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AndyB Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 12. Dezember 2004

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Spessart

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1

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:03

Hadogenes

Hallo zusammen,
bin seit kurzem Besitzer eines Hadogenes bicolor Päarchens. Hat jemand Erfahrung mit diesen Tieren? Bin über jede Info dankbar!

Rosi Weiblich

Mitglied

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2

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:04

Hallo Andy,
was möchtest du denn wissen?

Ein Hadogenes bicolor, braucht ein Wüstenterrarium mit Klettermöglichkeiten.
Temperaturen sollen einen Spitzenwert bis 40°C erreichen(unter einer Steinplatte unterm Spot, nicht überall!)
Die Grundtemperatur des Beckens sollte 28°c betragen.
Eine Nachtabsenkung minimum auf Zimmertemperatur oder niedriger.
Die Beleuchtungsdauer ist 12 Stunden.
Die gesetzlichen Minimumwerte sind für ein Tier 40x30x30.
Als Futter sind Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Zophopas, Schaben, Mehlwürmer.
Mäuse nur selten, so 2x Jahr, da bei häufiger Fütterung von Mäusen,
die Tiere nach einiger Zeit Nährstoffmangel haben und dadurch Häutungsprobleme, die bis zum Tot führen.
Hadogenes bicolor ist sehr trockenheitsliebend,trotzdem muss eine Wasserschale im Terrarium stehen; aber bitte nur alle zwei Wochen füllen und dann austrocknen lassen.
Ein ständiger Zugang zu Wasser führt zu ernsten Gesundheitsschäden.
Kennzeichnend für Hadogenes spp. sind schlanke Metosoma("Schwanz"), die um einiges länger sind als Mesasoma(Körper)
Hadogenes Bicolor neigt zur Partenogenese (Junferngeburt)

Grüsse,
Rosi

AndyB Männlich

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3

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:05

Hi,
ja dann hab ich bis jetzt alles richtig gemacht. War mir wegen den Temperaturen nicht ganz sicher, da ich gelesen habe dass Hadogenes unter 35° nicht fressen würden!? Wird bei der Größenangabe von ca. 20 cm nur der Körper gemessen oder bis zum Stachel?

Rosi Weiblich

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4

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:05

Hallo Andy,
20 cm ist GL gemittelt , adult; kann auch etwas grösser werden .
0.1 hat 1/2 Metosoma, 1/2 Mesasoma
1.0 bis zu 2/3 ; 1/3.
Grüsse,
Rosi

AndyB Männlich

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5

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:06

Hallo Rosi,
danke für deine Infos. Pflegst du selbst Hadogenes? Wenn ja, Einzel- oder Paarhaltung? Hast du noch mehr Skorpione oder andere Wirbellose? Noch was zu den bicolor: wie oft fütterst du? Stellt sich bei den Skorpionen auch eine Fresspause ein wenn Häutungen anstehen? Wie oft häutet sich ein Skorpion?

Rosi Weiblich

Mitglied

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Wohnort: Belgien

6

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:07

Hallo Andy,
du kannst Hadogenes bicolor in Paarhaltung halten , musst sie aber trennen wenn das trächtig ist(Trächtigkeitsdauer etwa 18 Monate,
danach bleiben die kleinen noch bis zu einem Jahr beim Weibchen; nach der ersten Häutung fressen sie selber, bis dahin leben sie auf "Reserven".
Bei Paarhaltung muss das Terrarium grösser sein!

Futter , in einer Woche +- 2 grosse Heimchen oder equivalent in Heuschrecken; hin und wieder machen sie eine Fresspause von 3-5 Monaten.
Ein hungriger Scorpion läuft mit erhobenen ,nach vorn gerichteten, geöffneten Maxillipalpenscheren umher ;der Stachel ist angelegt.
Treffen sie auf Futter reagieren sie blitzschnell.

Ich hatte etwas zum Terrarium vergessen: Der Bodenbelag muss 10-15cm dick sein; Wüstenbewohner graben sich ein, wenn es zu warm wird; zieht sich dein Scorpion zusammen oder liegt auf dem Rücken musst du sofort eingreifen ; er ist dann meist überhitzt; richte darum auch eine "Abkühlzone" im Terrarium ein; dann kann er in der glühenden Sonne sitzen ,muss aber nicht.
Bei guter Versorgung werden sie 8-10 Jahre alt.
Bei Schiebetüren bitte Schloss verwenden!Besser Falltürsystem.
Wenn sie einmal wissen ,wie die Schiebetüre aufgeht, werden sie öfter Ausflüge machen!

