FAQ - Agamidae
Physignathus cocincinus
Update: 01.01.2010

Trivialname
Grüne Wasseragme
| Systematik |
| Klasse: |
Reptilien (Reptilia) |
| Ordnung: |
Schuppenkriechtiere (Squamata) |
| Unterordnung: |
Echse (Sauria) |
| Familie: |
Agamen (Agamidae) |
| Gattung: |
Wasseragamen (Physignathus) |
| Art: |
Physignathus cocincinus |
terra typica: Cochinchina, Region um das Delta des Mekong im Süden Vietnams; CUVIER 1829. Die Erstbeschreibung mit genauem Fundort führte zur Namensgebung der Art P. cocincinus aus der Gattung Physignathus
Verbreitungsgebiet: Tropische Gebiete in Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam, Thailand bis Südchina
Größe: Gesamtlänge (GL) 80-100 cm, davon Kopf-Rumpf-Länge (KRL) 20-25 cm.
Temperatur: 25-30°C, Sonneninsel bis 35°C. Zur Nacht etwa 20-25°C. Wasser ca. 25°C.
Luftfeuchtigkeit: durchschnittlich 80-90%
Futter: animalisch (tierische Kost) und vegetarisch (pflanzliche Kost)
Weitere Wasseragamen: (Physignathus lesueurii) und Streifen Wasseragame (Lophognathus).
Verbreitung
unter anderem südlichen Ausläufer des Yunan-Gebirges über Laos, Vietnam, Kambodscha sowie große Teile von Thailand.
Grüne Wasseragamen leben nicht nur auf Bäume, sondern ebenso auf dem Lande, wie auch im Wasser.
Das Klima kann in den Verbreitungsgebieten als tropisch monsunbeeinflusst beschrieben werden, wodurch im Jahresverlauf relativ stabile Temperaturen gegeben sind. Die Jahreszeiten, wie Sommer und Winter werden durch starke Regenfälle in den Monaten Dezember bis April und einen eher trockenen Zyklus in den Monaten Juni bis Oktober geprägt. Frühling und Herbst sind eher kurze Übergangsperioden.

Beschreibung
Der Körper und Schwanz sind abgeflacht. Die Grundfarbe erscheint Hell- bis Dunkelgrün, mit hellen Querstreifen und einer helleren Unterseite. Die Tiere haben über den Rücken bis hin zum Schwanz einen kräftigen Kamm. Der Schwanz zeigt sich mit breiten dunklen Querbändern und oftmals schwarzer Spitze. Er ist seitlich wie ein Paddel abgeflacht, wodurch die Wasseragame sehr schnell schwimmen kann.

[1,0 Physignathus cocincinus]
Geschlechtsmerkmale
Die Grüne Wasseragame ist zur Geschlechter-Unterscheidung im Kloakenbereich anhand der signifikanten Unterschiede, wie Präanal- und Femoralporen zu bestimmen. Sie entwickelt ihre geschlechtsspezifischen Merkmale erst im Alter von 10-18 Monaten. Oft wird behauptet, dass man bei frisch geschlüpften Jungtieren Anhaltspunkte bezüglich auf das Geschlecht findet, dies ist nicht Wissenschaftlich belegt und man kann sich nicht drauf verlassen!
Hingegen gibt es diverse Anzeichen, denn ein männliches Jungtier entwickelt sich in der Regel schneller, wirkt optisch kräftiger und größer gegenüber seinen gleichaltrigen weiblichen Artgenossen. Nur muss man dazu den Vergleich aus demselben Gelege haben, und es gibt auch keine 100% Sicherheit!

[1,0 Physignathus cocincinus - Femoralporen]
Erkennungsmerkmale des Männchens
- Kehle: blau- mittig orange gefärbt
- Kamm: Fransenwuchs
- Schwanzwurzel: Ansatz ist kräftiger
- Femoralporen: erhabene pickelartige Poren
- Gesamtlänge: 80 – 100 cm
- Gewicht: bis 800g
- Korpus: kräftig, hoch und schmal
- Kopf: breit und kantig

[1,0 Physignathus cocincinus]
Erkennungsmerkmale des Weibchens
- Kehle: rosa – weiß
- Kamm: kleine unscheinbare Zacken
- Schwanzwurzel: Ansatz ist schmaler
- Femoralporen: unscheinbare Poren
- Gesamtlänge: 60 – 80cm
- Gewicht: bis 300g
- Korpus: flacher und bauchiger
- Kopf: kürzer und abgestumpft

