gerade die Winteruhe ist wohl das häufigste Fragethema hier im Bereich.Ich habe mal eine kleine Liste zusammengestellt die ein paar Fragen sicher beantwortet und etwas Hilfestellung gibt.Es sind eigene Erfahrungen und Dinge die sich mit der Zeit bewährt haben...es ist für niemanden bindend!
Natürlich versuche ich neu Fragen mit einzubinden so das die 347,8 Threads [big
] bezüglich des Winterschlaf verschwinden.Wenn trotzdem Fragen auftreten.....einfach Fragen.
gruß mac
Welche Tiere kann/soll ich in den Winteruhe schicken?
Grundsätzlich ist die Winterruhe bei allen gesunden adulten Tieren ohne Probleme durchzuführen. Auch für scheinbar zurückgebliebene, magere Tiere - nicht krank – ist ein Winterschlaf ratsam. Die Tiere fahren Ihren Stoffwechsel herunter, der Körper regeneriert sich.
Besonders sollten hier Jungtiere behandelt werden. Aus Erfahrung fressen diese meist den ersten Winter unvermindert weiter. Dann sollte man auch Futter reichen bis zur Sättigung.
Tiere die ein halbes Lebensjahr erreicht haben könne bei ausreichenden Ernährungszustand ebenfalls ohne Probleme kalt überwintert werden.
Bei Jungtieren unter einem halben Jahr tritt meist keine Winterruhe ein, falls doch sollte man eine abgeschwächte Winterruhe oder eine kurze aber kalte Überwinterung anwenden.
Wie leite ich eine Winterruhe ein ?
Im Spätsommer beginnt vermehrt die Ruhephase der adulten Tiere. Sie bleiben häufiger in Ihren Höhlen und die Futteraufnahme wird reduziert.
Oft kann es sein das sie bereits im August/September längere Zeit in ihren Verstecken bleiben. Die Tiere sollten nicht gewaltsam entfernt werden. Dies ist eine Ruhephase vor dem Winterschlaf. Man versucht durch ständige Futtergabe den vollkommenen Rückzug bis in den Oktober / November herauszuziehen.
Die Einleitung beginnt mit Reduzierung der Futtermenge, was die Tiere dann bereits von allein regeln. Man reduziert nun über einen Zeitraum von 2 Wochen Beleuchtung und Temperatur! Die Tiere stellen ihr Bewegungen vollkommen ein und verbleiben in ihren Verstecken. Der Darm der Tiere sollte leer sein, was sich nach 2 Wochen der Temperatursenkung meist von allein erledigt.
Jetzt werden die Tiere aus ihren Höhlen/Verstecken entfernt....behutsam! Sie regieren meist kaum mit Bewegung da sie völlig kühl sind.
Jetzt badet man die Tiere in warmen Wasser z. B. Badewanne, dies dient auch nochmals zur Aufnahme von Wasser. Die Tiere reagieren am Anfang eventuell hektisch, dies legt sich nach kurzer Zeit im Wasser und sie beginnen zu trinken. Die Tiere nun noch mal unter einen Wärmespot stellen und sie abtrocknen lassen. Sie sollten aber keine Möglichkeit haben sich wieder zu verstecken.
Welches Gefäß zur Überwinterung ?
Die nun trocknen Tiere werden in eine handelsübliche Heimchenbox gelegt. Dort kommt vorher etwas Zeitungspapier rein. Die Dosen sollten mit Datum versehen werden. Auch das Gewicht kann man mit einer Küchenwaage zu Beginn dokumentieren. Die Dosen reichen auch für adulte Tiere. Sie überwintern in kleinen Hohlräumen in der natur und benötigen nicht mehr Platz. Die Tiere sind nun bereit für eine kalte Überwinterung bei 8-10°.
Wo überwintere ich meine Tiere ?
Der Ort sollte dunkel, ruhig und eine möglichst konstant kalte Temperatur haben. Ein kleiner regelbarer Kühlschrank oder Kellerräume stellen die Beste Möglichkeit dar.
Vorab sind dort Min. / Max Temperaturen zu überprüfen!!!
Was ist während der Winterruhe zu beachten ?
Alle 3-4 Wochen öffnet man die Dosen kurz zum Gasaustausch und schaut ob alles normal ist. Das Gewicht kann man hier auch ständig überprüfen wenn man es möchte. Die Tiere sollten sonst nicht weiter gestört werden, es heißt ja Winterruhe!
Wie lange überwintere ich ?
Adulte Tiere sind 2 ½ bis 3 Monate zu überwintern. Auch gut genährte Jungtiere können problemlos 2 Monate überwintert werden.
Magere Tiere oder auch zurückgebliebene kann man bereits nach 1- 1 ½ Monaten wieder aus dem Winterschlaf holen. Der Körper ist weitestgehend regeneriert und erholt.
Was mache ich mit Jungtieren ?
Bei Jungtieren ist es empfehlenswert eine abgeschwächte Winterruhe bei einer Raumtemperatur von ca. 15-18° im Terrarium oder ähnlichem durchzuführen. Meist genügt eine 4 wöchige Pause um danach mit Wärme und Licht den Fressreiz wieder anzuregen.
Was passiert nach der Winterruhe ?
Man arbeit nun genau entgegensetzt der Einleitung. Die Tiere werden aus ihren kühlen Räumen genommen und erst einmal 2 Tage bei Raumtemperaturen in den Dosen belassen.
Man kann sie auch einfach ins Terrarium inklusive der Boxen stellen.
Es empfiehlt sich dann einen schwachen Spot anzumachen und den Tieren die Möglichkeit zu geben sich aufzuwärmen. Einfach die Boxen öffnen...die Tiere kümmern sich meist!
Nun fährt man Temperatur und Licht wieder langsam hoch......
Nach 1 bis 1 ½ Wochen sollte die volle Lebhaftigkeit da sein. Futter täglich anbieten!!! Wenn Hunger da ist fressen sie, auch dies kann schon mal 3-4 tage dauern.
Verklebte Augen nach der Winterruhe ?
Manchmal kommt es vor das ein Tier die Augen nicht direkt öffnen kann. Gib ihm etwas Zeit, nach 1-2 Stunden sollte es klappen. Falls nicht nimmst du lauwarmes Wasser und ein Wattestäbchen. Dann das Auge vorsichtig bestreichen.....das warme Wasser wirkt Wunder!