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luxemburger Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 6. November 2009

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Luxemburg, Lannen

Status: Halter

1

Mittwoch, 25. Januar 2012, 21:22

strittige Themen

Hallo,

Ich habe nun einige Jahre Erfahrungen mit Echsen, Insekten, Fischen und ein paar Amphibien gemacht, aber ich werde von diesen nur Rotkehlanolis behalten, aber ich möchte noch 1-3 Schlangenarten halten und züchten.

Meine Favoriten sind Hog Island Boa constrictor imperator, wildfarbiger Python regius, Morelia viridis Sorong, Morelia spilota variegata und Rote Regenbogenboa (also nur ''Riesenschlangen'')

Aber als erstes habe ich mal ein paar Fragen (worüber ich wirklich sehr unterschiedliche Antworten höre (meine Quellen des Vertrauens sind Stöckl bei den Boas, Reptil.tv und dorka.de)

1) Grösse des Terrariums: Erfahrene Züchter empfehlen immer nur die Mindestmasse. Ich finde diese auch ein gute Wahl, solange das Terrarium sehr gut strukturiert ist und das richtige Klima herrscht.

2) Viele Züchter legt sehr viel Wert auf absolute Hygiene (Zeitungspapier als Bodengrund, nur einfach-zu-reinigende Verstecke...), aber ist das wirklich derart empfehlenswert, oder habt ihr doch bessere Erfahrungen mit natürlicher eingerichteten Terrarien? (Ich möchte jetzt nicht wissen was ihr schöner findet, da es ja um den Bewohner geht)

3) Heizquelle und Beleuchtung: Ich bin mittelerweile fest davon überzeugt dass Heizmatten (bei Boas) nicht zu suchen haben, Stöckl empfiehlt einen Dunkelstrahler der nur Hitze abgibt und eine Repti Glo 2.0 Leuchtstoffröhre dazu, was könnt ihr berichten? Tun es auch die billigen Spots aus dem Baumarkt?

4) Einzel- oder Paarhaltung: Oft wird von dauerhafter paarweiser Haltung abgeraten. Ist diese trotzdem (vor allem bei Boas) gut möglich?

5) Rackhaltung: Ich bin mittelerweile fest davon überzeugt, dass Rackhaltung das geeignetste für Königpythons ist, aber wie sieht es mit den anderen (oben gennanten) Schlangen und Rackhaltung aus?


6) Einige Züchter kaufen ihre Tiere ausschliesslich auf Börsen, während andere strikt von Börsen abraten, was sind eure (gute und schlechte) Erfahrungen?

P.s: Ich möchte hier nicht so Sachen wie ''Schubladenhaltung (Rackhaltung) finde ich mies...'' als Antwort hier lesen, sondern wirklich von jahrelangen Erfahrungen! ;)

Liebe Grüsse

Fast Eddi

unregistriert

2

Mittwoch, 25. Januar 2012, 21:31

Du hast mehr als eine bis drei Arten aufgezählt...

Du hast so pauschale Fragen gestellt, daß diese unmöglich ebenso pauschal für alle genannten Arten beantwortet werden können. Informiere Dich weiterhin selbst, am besten mittels altmodischer Literatur, und stell konkrete Fragen, wenn Du Dich auf etwas festgelegt hast.

Bis dahin nur einige wenige Tips:
- vergiss reptil.tv als Informationsquelle.
- vergiss (reine) Rackhaltung.
- vergiss den Gedanken an die Zucht ganz schnell wieder.

Auch wenn Du im stolzen Alter von 16 Jahren schon einige Jahre Erfahrung zu haben glaubst, denk bitte sehr gut über die Anschaffung nach. Du übernimmst eine Menge Verantwortung für Tiere, die i.d.R. sehr viel älter werden können, als z.B. die von Dir bisher gehaltenen Insekten. Du bist in einem Alter, in dem Du Dein weiteres Leben unmöglich überblicken kannst... sicher, daß so viele Riesenschlangen, und dann gleich mit Zuchtabsichten, eine wirklich gute Idee sind?