Grüsse,
Rosi

Melle Weiblich

Mitglied

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7

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:07

Ist ja der Hammer! Sind diese Tiere so klug? Haben sie denn so viel Kraft eine Schiebetür aufzuschieben? Finde das sehr interessant!

arthro Männlich

Mitglied

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Status: Züchter

8

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:09

Hallo,

Mir sind keinerlei gesetzlichen Bestimmungen für die Haltung von Wirbellosen bekannt. Warum sonst dürfen Hummer bei lebendigem Leib in kochendes Wasser geworfen werden?
Rein theoretisch kann einem niemand etwas anhaben wenn man die Tiere in Heimchendosen hält. Vertretbar ist das meiner Meinung nach allerdings auch nicht.

Neu ist mir auch, dass Skorpione Nährstoffmangel erleiden wenn man sie nur mit Mäusen füttert. Ich denke Mäuse haben ein viel höheren Nährstoffgehalt als Heimchen und CO. Lasse mich aber bei einer verlässlichen Quelle gerne eines besseren belehren.

Ich halte seit 8 Monaten zwei Hadogenes sp. Konnte bei beiden noch nie ein Kletterbedürfnis oder ein Grabbedürfnis feststellen. Die Tiere verkriechen sich in der Natur zwischen Felsspalten und warum sollten sie dann graben sollen? Mal abgesehen davon verlassen Spaltenskorpione wenn sie erstmal ein passendes Versteck gefunden haben äusserst selten dasselbige. Es wird bei bicolor-Weibchen von jährlich 10 Ausflügen berichtet.

Von Paarhaltung wurde mir bislang auch von allen Seiten abgeraten, da Hadogenes sp. innerartlich sehr agressiv sein sollen. Ich habe es deshalb auch noch nie versucht.

Zusätzlich muss ich noch sagen, dass Skorpione nicht lernfähig sind. Sie können zwar als Jungtiere lernen wie sie welches Beutetier am besten überwältigen aber mehr ist da nicht drin. Es kann schon sein, dass sie die ungesicherten Schiebetüren irgendwann einmal aufbekommen werden dann aber nicht permanent auf einen ruhigen Moment warten um dann zu flüchten. Das sie die Scheiben aufbekommen ist wohl eher Zufall.

Soviel zu dem Thema.

[EDIT] Zudem sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass Hadogenes sp. (Tansania) sehr sehr oft fälschlicherweise als Hadogenes bicolor verkauft wird. War bei mir auch der Fall. Wenn dein Tier gelbe Streifen auf dem Mesosoma hat ist es kein bicolor sondern eben dieser Hadogenes sp. (Tansania).

AndyB Männlich

Mitglied

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Status: Halter

9

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:10

Das mit den Mäusen konnte ich mir auch nicht vorstellen. Denk die Abwechslung machts. Einseitige Ernährung soll ja eh nicht so gesund sein!
Zwecks Paarhaltung hatte ich bis jetzt noch keine Probleme. Momentan liegen sie fast nebeneinander in ihren Ritzen.
Wie du schon gesagt hast machen sie so gut wie keine Ausflüge und gegraben haben sie auch noch nicht.

arthro Männlich

Mitglied

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Wohnort: Trossingen City

Status: Züchter

10

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:10

Hast Du schon Bilder von den Tieren?

Rosi Weiblich

Mitglied

Registrierungsdatum: 12. Dezember 2004

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Wohnort: Belgien

11

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:11

Hallo Arthro,
komme gerade erst aus dem Urlaub und antworte darum erst relativ spät.
In Belgien gibt es Vorschriften für das Halten von Skorpionen; bei Tieren zum Verzehr z.B. Hummer gelten andere Vorschriften als für Terrarien /Aquarientiere zur privaten Haltung, als Haustier; es gibt auch Leute, die Hummer als Haustiere halten(ich habe jahrelang Hummer gehalten :],als Haustier)
Es gibt Minimumanforderungen nach Mahsberg ist das 40x30x30 für ein Pärchen Hadogenes bicolor. Was ich allerdings für viel zu klein halte!Wie will man bei den Abmessungen einen Felsaufbau mit verschiedenen Verstecken machen und noch ausreichend Bodengrund, Temperaturzonen etc?und dann noch für ein Pärchen?(Weibchen müssen in jedem Fall bei einer Trâchtigkeit getrennt werden)

Wenn man ständig Mäuse verfüttert fehlen den Tieren bestimmte Basisstoffe um ihr Exoskelett zu bilden , dementsprechend können sie nicht meht Hâuten und verenden.(jede einseitige Ernährung ist ungesund und führt zu Nährstoffmangel, in der Natur ernähren sich die Tiere von verschiedenen Insekten etc ,; leider wird in Gefangenschaft oft fast keine Abwechslung im Futter angeboten ; das ist allerdings nicht bei allen Scorpionhaltern der Fall)