[0,1 Physignathus cocincinus]
Größe
Schlüpflinge messen vom Kopf bis zur Schwanzspitze 13 - 15 cm GL, wovon die KRL einen Anteil von fünf bis sieben cm hat.
Weibliche Tiere wachsen bis zu einer GL von 90 Zentimetern heran (20-25 cm KRL ), Männchen werden teilweise über einem Meter lang (davon 25-30 cm KRL).
Alter
Die Grüne Wasseragame wird durchschnittlich 25 Jahre alt. Es wurden allerdings schon 27 Jahre alte Tiere in menschlicher Obhut dokumentiert, was wohl stark von der Haltung abhängig ist!
Fortpflanzung
Ein Männchen umwirbt das Weibchen, wobei es auch zu Verfolgungsjagden kommen kann. Sofern das Weibchen Paarungsbereitschaft signalisiert, kann das Männchen den sogenannten „Nackenbiss“ ansetzen und die eigentliche Paarung erfolgt. Das Weibchen legt zur Eiablage eine Art Röhre an, die etwa 10 bis 20 Zentimeter tief ist, und legt bis zu 18 Eier ab. Im Inkubator entwickelt sich ein Gelege bei 24-30°C innerhalb von 67 bis 101 Tagen, bis schließlich die Jungen schlüpfen.
Fortpflanzung
Jungtiere fressen zunächst überwiegend Insekten und andere Wirbellose, wobei man sie gezielt auch an vegetarische Kost führen sollte. Ausgewachsene Wasseragamen gelten dann als Allesfresser, denn zusätzlich zur vegetarischen Kost sind Nagetiere, Vögel, Fische sowie große Insekten und andere Wirbellose im Beutespektrum. Gerade durch ein gutes Klettervermögen können die Tiere Vögel jagen. Da das Wasser in gleicher Weise zu ihrem Lebensbereich gehört, sind sie dort sehr erfolgreichen Fischjäger.
Unter den Bedingungen, wie sie im Terrarium gegeben, sind allerdings einige Grundsätze zu bedenken.
Vegetarisch Kost: Gemäß dem Leben im tropischen Regenwald wird diese Kost reich an Blüten und Blätter sein, was man im Terrarium nachempfinden kann. Die Tiere bevorzugen anscheinend farbige Bestandteile, wie Möhren, diverse Salate und Obstarten. Jedoch ist bekannt, dass gerade süßes Obst, wegen des Fruchtzuckers, eher selten zur Diät der Terrarientiere gehören sollte.
Tierische Kost: Auf dem Speiseplan stehen Grillen, diverse Schaben, Heimchen, Heuschrecken, Rosenkäferlarven, Zophobas, Mehlwürmer, Maden, kleinere Echsen, Schlangen sowie junge Artgenossen, Fisch, Nestjunge Nager und Vögel.
Diese Agamen sind Jäger die auf ein bestimmtes Bewegungsspektrum ihrer Beute eingestellt sind, von daher sollten sie auch im Terrarium so oft wie möglich aktiv jagen und nicht passiv auf eine Fütterung warten. Eine abwechslungsreiche Ernährung, statt viel, ist angeraten, um keine Überfütterung zu erzielen. Diese Vielseitigkeit schafft man leichter, wenn eher kleine Nahrung als ein einzelnes großes Exemplar gewählt wird. Insekten aus dem Fachhandel, eigene Zucht und Wiesenplankton sind als Nahrung möglich. Es sollte auf eine optimale Supplementierung (Link zum FAQ setzen?) geachtet werden.
Verhalten
Wasseragamen sind sehr scheu und reagieren bei Bedrohungen oft mit panischer Flucht.
Ihre bevorzugten Aufenthalts- und Sonnenplätze sind Äste. Jedoch lassen sie sich bei kleinsten Anzeichen einer Gefahr, selbst aus großer Höhe, in das darunter befindliche Wasser fallen. Gegen Feinde jeder Art ist das eine rasche Flucht.
Die Art bevorzugt das Wasser und hat sehr gute Schwimm- und Tauchkünste entwickelt. Selbst bei zweistündlichem Aufenthalt im Wasser sind sie kaum auszumachen, da nur Nasenspitze aus dem Wasser schaut.
Grüne Wasseragamen bevorzugen das Leben in kleine Gruppe, zu der ein Männchen und mehrere Weibchen gehören, was auch im Terrarium anzustreben ist.
Charakter
Wasseragamen sind gutmütig und nicht aggressiv. Sie haben ein individuelles Verhaltensspektrum, was als unterschiedliche Charaktere und Launen bezeichnet werden kann. Eine Gewöhnung an eine Bezugsperson ist eindeutig vorhanden, wogegen sie ihnen fremde Leute mit Zurückhaltung begegnen.
Bei einer manuellen Fütterung zeigt sich ihre Gutmütigkeit, denn sie versuchen mit der Zunge langsam die dargereichte Nahrung zu erlangen.
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