Mein Tip: werde erstmal volljährig und nutze die Zeit bis dahin, Dich intensiv mit der Materie zu beschäftigen. Sobald Du auf eigenen Füßen stehst, schaff Dir vielleicht erstmal ein Einzeltier einer der gelisteten Arten an und sieh dann weiter.

luxemburger Männlich

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3

Donnerstag, 26. Januar 2012, 13:27

Hallo,
ich nehme die Reptilien-Haltung sehr viel ernster als es die meisten in meinem Alter tun würde und ich traue mir die Haltung von Schlangen zu. Aber eigentlich wollte ich nachdem ich auf alle meine Fragen eine Antwort bekommen habe entscheiden, ob eine Schlange wirklich die beste Wahl ist ;)
Ich habe die Schlangenarten aus folgenden Gründen ausgewählt:
- Königspython, da Rackhaltung möglich/empfehlenswert
- Teppichpython, eigentlich nur wegen dem schönen Aussehen
- Boas, wegen lebensgebärend, Aussehen
- Baumpython, da sie kein sehr grosses Terrarium benötigen (100x60x60cm) und wegen Aussehen (Nachteil, die Schlange kostet mehr als die anderen)
Um es nochmal zu sagen, das sind nicht die einzigen Gründe und ich habe schon sehr viel über Schlangen gelesen und war auch schon bei Schlangenzüchter. Aber ich habe eben diese Fragen gestellt, da jeder dazu eine eigene Meinung hat. (Ich weiss auch das Terraristik sicher kein billiges Hobby ist, aber ich möchte durch Zucht die Kosten kompensieren ;) )
Also nochmal die wichtigsten Fragen:
1) Benutzt ihr Zeitungspapier oder was anderes als Bodengrund?
2) Welche Spots nehmt ihr zum Heizen?
3) Wie sind eure Erfahrungen beim Kauf von Schlangen auf Börsen?

Liebe Grüsse
P.S: Schlangen (und andere Reptilien) zu halten aber nicht zu züchten finde ich einfach sinnlos, man soll eigentlich so viele NZ auf den Markt bringen, dass vollkommen auf WF verzichtet werden kann. Eine Schlange zu halten die stirbt ohne jemals für Nachwuchs gesorgt zu haben finde ich egoistisch (vor allem bei seltenen wildfarbigen Tieren)
Ich hoffe du verstehst das jetzt nicht so als Angriff oder so, aber ich habe meine Meinung und ich ändere diese auch nicht bis jemand mich von etwas anderem überzeugt hat.
Also ich möchte sowieso nur (maximal) eine Schlangenart, da ich nur begrenzt Platz habe (3m Länge), aber wenn ich dann andere sehe die da 5 Schlangenarten halten (würden), dann neige ich manchmal dazu Sachen wie 1-3 Arten... und so zu schreiben ;)

bine_mn Weiblich

Moderatorin

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4

Donnerstag, 26. Januar 2012, 14:33

...
P.S: Schlangen (und andere Reptilien) zu halten aber nicht zu züchten finde ich einfach sinnlos, man soll eigentlich so viele NZ auf den Markt bringen, dass vollkommen auf WF verzichtet werden kann. ...


