RE: HQI Brenner Lichtfarbe
Hallo,
Auf der oben verlinkten Seite sind einige Halbwarheiten ohne ausreichende Begründung zu finden, sowas ist immer mit Vorsicht zu genießen, aber ich will hier jetzt nicht über bewiesene Tatsachen(z.B. die Oberflächentemperatur der Sonne, die keineswegs zwischen 5000 und 6900K schwankt, sondern konstant bei etwas 5800K was ca. 5500°C entspricht, liegt; die spektrale Zusammensetzung des Lichts usw..) diskutieren. NDL und D,also 4200K-5200K sind beide geeigent zur Beleuchtung, bei NDL gibt es sogar noch den Vorteil, dass man hier Brenner mit Ra-Werten von über 90% kaufen kann, bei Daylight gibt es nur 8xx Brenner. DIe HCI/CDM "NDL" haben außerdem eine nochmals stark erhöhte effektive Lichtausbeute von ca. 95-100lm/W gegenüber den HQI Brennern mit meist nur 75-85 lm/W. NDL ist also schon allein auf Grund dieser Tatsache gegenüber D zu bervorzugen.
@NBKDarmok:
Sehr interessanter Test, den du da ausgeführt hast, damit sowas aber auch richtig glaubwürdig ist, bräuchte man schon noch ein paar Angaben mehr.
Unterscheiden sich die beiden Bereiche des Terrariums nur in der Farbtemperatur, oder waren auch weitere Unterschiede z.B. Temperatur, mehr Schatten, Vorzugsplätze usw. vorhanden.
Verstehe mich bitte nicht falsch, ich halte das prinzipiell durchaus für glaubhaft, nur muss man dann eben auch die Umgebungsbedingungen usw. vollständig erläutern. Ich würde Phelsumen übrigens nicht als heliophil bezeichnen, sicher freuen sich auch diese Geckos über einen schönen, auch naturnahe Helligkeit aufweisenden, Sonnenplatz, aber sind sie deshalb gleich heliophil?
Ich habe bei mir auch schon einiges ausprobiert, angefangen von Vergleichen zwischen den oftmals als "spitze" bezeichneten T5 Biolichtröhren(960), Biovital(955) und gewöhnlichen, noch bezahlbaren, 8xx Röhren und konnte da beispielsweise bei meinen Uromastyx nie nennenswerte Unterschiede feststellen.
Auch den Vergleich zwischen NDL und D, hier muss man aber fairerweise sagen, HCI gegen HQI, mit zwei baugleichen Strahlern im gleichen Abstand und gleicher Leistung habe ich über einen Zeitraum von einem halben Jahr ausprobiert und konnte hierbei nie irgendwelche Unterschiede feststellen, dass die Tiere einen Bereich bevorzugen würden.
Auf einem Sonnenplatz, setzte ich z.B. eine 70W CDM-R Spot "NDL" ein, die morgens um 10 bis mittags um 16Uhr in Betrieb ist und dann von einer, den gleichen Punkt beleuchtenden CDM-R "WDL" 35W ersetzt zu werden. Auch hier kann ich keine Unterschiede ausmachen, obwohl WDL meines Wissens keine Ra-Werte vom 90 und höher erreichen. Die Tiere müssten den WDL Spot nicht annehmen, da sie gleichzeitig immer noch die Möglichkeit haben, sich unter einem weiteren NDL Strahler aufzuwärmen. Das tun sie aber nicht, bzw. nur sporadisch mal.
Auch sollte man WDL, also 3000K Farbtemperatur, nicht gleich als ungeeignet bezeichnen, ja nach Uhrzeit, z.B. am späten Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang lassen sich auch in freier Natur solche Farbtemperaturen vorfinden. Außerdme hatte, bevor HQI/HCI usw. für die Terraristik zur Verfügung standen eigentlich jeder auf gewöhnlich Glühlampen und Halogenlampen zurückgreifen müssen, und diese liegen als Temperautrstrahler noch unter 3000K. Viele Reptilienhalter setzen zwar mittlerweile HQI und HCI Strahler der reinen Lichtmenge wegen ein, aber die wenigsten nutzen sie auch als Sonnenplätze, sondern greifen dann doch doch lieber wieder auf oben genannte Temperaturstrahler zurück. Somit müssen sich die Tiere nach wie vor oftmals unter relativ niedrigen Farbtemperaturen und auch Luxwerten aufwärmen, während rings herum dann 1000-2500K mehr vorherrschen.
Deshalb verstehe ich nicht, wieso generell von WDL Brennern abgeraten wird, sich aber andererseits bei Glüh- und Halogenfunzel niemand an deren unnatürlichen Farbtemperaturen stört.
Meiner Meinung nach, sind von WDL bis D, und hier auch ruhig noch bis 5800K als Obergrenze, allle Werte gleichermaßen geeignet, darüber simuliert man einen wolkenverhangenen, in ein schlecht Wettergebiet übergehenden Himmel, und das ist zumindest für heliophile Halbwüsten- und Wüstenbewohner(Uromastyx, Pogona, Dipsosaurus, Sauromalus usw.) auch völlig unnatürlich.
Niemand wird die Schwankungen, denen die Luxwerte und auch die Kelvinwerte des natürlichen Sonnenlichts im Tagesverlauf unterliegen im Terrarium realistisch nachahmen können, der technische Aufwand wäre da viel zu groß.
Gruß Andi