Hadogenes bicolor gräbt normalerweise NICHT! Nur bei extremer Überhitzung durch Haltungsfehler muss das Tier die Möglichkeit haben sich zu retten; dafür der Sand.
Da die angebotenen Terrarien fast immer zu klein sind, kann einen Temperaturschwankung nicht ausgeglichen werden ; die nötigen verschiedenenTemperaturzonen sind häufig nicht existent!
Bei Hadogenes bicolor verlassen die Weibchen fast nie das Versteck, die Mânnchen allerdings wohl.(natürlich nicht jeden Tag)

Paarhaltung ist immer nur zeitlich möglich(ab der Trächtigkeit muss das Weibchen allein gehalten werden, bis nach der "Aufzucht" .(da die Trächtigkeit schon 18 Monate dauert , braucht man immer zwei Terrarien ; plus evtl eins ,für die Nachzucht= drei Terrarien

Mir sind persönlich verschiedene Fälle von "Zimmerausflügen" von Pandinus Imperator bekannt; darum den Verweis auf das Terrarienschloss oder Falltürsystem.
Das hat nichts mit lernen etc zu tun , sondern oft mit einer schlechten Türkonstruktion, oder offenen Spalten, zu leichten Fenstern etc.
In Belgien ist ein Schloss bei Schiebetür-terrarien verpflichtet; ohne Schloss mûssen die Tiere in einem extra Raum gehalten werden, der abschliessbar ist; dieser Raum darf nicht als Wohnraum genutzt werden(gleiche gilt für alle potentiell giftigen Tiere)

Viele Hadogenes bicolor sind eigentlich Troglodytes.

Grüsse,
Rosi

arthro Männlich

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12

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:12

Gilt dieses belgische Gesetz denn auch tatsächlich für Hadogenes sp.?

Ich meine sein Gift ist ja um einiges harmloser als das einer Wespe. Da können wohl sogar einheimische Hausspinnen mit konkurrieren schätze ich.

Rosi Weiblich

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13

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:13

Hallo Arthro,
das Gesetzt gilt für alle potentiell giftigen Tiere.
(wobei ich natürlich weiss, das Hadogenes bicoloris da eigentlich nicht echt drunter gehört)
Wenn man Bienen oder Wespen Im Haus halten möchte, gehe ich davon aus, das die Verordnung im Zweifelsfall auch gûltig sein muss.
(ein Imker braucht eine Genehmigung)
Da es bei einer Kontrolle nicht immer deutlich ist, um welches Tier es sich wirklich handelt(viele Tiere haben keine Papiere ), nehmen wir immer das sichere fürs Unsichere.(vor allem bei Scoprionen werd fast alles was irgentwie dunkel ist als Pandinus Imperator "auf den Markt geschmissen".)
Entschuldige den Ausdruck, aber in vielen Läden wissen die Eigentümer gar nicht was geliefert wurde , sicher bei Wildfängen (darum ist der Ruf der Scorpione oft schlecht und werden sehr viele Tiere nicht alt )
Seit Januar gibt es eine Art "Reptilienführerschein", in Deutschland heisst das glaub ich Sachkundenachweis.
Ziel ist in Kürtze diesen Nachweis für alle Terrarien-Tiere zu verpflichten(Reptilien ,Amphibien, Insekten ..)
Ich kenne jetzt schon verantwortungsbewuste Züchter, die "Gifttiere" nur nach Prüfung der Person abgeben.(alle "Gifttiere "sind meldepflichtig; leider werden nicht alle gemeldet; ich finde Gifttiere übtrigens ein fürchterliches Wort)
Ich finde nicht alle Tier sind für jeden Halter geeignet.
Grüsse,
Rosi
man braucht übrigens für alle potentiell giftigen Tiere eine Milieugenehmigung Klasse 2 (in manchen Gemeinden ist für leicht giftige Klasse 3 genug; Haltung kann ünberprüft werden)

AndyB Männlich

Mitglied

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Wohnort: Spessart

Status: Halter

14

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:13

Ja, stehen auf unserer Homepage. Werd sie aber demnächst auch hier einstellen.

arthro Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2004

Geschlecht: Männlich

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Status: Züchter

15

Sonntag, 19. Dezember 2004, 20:14

Hab die Bilder angeschaut. Sind tolle Tiere. Aber bei Dir ist das wohl gleich wie bei mir. Es sind mit höchster Wahrscheinlichkeit keine H. bicolor.
Vergleich ihn mit dem Tier auf meiner HP. Hadogenes sp. Tansania. Das wird der gleiche sein. Dann kannst ausserdem bei Google´s Bildersuche Nach Hadogenes bicolor suchen und wirst sehen, dass die bicolor anders aussehen.
Diese Art wird oft verwechselt. Ist leider eigentlich schon Standart. Eigentlich wäre es recht logisch dieses Tier bicolor zu nennen aufgrund der gelben Zwischensegmente auf dem Mesosoma. Das ist aber gerade falsch. Der echte bicolor heisst bicolor weil seine Beine heller sind als der Rest des Körpers.

Hier mal H. bicolor:

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