Hi.
Das ist aber nicht sehr weitsichtig gedacht bzw. auch nicht im Sinne der Tiere.
WF-/FZ-Einfuhr zu verhindern halte ich für nahezu fast unmöglich. Der Industriezweig ist leider sehr gut ausgebaut.
Viele Reptilienkäufer haben im Vorfeld keine Infos zu der Thematik eingeholt und ein Großteil dieser Leute kauft also im Geschäft oder sogar per Bestellung im Internet und erhält dann WF/FZ. Viele erfahren erst im Nachhinein, dass man ja auch hier in Deutschland auf einen Züchter hätte zugehen können, um ein Tier zu erhalten.
Um mit den Preisen von Großhändlern mithalten zu können, und die Geiz-ist-geil-Mentalität zu bedienen, muss man seine Tiere ebenfalls günstig anbieten. Ob da noch ein Gewinn übrig bleibt, das kannst Du von vielen Hobby-Züchtern hier im Forum erfahren. Viele haben das Züchten bereits eingestellt. Viele DNZ finden heutzutage gar kein Zuhause mehr oder gehen sogar als Futtertiere weg (jetzt vielleicht nicht die Arten, die Du halten willst, aber Du sprachst ja u.a. auch allgemein von Reptilien).
Als Züchter trägt man die Verantwortung für seine Tiere, auch für die Nachzuchten und wohin man diese abgibt. Ich als Halter von Grünen Leguanen habe in allen Jahren alle Eier meiner Tiere entsorgt. Ich halte das für verantwortungsbewusst. Sinnlos wäre es, die Tiere aufzuziehen und in womöglich sichere Qualhaltung abzugeben. Das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

Gruß Sabine

Emerald Männlich

Mitglied

Registrierungsdatum: 15. August 2011

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Status: Halter

5

Donnerstag, 26. Januar 2012, 15:24

Ich habe die Schlangenarten aus folgenden Gründen ausgewählt:
- Königspython, da Rackhaltung möglich/empfehlenswert
- Teppichpython, eigentlich nur wegen dem schönen Aussehen
- Boas, wegen lebensgebärend, Aussehen
- Baumpython, da sie kein sehr grosses Terrarium benötigen (100x60x60cm) und wegen Aussehen (Nachteil, die Schlange kostet mehr als die anderen)
Ich fang mal an ...
- Regius & Rackhaltung: Streitthema! Will ich sie zur Zucht halten, dann Rack, will ich was von meinen Tieren sehen, dann Terrarium!
- Teppichpython: Da gibts soooviele verschiedene ... die klettern aber wenigstens ...
- Boas: Lebendgebärend is toll, sie sind auch schick ... willst du züchten? Die meisten bekommen ihre Boa-NZen nur zu Schleuderpreisen los ...
- Baumpython: Jaaa, kein großes Terrarium, 2 Querstangen, Zeitungspapier am Boden ... ist die hygienischste Art einen Chondro zu halten. Soll ich dir dazu mal noch mehr Nachteile sagen?

Ein Kunststoffterrarium in 120x60x60 kostet bei Lanzo ~300€, dazu Sitzstangen, Heatpanel, ne Leuchtstoffröhre, Thermostat und ne Zeitschaltuhr ... und dann bist mal bei ~500€ ohne Tier, ohne sonstige Einrichtung, passt fürn Adultes ... und gerade Chondros fressen als Jungtiere in "zu kleinen" Terrarien besser als in ner "schönen Größe".

Teurer als die anderen ist mal völlig hinfällig, denn mit dem Kaufpreis allein ist es nicht getan ... hast du ne Ahnung wie schnell Baumpythons krank werden oder verletzt sind (Thema Handling!)? Die sind wirklich ne ganz andere Liga als die anderen genannten Arten ...
Willst du nur "standard-Lokalformen" oder darfs was besonderes sein? Jeder Chondro ist ein Überraschungsei und bei entsprechenden Eltern (Morphen) zahlst für die Jungtiere leicht mal 500€ und mehr ...

Teppichpythons hab ich selbst drei, einen Rautenpython (M. bredli) und einen sog. Hybriden (Bredli-Jaguar). Regius hatte ich schon, genauso bci ... war beides nicht meines, Morelias sind ne eigene Faszination, aber vergiss GANZ SCHNELL dieses "Züchten um Kosten zu kompensieren!" Denn allein die Grundaustattung (Aufzuchtracks, Inkubator etc.) frisst deinen (imaginären) "Gewinn" von einigen Gelegen ... und so hoch sind die Kosten nun auch wieder nicht.

