende November/Anfang Dezember bis Anfang März haben. Hält man die im terrarium zu trocken, sind die oft wochen- oder sogar monatelang nicht zu sehen.
Mit Keimen und Sprossen ist das auch so eine Sache: die einen sind halt besser als die anderen geeignet,die ienen enthalten sehr vile Kalzium, andere kaum: wenn ich weiß, das Weizelkleie kaum Kalzium enthält, getrocknete Brennesselblätter dagegen einen sehr hohen Kalziumgehalt aufweisen, kann ich ganz gezielt die Ernährung von Heuschrecken und Grillen danach ausrichten.
4. Du wirst es nicht vermeiden können, auf wissenschaftliche Grundlagen zu verzichten und die Ernährung nicht sehr viel differenzierter zu betrachten, du kannst eine Wüstenagame nicht ernähren wie einen Anolis der eine Phelsuma, da gibt es gemeinsame Schnittstellen, indem man alle mit Heimchen und anderen Grillen füttern kann, die aber widerum als Alleinfutter nicht geeignet sind.
Im Prinzip kann ich nur über biochemische und ernährungsphysiologische Grundlagen mit fFuttertierzuchten eine vernünftige Ernährungsstrategie aufbauen. Mit "wissenschaftlichen" Arbeiten ist das aber auch so eine Sache: nehmen wir z.B. die Arbeit von Hung, Hatt und Wanner ((2001) Heimchen als futtertiere - neue praktische Erkenntnisse - DATZ 54(1):70-72, die Arbeit ist inhaltlich weitgehend identisch mit der Arbeit der gleichen Autoren im Zool. Gart. (N.F.). Ich habe es bisher immer vermieden, die beiden Arbeiten zu zitieren, weil ich sie für eine ziemliche Katastrophe halte. 1. Als ich gelesen hatte, dass man versucht, Heimchen ausschlließlich mit Eisbergsalat zu füttern, um deren Nährwert zu steigern, stand ich schon kurz vornem SChreikrampf..... und um über etwas zu diskutieren was nicht vorhanden ist, halte ich für ziemlich sinnlos. 2. Eisberg = Gemüsereste???... Gemüsereste sind eine ziemlich undefinierbare Größe, das wären bei mir Z.B.häufig: Tomaten, Zwiebeln, grüne Paprika, Knoblauch und Olivenöl, / Aubergine, rote Paprika, Knoblauch, Olivenöl / Broccoli oder Blumenkohl mit Käse-Sahne-Sauce, / Grüne Bohnen mit Bratenfond oder Gulaschsauce usw. Komentare zur Eignung als Grillenfutter wohl völlig überflüssig. 3. Ein ganz problematischer Punkt: der Nährwert wird über den Gesamtstickstoffgehalt bestimmt: dazu muss man aber wissen, dass das es sich bei Chitin, aus dem das Exoskelett der Insekten aufgebaut ist, chemisch gesehen um Aminocellulose handelt, die wie normale Zellulose auch, aus Ketten von Glucosemolekülen besteht, die über eine 1 - 6 beta Bindung verbunden sind, die einzelnen Glucosemoleküle enthalten aber zusätzlich an C4 Atom eine NH2-Aminogruppe. Dieser Stickstoff wird in der Berechnung mit berücksichitgt, ist aber enährungsphysiologich völlig wertlos. Nach der Logik der Autoren wären dnn auch noch Exuvien (Häutungsreste) der Heimchen wertvolles Futter und das ist auch der Grund, warum verhungernde Heimchen zur wenig an Nährwert verlieren.
4. Man kann nicht alles gleichzeitig machen, entweder sich intensiv um die Nachzucht einiger wenigen Arten kümmern, oder aber Standards für die Ernährung von Wildfängen auszuarbeiten, damit überhaupt das Angebot an Nachzuchten vergrößert werden kann.
5. Heute werden Insekten.... 100% pro
Ich denke, dass reicht erstmal. Bin gespannt,wie der Disput beim Publikum ankommt??
Ansonsten halte ich es für sinnvoller, den Disput unter FAQ "gut loading" weiterzuführen.
Liebe Grüße
Dieter
Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung