RE: Rotkehlanolis
Warten auf den Nachwuchs.
Hi. Ich habe seit ca. 8 Wochen 1m,2w Anolis caroliensis.
Das eine Weichchen hat jetzt schon zum 2.Mal Eier gelegt.
Das erste Gelege bestand aus zwei Eiern.
Das erste Ei war nach ca. 2-3 Tage vertrocknet. Hatte eigentlich vor, das 2. Ei im Terrarium zu belassen, als dann aber das Weibchen wieder anfing, an der selben Stelle zu graben, entschloss ich mich, das Ei vorsichtig in ein Aufzuchtterarium zu überführen (gaaaaanz vorsichtig und natürlich ohne zu drehen !).
UND TATSÄCHLICH, genau an der selben Stelle fand ich gestern wieder ein Ei, vielleicht auch zwei, hab noch nicht nachgeschaut. Das Ei liegt so tief und ungünstig zwischen einer Rinde und Wurzel, nix zu machen, ich bekomme es nicht heraus.
Jetzt meine Frage: Reicht eine entsprechende Temperatur und Luftfeuchtigkeit (28°C / 65%) am Tag und 21°C / 80 %) in der Nacht aus, um zum Bruterfolg zu kommen, oder ist es noch zusätzlich wichtig, den Bodengrund im Bereich des Eies trocken oder Feucht zu halten ?
Meine Luftfeuchtigkeit erreiche ich nämlich hauptsächlich über die Pflanzen. Der Bodengrund ist relativ trocken.
Im Forum ist immer wieder über vertrocknete Eier, bzw. verfaulte Eier zu lesen.
Was würdet ihr mir raten ?
PS. : Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag. Eben gerade wurde mein 2.Weichen zum ersten Mal befruchtet. Also, in ca. 2-3 Wochen, wird sich wieder etwas tun, im Terrarium.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Olli« (20. April 2008, 11:49)
RE: Rotkehlanolis
HI
Lass es da liegen wo es ist, die Weibchen wissen selber am besten wo die Eier brüten und deine Temperatur an der Stelle ist gut.
Du musst das Ei halt nur mit Fliegengitte oder Gaze oder etwas ähnlichem schützen, damit später das Jungtier nicht gefressen wird.
Es wundert ich nur das du am Boden 28°C hast, das ist ziemlich viel, wie sind denn die Temperaturen an anderen Stellen im Terrarium?
RE: Rotkehlanolis
Ich suche alle drei Wochen die Eier in dem Terrarium. Meistens sind es die selben ein oder zwei Stellen wo die Eier gelegt werden. Die Eier nicht drehen, sondern mit einem weichen Bleistift oben markieren. Dann überführe ich die Eier (oben muss oben bleiben) in eine Heimchendose mit feuchten Vermiculit.
Diese Heimchendose steht an einem warmen Ort (auf dem Terrarium, da dort Wärme von den Lampenfassungen vorhanden ist). So verhindere ich, dass die Elterntiere ihre Jungtiere fressen. In der Regel werden die Jungtiere die ersten zwei oder drei Tage von den Großen verschont.
Bemerkt man aber nicht gleich die Jungtiere und setzt sie um, dann werden diese gefressen.
Mit dem einmaligen fressen von Jungtieren entwickeln die Großen dann eine Vorliebe für Jungtiere und die besagte Schonfrist fällt weg.
Ein weiterer Vorteil des inkubierens in der Heimchenbox ist, dass Du die Entwicklung von den Eiern beobachten kannst. Ein Ei wächst um mindestens das dreifache in der Entwicklungszeit.
Und wenn dann ein Jungtier "plötzlich" in den Heimchenbox ist, dann kannst Du dieses problemlos in ein Aufzuchtterrarium setzen.
Dafür habe ich 20X20X20 cm Glasterrarien und diverse Ikeaboxen welche ich mit Drahtgaze versehen habe. Diese erwärme ich von oben mit einem Spotstrahler.
Nach zwei bis drei Tagen fangen die Kleinen dann an Microheimchen zu verspeisen.
Vor dem verfüttern diese immer mit Nekton MSA und/oder Nekton REP oder einem anderen Vitramin - und Kalkgemisch bestäuben. DIe Einrichtung (bei mir etwas künstlicher Efeu und ein paar Stöcke zum klettern) täglich sprühen.
So wachsen die Kleinen recht rasant heran.
Ich plädiere immer wieder dafür, dass Leute lieber zehn Euro mehr für eine gesunde Nachzucht ausgeben, statt dass ständig parasitenverseuchte Wildfänge in den Terrarien der
Händler und Käufer massig eigehen.
Ich selbst nehme 20 Euro für eine Nachzucht, wo ich das Geschlecht mit hoher Sicherheit bestimmen kann. Damit mache ich null Gewinn, sondern kann vielelicht einen gewissen Teil meiner Unkosen wieder decken. Dabei handelt es sich um gesunde Nachzuchten, welche auch nicht so scheu wie Wildfände sind.
Trotzdem zahlen viele Leute lieber 12 oder 15 Euro für einen Wildfang und das Tier verendet dann in ein paar Wochen- das Forum hier ist voll von solchen Beispielen.
Ich will Dir Mut machen die Jungtiere vernünftig groß zu ziehen und entsprechend Werbung in diversen Foren zu machen und so dazu beitragen, dass sich gesunde Nachzuchtpopulationen ausbreiten.
Gruß,
Matthias