Thema Platz: Du hast nur 3m Länge ... und vermutlich 2m Höhe? Das gibt 2 gerade noch akzeptable Terrarien für n Pärchen adulte Teppichpythons (ja, die hält man getrennt!!!), evtl. noch 2 Terrarien fürn Pärchen Baumpythons (wenns nur 120x60x60 sind) darüber und das wars ...
Terrarium für 2-3 Adulte Teppichpython-Weibchen (Männchen nicht zusammen halten) hat ne Grundfläche von min. 200x80cm und 150cm höhe, eher richtung 2m! Nacht- und dämmerungsaktive Tiere, die bei nicht zu hoch gewählter Tagestemperatur auch mal tagsüber aktiv werden um ihren Platz zu wechseln!

Fast Eddi

unregistriert

6

Donnerstag, 26. Januar 2012, 16:23


ich nehme die Reptilien-Haltung sehr viel ernster als es die meisten in meinem Alter tun würde


Kann und will ich nicht beurteilen, geht auch meilenweit an dem vorbei, worauf ich hinaus wollte. Mit gerade mal 16 Jahren kannst Du unmöglich sagen, wo Du in zwei, fünf oder zehn Jahren stehen wirst. Kannst Du garantieren, daß Du immer die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten haben wirst? Sicher, daß Du immer eine Vertretung für den Urlaubs- oder Krankheitsfall parat hast? Kannst Du garantieren, daß Du auf alle Eventualitäten vorbereitet bist, und die Tiere nicht bei der erstbesten Kleinigkeit wieder loswerden mußt? Die Anschaffung mehrerer Riesenschlangen mit recht hoher Lebenserwartung und sehr geringem Weitervermittlungswert sollte wohl überlegt sein.

Deine Motivation in allen Ehren, aber das allein reicht langfristig nicht aus. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.


- Königspython, da Rackhaltung möglich/empfehlenswert


Wie gesagt, vergiss die reine Rackhaltung! Von "empfehlenswert" zu sprechen, halte ich für falsch.


- Baumpython, da sie kein sehr grosses Terrarium benötigen (100x60x60cm)


Du weißt, wie groß diese Art werden kann, und wie ihre Lebensweise ursprünglich aussah? Mir ist bekannt, daß u.a. ein namenhafter Autor solche Mini-Terrarien propagiert, aber sei ehrlich, welchen Vorteil bieten sie Dir, welchen dem Tier? Es wird nur auf Vorteile für Dich hinauslaufen, z.B. weniger Heizkosten, Temperaturgefälle leichter zu erzeugen, usw.


Also nochmal die wichtigsten Fragen:


Nochmal, Du stellst so pauschale Fragen, daß sie kaum vernünftig zu beantworten sind. Kauf Dir einige Bücher, anstatt Dich nur auf die erstbesten Quellen aus dem Internet zu verlassen, die Dir "zufällig" genau das bestätigen, was Dir am liebsten zu sein scheint.


P.S: Schlangen (und andere Reptilien) zu halten aber nicht zu züchten finde ich einfach sinnlos, man soll eigentlich so viele NZ auf den Markt bringen, dass vollkommen auf WF verzichtet werden kann. Eine Schlange zu halten die stirbt ohne jemals für Nachwuchs gesorgt zu haben finde ich egoistisch (vor allem bei seltenen wildfarbigen Tieren)


Nein, das verstehe ich nicht als Angriff, ich sehe es als das, was es ist: die Worte eines begeisterten Jugendlichen, der viel möchte, aber noch wenig weiß. Nein, das ist ebenso kein Angriff.

Warum halten wir unsere Tiere in kleinen Kästen, wenn nicht aus Egoismus? Um die Tiere geht´s dabei doch eher nicht, oder?

Unbedingt Nachzuchten auf den Markt werfen, ohne die Marktsituation zu kennen... das ist kurzsichtig und vollkommen unüberlegt. Schau Dir den Markt bitte an, vor allem für Python regius, Boa constrictor und Morelia spilota. Wozu einen lange gesättigten Markt mit noch mehr NZ fluten, die niemand mehr will? Nur, damit Du Dich nicht ganz so egoistisch fühlst? Guess again!
Wieviele WF/FZ gibt es z.B. von Morelia spilota und Boa constrictor, daß man da unbedingt etwas durch mehr NZ eindämmen müßte?
Was ist mit den FZ von Python regius, warum kommen die weiterhin ins Land, obwohl die Art massig vermehrt wird?

