seit einigen Tagen habe ich ein altes Projekt wieder aufgenommen. "Das perfekte Terrarium".
Die technischen Komponenten (Beheizung, Bewässerung etc.) lass' ich hier komplett beiseite, da sie zur Planung zum Bau des Terrariums nichts beitragen. Auch die Maße sind in diesem Fall eher unwichtig. Generell geht es darum, dem typischen Terrarium aus dem "Steinzeitalter" den Kampf anzusagen:
Die Eigenschaften
- Gute Isolation
- Witterungsbeständig (Innen)
- Reptilien-/Insektenfreundlich (keine Giftstoffe etc.)
- UV Beständig (Innen und Außen)
- Wasserdicht (Unten)
- Optimale Belüftung
- Kein Beschlagen der Scheibe/n
Die Umsetzung
Alle hier genannten Informationen sind keine Fakten! Ich habe sie selbst im Internet recherchiert und kann deswegen nicht ihre Richtigkeit garantieren. Diesbezügliche Korrekturen sind sehr erwünscht!
Gute Isolation und gleichzeitig Witterungsbeständigkeit (Innen) kriege ich durch 2cm dicke Styrodur-Platten hin. Diese bilden die inneren Wände. Außen kommen dann noch MDF Platten als Verkleidung hin. Diese sind (für den Fall, dass doch etwas Feuchtigkeit durchkommt) nicht gleich hinüber und sehen von außen auch relativ (Geschmacksache) gut aus.
Das Styrodur ist zwar an sich witterungsbeständig und ungiftig, allerdings nicht UV-Beständig. Deswegen werde ich zusätzlich noch Epoxidharz auftragen.
Um den unteren Teil, welcher mit Erde aufgeschüttet wird, wasserdicht zu kriegen, werde ich eine Art "Wanne" bauen. Dafür könnte ich Platten aus Glas (sehr teuer) oder PVC Hartschaum (etwas günstiger) verwenden, welche ich dann mit Silikon verklebe. Die ganze Konstruktion wird dann innerhalb des isolierten Terrariums eingebaut.
Um eine optimale Belüftung zu erreichen, baue ich unten an der gesamten Front ein Lüftungsgitter (wie von herkömmlichen Terrarien bekannt) ein. In den oberen Ecken jeweils ein 15cm aktiver Lüfter, der die Luft nach oben hinaus bläst. Bei niedriger Geschwindigkeit entsteht da auch kein Zug und eine komplette Umwälzung der Luft ist in Kürze erreicht.
Das Terrarium hat in meinem Fall übrigens 3 geschlossene Seiten. Nur vorne wird Glas eingesetzt. Und damit kommen wir zum "Ding der Unmöglichkeit":
Ich habe eine Version mit Isolierglas (also Doppelglas) entworfen. Damit sollte ein Beschlagen der Scheibe der Vergangenheit angehören. Die Kosten für diese Scheibe wären im ertragbaren Rahmen. Das Gewicht (+/- 5 kg) wäre zu tragen. Einen Rahmen für diese Scheibe würde ich schon irgendwie hinkriegen. Doch jetzt kommt der Haken: In der Glaserei meinte der Händler eben zu mir, dass mir das Isolierglas für diesen Zweck nichts bringt, außer dass es weniger Wärmedurchlässig ist. Denn bei einer Temperatur von 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von 70-80% im Terrarium und einer Temperatur von 21°C und einer Luftfeuchtigkeit von 40-50% im Zimmer, würde er nicht garantieren, dass das Isolierglas nicht beschlagen würde. Anfangs habe ich an der Kompetenz des Händlers gezweifelt, weil er mich eh schon auf dem Kieker hatte, da "Tiere in die freie Wildbahn und nicht ins Terrarium gehören" (angeblich wäre ich "kriminell und sollte selbst weggesperrt werden") aber nach kurzer Recherche im Internet bin ich auf folgendes Dokument gestoßen: Lies mich (PDF)
So wie ich das verstanden habe, kommt dieses Beschlagen allerdings nur bei extremen Temperaturunterschieden mit entsprechender LF vor. Und das kann ich mir bei meinen Daten nun wirklich nicht vorstellen. Oder lieg ich falsch und der Titel des Themas trifft voll und ganz zu?
Das Modell
(Nicht im Bild: Tür mit Isolierglas wird nach unten geöffnet. (Siehe Scharniere))
Braun: MDF-Holzverkleidung
Blau: Wasserdichte "Wanne"
Weiß: Styrodur
Rot: Stabile Träger für die Tür
Grün: Scharniere für die Tür
Des weiteren noch ein paar Fragen
- Sind PVC Hartschaum-Platten wirklich wasserdicht? Im Internet liest man dazu alles mögliche. Im Baumarkt konnte man mir dazu auch keine wirkliche Auskunft geben.
- Falls nein oder jein; Alternativen sind gerne gesehen. Benötigt wird einfach ein hartes Material, welches wasserdicht, ungiftig, möglichst günstig und in einer Stärke von 5-10mm zu kriegen ist.
- Ist die Wanne wirklich notwendig? Alternativ könnte ich unten auch nochmals eine Styrodur-Platte einbauen. Immerhin lass ich die Erde ja nicht mit Wasser volllaufen. Aber feucht wird sie immer sein, vor allem weil ich auch echte Pflanzen einsetzen möchte. Und da ich an den Rändern der Erde nichts sehen kann, wäre mir eine wasserdichte Variante dann doch lieber, als das Risiko einzugehen, dass mir das Styrodur wegfault, ohne dass ich was davon mitkriege.
- Wie eignet sich Styrodur als Baumaterial? Günstig ist es allemal und inzwischen liest man ja auch schon recht häufig etwas über reine Styrodur (Feuchtraum-) Terrarien. Aber stimmen alle Angaben? Witterungsbeständig, ungiftig etc.? (Laut eigener Recherche: Ja)
- Hält das Styrodur + MDF Platten die Belastung des Technikkasten's aus? Da ich bisher noch nie ein Terrarium gebaut habe, weiß ich nichtmal, auf wie viel KG so ein Technikkasten mit ausreichender Beleuchtung und Beregnungsanlage kommt. Alternativ müssten in den Ecken noch vertikale Träger herhalten.
- Welches Material kann ich für die Träger (Rot) verwenden, dass es die Scharniere (Grün) mit der schweren Tür hält? Massives Holz wäre zwar eine Möglichkeit - aber es handelt sich halt um ein Feuchtraumterrarium und das Holz würde es mir sofort verziehen oder so. Und Metall kommt im Einkauf und in der Verarbeitung m.E. zu teuer.
Ich freue mich auf eure Antworten, sowie über jegliche Art von Kritik. Falls es Unverständlichkeiten geben sollte, bitte ich darum, mich darauf hinzuweisen.
Viele Grüße
Benny
Jetzt muss ich echt überlegen, wie ich vorgehen soll. Doppelglas zu verarbeiten ist wegen des Gewichtes für mich wirklich eine Herausforderung. Und wenn sich das nichtmal ausbezahlt, überleg ich mir schon, ob sich die ganze Arbeit lohnt. Andererseits würde es halt auch hervorragend isolieren - und ohne Isolierglas würde sich wohl auch das Styrodur kaum lohnen, weil die ganze Wärme eh vorne entwichen würde.