Überwinterung
Vorbereitung / Einführung / Problematik
(Update: 29.01.2011)Die Überwinterung von Agamen ist ein oft behandeltes Thema, welches viele Fragen und Probleme aufwirft die ich hier größtenteils zu beantworten versuche.
Vorbereitung
Kotproben- Selbst einschicken - http://www.exomed.de/
- einem reptilienkundigen Tierarzt die Proben übermitteln
- einem Tierarzt die Proben übermitteln, welcher sie einschickt. Die Ergebnisse erhält man entweder telefonisch oder per Brief (2-5 Tage danach)
2-3 Monate vor der Winterruhe werden 2 Kotproben eingeschickt. Nicht in jeder Kotprobe sind Endoparasiten oder deren Eier enthalten, sie werden schlichtweg nicht immer ausgeschieden.
Die Kotproben so frisch (direkt nach dem Absetzten des Kotes) wie möglich zu entnehmen und einzuschicken, oder einem TA zu übermitteln.
Gesundheitszustand-
Nur gesunde Agamen sollten überwintert werden!
- Hüftknochen sind zu erkennen;
- Haut liegt faltig und beim Verschieben gleitet sie nicht in die Ursprungsposition zurück;
- Kopf hebt sich extrem vom Körper ab, d.h. er ist viel breiter als der übrige Körper,...
D. h. genügend Fettreserven müssen vorhanden sein (siehe Verdickung am Schwanzansatz), keine Häutungsreste und frei von Ekto- wie Endoparasiten sein.
Abmagerung:
Ernährung: Zwei Wochen vor der Winterruhe wird die Futtergabe komplett eingestellt (Futtertiere/-pflanzen entnehmen). Die Tiere haben somit noch Zeit das Futter zu verdauen und den Kot ab zusetzten (quasi 'auskoten').
Wenn dies nicht geschieht kann es - muss aber nicht - zu einer Fäulnisbildung im Magen/Darm führen, was im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führt.
Unterschlupf-
Den Tieren muss eine dementsprechend geräumige Höhle, Korkrinde oder eine größere Pflanze - hinter der sie sich verstecken/graben können - angeboten werden.
Viele Agamen nehmen diese Verstecke nicht an, sondern graben sich eigene Höhlen. Ein grabfähiges Sand/Lehm Gemisch ist notwendig.
Beleuchtung-
Die Beleuchtungsdauer wird von August bis Dezember reduziert und im Terrarium kühlt es ab. - Siehe Beleuchtungsdauer
Anzeichen
- Die Tiere werden von Tag zu Tag träger, stellen von sich aus die Nahrungsaufnahme ein und suchen Versteckmöglichkeiten.
Sie graben nach geeigneten Stellen und/oder ziehen sich in Unterschlüpfe zurück wo sie überwintern.
Es können eigens angefertigte oder gekaufte Unterschlüpfe wie zuvor erwähnt (Höhlen, Rindenstücke, Kork,...) angeboten werden. Darauf zu achten ist, dass der Eingang klein und für sie leicht verschließbar ist. Auch der Rückenkontakt mit der Decke des Verstecks sollte nicht verwehrt bleiben.
Die Winterruhe
- Die Tiere halten eine 6-8 wöchige Winterruhe. Die Temperaturen können um die 6-10°C betragen.
Werden die Agamen bei Temperaturen von 17° C oder wärmer überwintert, kann es zu einem frühzeitigen Erwachen und gestörter Überwinterung kommen.
Beleuchtung: Nach und nach wird die Beleuchtung reduziert. Um den natürlichen Tag und Nacht Rhythmus zu wahren reicht ein einzelnes Leuchtmittel aus.
und danach...-
Nach der Winterruhe wird die Beleuchtungsdauer wieder langsam gehoben, Spots dazu geschalten wodurch sich das Terrarium auch wieder erwärmt.
Erst nach einigen Tagen oder Wochen werden die Agamen erwachen und ihr Versteck verlassen. Sie sind anfangs starr und verweigern oftmals in den ersten Tagen das angebotene Futter. Dennoch wird immer Nahrung wie Wasser angeboten.
Sie werden sich ausgiebig sonnen und rasch aktiver. Anschließend folgt die Paarungszeit wo sie aufgeweckt durch das Terrarium springen und rennen.
Nach der Winterruhe wird eine weitere Kotprobe entnommen und untersucht.
Winterruhe bei Jungtieren?
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Oft wird über die Überwinterung von jungen Agamen (1-4 Monate) diskutiert.
In der Natur haben die Jungtiere nicht die Möglichkeit sich dies auszusuchen. Hierbei sterben die schwachen und kranken Tiere (natürliche Selektion).
Ein gesundes und gestärktes Jungtier kann problemlos in die Winterruhe überführt werden. Zur Sicherheit kann man diese kürzer ausfallen lassen (wenige Wochen bis ein Monat). Ich empfehle auch bei jungen Agamen eine Winterruhe.
PROBLEMATIK
Von 2 Agamen geht eine nicht in die Winterruhe-
Der natürliche Instinkt signalisiert den Agamen - bei passenden Bedingungen - in die Winterruhe zu gehen.
Es kann vorkommen, dass aus verschiedenen Gründen ein Tier diesem Zyklus nicht folgt, stattdessen aktiv und wach bleibt.
Die Beleuchtung wird trotz dessen heruntergefahren. Eine Spot Lampe sollte jedoch für dieses Tier vorhanden sein (oder eine Seite des Terrariums wird ausreichend beleuchtet) wie auch Nahrung. Die Tiere können auch getrennt und die zu überwinternde Agame separat in einer Box überwintert werden.
Agamen gehen überraschend in die Winterruhe-
Viele Agamen gehen früher in die Winterruhe als geplant. Besonders im ersten Jahr der Haltung, kann dies für einen überraschend geschehen. Wenn möglich werden noch 1-2 Kotproben eingeschickt und das Nahrungsgabe eingestellt.
Ist das Tier ernsthaft erkrankt oder nicht überwinterungsfähig, muss es zuvor behandelt werden und eine verspätete Winterruhe wird eingeleitet.
Das A und O einer erfolgreichen Überwinterung ist eine gewissenhafte und vorzeitige Vorbereitung.
Gezeichnet: Melina Baurecht (Username: dark_beauty_)