Der Verzicht auf WF klingt löblich, ist aber auch kurzsichtig.

btw: seltene wildfarbene Tiere? Wovon genau sprichst Du?

luxemburger Männlich

Mitglied

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7

Donnerstag, 26. Januar 2012, 16:56

btw: seltene wildfarbene Tiere? Wovon genau sprichst Du?



Hallo,
damit habe ich seltene Lokalformen von Boa constrictor gemeint ;) Hog Island zählt jetzt nicht umbedingt dazu, aber die Orange Variante finde ich neben der Roten Regenbogenboa, die schönste aller Boa-Arten ;)
Vielen Dank euch allen für die Tipps, ich werde dann das Ganze noch mal gut überlegen. Ich denke ich schränke mich mal auf die beiden Boa-arten ein (also nur eine davon will ich gerne halten.
@Emerald: ja ich habe nur 3m Länge zur Verfügung und leider (da es ein Dachboden-zimmer ist) nur 80cm Höhe, was laut Stöckl gut ist, da die Verletzungsgefahr sehr niedrig ist und man die Temperatur gut herstellen kann (was aber eher dem Wohl des Pflegers entgegenkommt ;) )
Also dann vergesse ich mal das Züchter und stelle meine Fragen konkret zu Boa c. i. und Rote Regenbogenboa:
1) Stöckl empfiehlt eine sehr hygienische Haltung, kommt das auch den BedÜrfnissen der Tiere entgegen?
2) Nehmen wir an ich werde eine 1,5m Boa halten, Ist dann ein Terrarium von 150x80x80cm ok?
3) Stöckl empfiehlt einen Dunkelstrahler, kann man auch normale Spots (Sunglow) nehmen und auf eine LeuchtstoffrÖhre verzichten?
4) Mir ist sehr wichtig (besonders wenn ich trotzdem mal zÜchten will) dass es sich um 100% reinrassige Boas handelt, da man dann die EndgrÖsse wenigstens schÄtzen kann ;)
Liebe GrÜsse

luxemburger Männlich

Mitglied

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Status: Halter

8

Donnerstag, 26. Januar 2012, 16:57

- Baumpython: Jaaa, kein großes Terrarium, 2 Querstangen, Zeitungspapier am Boden ... ist die hygienischste Art einen Chondro zu halten. Soll ich dir dazu mal noch mehr Nachteile sagen?

Ja gerne, da ich bisher nur von Vorteilen gelesen habe ;)

Emerald Männlich

Mitglied

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9

Donnerstag, 26. Januar 2012, 17:50

Ich würd sie nur so halten wenn ich sehr viele davon hätte oder junge Nachzuchten ... und selbst dann wäre mir ein halbwegs natürliches Terrarium lieber, allein aufgrund des Mikroklimas! Denn welchen Nachteil hat man durch ein natürliches Terrarium? Höheres Infektionsrisiko? Bedingt wodurch?...
Die meisten Krankheitsfälle entstehen nicht durch ein "un-steriles" Terrarium, eher wenn in die Futterpinzette gebissen wird, die Haltungsbedingungen falsch sind (nein, Chondros brauchen keine 100% rLF, 70-80% tagsüber reichen wirklich bei adulten Tieren!), sie einfach unglücklich fallen, es Komplikationen bei Trächtigkeit gibt etc.

Stöckl empfiehlt eine hygienische Haltung und das kann ich nur bestätigen! Definiere dann doch auch mal was hygienisch heisst, Hygienisch bedeutet nicht unbedingt Sterile Haltung auf zeitungspapier/Zewa! Hygienisch bedeutet gepflegt ... also regelmässig kot entfernen oder so vergraben dass er von den Kleinstbewohnern (weiße asseln, springschwänze, regenwürmer etc.) zerlegt werden kann (ja, das mag nicht jeder!). Ansonsten wirst du es beim Betreten des Raumes wissen dass eine Boa ihren Kot abgesetzt hat ohne es gesehen zu haben :D

150x80x80 für eine 1,5m Boa kann man hinnehmen, sollte aber ruhig größer sein ;) Bedenke: Je größer das Terrarium ist, umso leichter lassen sich unterschiedliche Klimazonen schaffen! Außerdem kann man Terrarien selbst bauen und somit an die Dachschräge anpassen, da kann man schnell mal etwas Höhe gewinnen und sei es nur als Lichtkasten für die Lampen und Leuchtstoffröhre!

Stöckl empfiehlt nen Dunkelstrahler, einen sog. Elstein ... mittlerweile gab es schon Untersuchungen dass Tiere mit Grubenorganen solche Dunkelstrahler wahrnehmen ... Klingt irgendwie sinnig, dass ein Organ zur Erkennung von Temperaturunterschieden, einen Keramikstrahler "sichtbar" macht, der um die 350°C heiss wird, oder? tagsüber ist das natürlich, nachts würde ich das nicht sagen ... Es wird auch gesagt dass Wärme von unten unnatürlich ist ... aber nachts scheint keine Sonne, also wird wohl der Boden noch Wärme speichern ;)
Ich verwende Heizkabel als Bodenheizung über einen Thermostat gesteuert ... sinnvoll verlegt gibt es da auch keine Dehydrierungs- bzw. Verbrennungsgefahr.

Spots: Tagsüber kannst du handelsübliche Spots ausm Baumarkt verwenden, was auch gerne verwendet wird, sind sog. Par30 oder Par38-Strahler! Trotzdem zur Grundausleuchtung eine Leuchtstoffröhre verbauen.

zur "Reinrassigkeit" ... das Thema wurde hier im Forum schon ausgiebig diskutiert ...

Fast Eddi

unregistriert

10

Donnerstag, 26. Januar 2012, 18:25


damit habe ich seltene Lokalformen von Boa constrictor gemeint


Und welche genau?

Betreffend Boa constrictor gibt es so viel gute Literatur und auch brauchbare Internetseiten, daß man genug Infos findet... und dennoch immer wieder auf unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen stösst. Überleg mal, was Terrarienhaltung eigentlich sein soll, und dann beantworte Dir Deine Fragen selbst. Sollte größtenteils wunderbar klappen.

Da es zu Epicrates c.c. nur relativ wenig "terraristiktaugliche" Infos gibt, beziehe ich meine Antworten nur auf diese Art:


1) Stöckl empfiehlt eine sehr hygienische Haltung, kommt das auch den BedÜrfnissen der Tiere entgegen?


Kennst Du die "Bedürfnisse" dieser Art? Ich denke nicht, daß Zeitung anstatt grabfähigem, feuchtigkeitsspeicherndem Bodengrund eine Alternative ist für eine bodenbewohnende Art, die trockene Haltung nicht verträgt.

Familie Stöckl handelt mit ein paar mehr Tieren, als der durchschnittliche Halter. Naheliegend, daß deren Anlage möglichst pflegeleicht sein soll. Ob sowas in Privathaltung sein muß... na ja... zur Quarantäne vielleicht, aber darüber hinaus?


2) Nehmen wir an ich werde eine 1,5m Boa halten, Ist dann ein Terrarium von 150x80x80cm ok?


Wenn das Tier 150cm groß bleibt, ja. Jedenfalls solange Du Dich an den Mindestmaßen orientieren willst, oder glaubst das aufgrund Deines beschränkten Platzangebotes tun zu müssen. Ja, Epicrates c.c. nutzt die angebotene Fläche aus, auch wenn sie strikt nachtaktiv sind und man das als Halter kaum beobachten kann. Mehr Platz wäre also angebracht.


3) Stöckl empfiehlt einen Dunkelstrahler, kann man auch normale Spots (Sunglow) nehmen und auf eine LeuchtstoffrÖhre verzichten?


Keramikheizstrahler kann man nutzen, um eine Grundtemperatur zu erzeugen, gerade nachts. "Normale Zimmertemperatur" liegt für gewöhnlich unter dem, was Epicrates c.c. benötigt. Licht und Wärme kann man tagsüber auch mit billigsten Spotstrahlern erzeugen, sind eh nur Verschleissteile. Leuchtstoffröhren kann man nutzen, muß man nicht. Eventuelle Terrarienbepflanzung würde aufwändigere Beleuchtung notwendig machen, die Tiere selbst scheinen weder helles Licht, noch UV, noch sonstwas in der Richtung zu benötigen. Man sagt zwar, diese Art schillere unter UV-Beleuchtung ganz toll... aber mal im Ernst, ist das bei einer wirklich strikt nachtaktiven Schlange von Interesse, die sich tagsüber i.d.R. nie blicken lässt?


4) Mir ist sehr wichtig (besonders wenn ich trotzdem mal zÜchten will) dass es sich um 100% reinrassige Boas handelt, da man dann die EndgrÖsse wenigstens schÄtzen kann ;)


Dieses lästige Thema kann man bei Epicrates c.c. wohl aussen vor lassen. Das Wort "reinrassig" streich am besten gleich wieder, oder sieh Dir zumindest an, was die von Dir so geschätzten Stöckls selbst dazu schreiben.
Wenn Du (bei Boa constrictor) 100%ige Sicherheit willst, wirst Du Deine Tiere im Herkunftsgebiet selbst fangen müssen.

So immens variiert die Größe nun übrigens auch wieder nicht, sofern Du Dich nicht über den Tisch ziehen lässt oder Tiere von vollends unfähigen "Züchtern" kaufst.

btw: um Schlangen zur Zucht einsetzen zu können, sollten sie adult sein. Du kennst also in jedem Fall die Größe Deiner Tiere, sobald Du sie verpaarst, und kannst anhand dessen auch grob schätzen, welche Größe die NZ erreichen könnten. Deine Argumentation bzgl. "reinrassigkeit" ergibt in dem Zusammenhang also wenig Sinn.

luxemburger Männlich

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11

Donnerstag, 26. Januar 2012, 21:27

Ok vielen, Dank, nun geht es ans planen und dann schaue ich ob das alles realistisch machbar ist ;)
Also soll ich dann bei der Regenbogenboa Substrat wie Kokoshumus und bei der Kaiserboa Zeitungspapier? (oder gräbt die Imperator auch gerne?)
Ich bin jetzt nicht der totale Verehrer von Stöckl, aber die Grundinformationen habe ich von dort, aber bei einigen Sachen habe ich halt nachgefragt ;)
Eigentlich bin ich gegen Heizkabel, aber wenn du (Emerald) diese empfiehlst denke ich nochmal drüber nach. Ich möchte ein Terrarium aus beschichteten Spanplatten bauen, wie soll ich denn dort Heizkabel verlegen?

Fast Eddi

unregistriert

12

Donnerstag, 26. Januar 2012, 21:35

Ok vielen, Dank, nun geht es ans planen und dann schaue ich ob das alles realistisch machbar ist ;)


Ähm... ganz ehrlich? Schalt mal ´nen Gang runter, Du solltest jetzt in erster Linie drei Dinge tun:

-lesen
-lesen
-lesen

Rein auf Internet"wissen" basierend ein Tier haben wollen, besonders nachdem hier im Thread diverse grobe Wissenslücken und noch gröbere Fehler präsentiert wurden, kann´s nicht sein. Bevor Du irgendwas konkret planst, solltest Du "sattelfest" sein, die Art betreffend, für die Du Dich nun irgendwann entscheidest. Vorher planen, ohne das nötige Basiswissen, geht häufig schief, und Fehler sind die kaum vermeidbare Konsequenz. Unter diesen Fehlern haben dann die Tiere zu leiden.

Emerald Männlich

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13

Donnerstag, 26. Januar 2012, 21:53

Bci vergraben sich schon hin und wieder ... wenn man sich dessen nicht bewusst ist, kann man erstmal etwas unruhig werden, weil man das Tier nicht findet, aber Scheiben geschlossen sind und alle Lüftungsgitter noch drinnen sind ;-)


Zum Verlegen der Heizkabel kann ich dir nur sagen wie ich es bei mir gemacht hab ...
Möglichkeit 1: Seramis/Blähtonkugel, darüber ein sog. Armierungsgitter als Trennschicht, daran das Heizkabel mit Kabelbindern auf der Unterseite befestigen, dann Erde drüber. Siehe Bild im Anhang, so siehts dann unter der Erde aus.

Möglichkeit 2: Es gibt diese Klebehalter für Kabelbinder, diese aufkleben, Heizkabel verlegen, mit Kabelbindern befestigen, Erde drüber (geht auch mit Blähtonkugeln, Trennschicht (Vlies) und dann Erde).

Wichtig ist bei BEIDEN Varianten: Keine Heizkabel bündeln ... Wenn du das Heizkabel kaufst, dann lass das mal in diesem Bündel und steck es ein und fass es nach 10-15 Minuten an, das kannst du nicht in der Hand halten!
Dann machst du das Bündel auf und hältst mal nur ein einzelnes Heizkabel in der Hand! Die Wattleistungen resultieren durch die Länge, nicht weil das Kabel pro Meter stärker ist! Zusätzlich mit einer Trennschicht (Vlies/Armierung) kann sich das Tier auch nicht darum wickeln! Und wenn du ordentlich Erde aufschüttest (5-10cm dürfen es ruhig sein) können dort Pflanzen wurzeln und die Boa kann sich (wenigstens teilweise je nach Größe) eingraben sofern sie das will ... Wichtig ist eben, dass du über das Thermostat und die Bodenheizung wirklich nur eine Grundtemperatur erzeugst und Tagsüber bei einer bci z.B. ~25°C einstellst, Nachts 22~24°C (je nach Größe des Tieres).
Denn wenn du Ihnen solche "geringe" Temperaturen als Grundtemperatur anbietest (durch den Spot wirds tagsüber eh aufgeheizt) erwärmt sich das Terrarium nur langsam und sie vergraben sich nicht zur Kühlung. Höchsttemperatur 30-35°C und das nicht in einem zu großen Bereich ...

Ansonsten: Besorg dir Lektüre zu den Tieren, als Beispiel sei dir "Die Gattung Boa" von Klaus Bonny genannt!
»Emerald« hat folgendes Bild angehängt:
  • PM013321_2.jpg

luxemburger Männlich

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14

Freitag, 27. Januar 2012, 13:12

Hallo,
danke für deine ausführliche Beschreibung wie man Heizkabel geschickt anwendet ;)
Das mit dem planen war anders gemeint, ich habe ja jetzt noch einige Sachen erfahren und jetzt kann ich mal genauer zusammenrechnen wie hoch die Kosten ungefähr werden ;)
Ich habe noch eine Frage zum Baumaterial, kann ich da einfach Osb-terrarien nehmen und dann eine Rückwand aus Styropor und Fliesenkleber bauen? oder kann das Holz dann trotzdem schimmeln?
Oder soll ich wirklich wenn ich auf Nummer sicher gehen will, Beschichtete Spanplatten nehmen?
Wenn ich ein Einzeltier halten will, soll ich dann ein Männchen oder ein Weibchen halten?
Liebe Grüsse

Emerald Männlich

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15

Freitag, 27. Januar 2012, 14:37

Geschlecht dürfte bei einer Einzelhaltung relativ egal sein, jedoch sind Weibchen im normalfall etwas teurer, lassen sich im Notfall aber auch leichter verkaufen ...

OSB musst du versiegeln, auch hinter der Rückwand, da diese an den Kanten nicht abdichtet ... meistens stehen sie sogar ein paar Millimeter ab ...

Beschichtete Spanplatten oder Siebdruckplatten verwenden oder andere Hölzer aufwändig versiegeln ...

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