Jaaa, Achatschnecken sind wundervolle Tiere.
Aber ich muß ein bißchen widersprechen. Bei 15 °C kann man keine Achatschnecke halten, da erfrieren sie.
Ab 20°C je nach Art geht es los. Die meisten Arten hält man ab 22 °C aufwärts.
Den Gattungsnamen schreibt man übrigens groß, rabbit.
Bei 30°C gehen sie auch noch lang nicht ein. Die, denen es zu warm wird, graben sich dann ein.
Dann möchte ich noch einiges ergänzen.
Achatschnecken sind Hermaphroditen. Allerdings wurde bisher keine Selbstbefruchtung nachgewiesen. Trotzdem sind sie in der Lage, bis zu 6 Monate Sperma zu speichern über mehrere Gelege hinweg. Die meisten Arten vermehren sich recht unkontrolliert. Es gibt Arten, bei denen eine Schnecke bis zu 500 Eier je Monat legen kann. Die ständige Eiersuche macht die Haltung mitunter recht anstrengend. Allerdings sind die Babys gute Futtertiere für einige Arten.
Man hält sie je nach Art in Terrarien ab 60 cm Länge (adulte Tiere)
Manche Arten klettern gern, ähnlich Baumschnecken, wie z. B. Achatina iredalei. Diese hält man in Hochterrarien. Also Terrarien, deren Höhe ähnlich der Länge ist oder etwas höher.
Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt aber die bereits erwähnte regelmäßige Suche nach Gelegen (einige Arten sind wirklich invasiv, deshalb ist Geburtenkontrolle absolut notwendig) erfordert, dass die Terrariengröße besser nicht zu groß gewählt wird.
In der Terrarienhöhe gibt es sehr wohl eine Begrenzung. Höchstens 50 - 60 cm sollte ein Achatschneckenterrarium nach oben messen, da sonst akute Verletzungsgefahr bei Sturz droht. Je nach Schwere des Gehäuseschadens kann dies sogar mit dem Tod enden.
Deshalb sollte möglichst auch auf harte Einrichtungsgegenstände im Terrarium verzichtet werden.
Mögliche vorhandene Kanten oder harte Gegenstände sollten z. B. mit Moos oder Kork gepolstert werden.
Als Klettermöglichkeiten dienen Holzstücke, Äste oder Korkstücke.
Weiterhin schlafen bzw. ruhen die Tiere gern in Höhlen. Hierfür eignen sich auf die Seite gelegte, halb eingegrabene Blumentöpfe.
Der Bodengrund sollte z. B. aus feuchter Erde oder Kokoshumus bestehen, etwa 10 - 15 cm hoch aufgeschüttet und etwas mit Kalk versetzt werden, da zu saurer Boden den Gehäusen schadet. Ebenfalls sollte laufend Sepia zur Deckung des Kalkbedarfes vorhanden sein. Man legt die komplette Schale ins Becken, die Tiere nagen sie nach Bedarf ab.
LF: je nach Art und Herkunft (Afrika, tropisch, subtropisch oder gemäßigt) 70 - 90 %
Je nach Art und Herkunft ziehen sich die Tiere jährlich für ca. 2 - 6 Monate zur Trockenruhe zurück. Während dieser Zeit sollten sie nicht gestört werden. Die Tiere graben sich ein und verschließen ihren Hauseingang in dieser Zeit mit einem Kalkdeckel (Epiphragma) um sich vor Austrocknung und Hitze zu schützen.
Tiere die nicht in Ruhe gehen, sollten in dieser Zeit separiert werden. Deshalb ist bei der Haltung unbedingt zu beachten, dass evtl. Ausweichmöglichkeiten zur Unterbringung einzelner Tiere vorhanden sind und man sollte sich fragen, ob man ein Tier möchte, bei dem das Terrarium möglicherweise einige Monate des Jahres leer steht und in dieser Zeit auch nicht besonders schön aussieht.
Somit tut sich gleich ein weiterer Punkt der Schneckenhaltung auf. Diese Tiere schleimen das komplette Terrarium ein, man muß häufig putzen, um klare und ansehnliche Scheiben zu haben und an Einrichtung wird ebenfalls fast alles aufgefressen oder platt gewalzt. (Je nach Art kann eine Schnecke zwischen 100 und 900/1000 g wiegen)
Wer also ein Schauterrarium zuhause haben möchte, wird an einem Schneckenterrarium keine Freude haben.
Futter: Achatschnecken sind hauptsächlich Pflanzenfresser. Sie nehmen alle Sorten Salat und Gemüse, gelegentlich Obst. Auch fressen sie gern Pilze. Trotzdem haben sie auch das Bedürfnis, Proteine zu sich zu nehmen. In der Natur fressen sie auch zersetzende Nahrung und Aas. Daher sollte man ihnen mindestens 1 mal die Woche bzw. 14 tägig Proteinfutter anbieten. Der Proteinbedarf ist sowohl von der Art als auch vom Alter/Wachstum abhängig. Im Grunde kann man sie als Allesfresser mit Schwerpunkt pflanzlicher Kost bezeichnen.
Wegen ihres großen Appetites sind sie in Afrika gefürchtete Schädlinge. Sie sind in der Lage, in einer Nacht eine komplette Ernte zu ruinieren.
Sie werden in Afrika aber auch vom Menschen verzehrt und sogar für diese Zwecke gezüchtet. (Farming, ähnlich wie hier in Europa die Weinbergschnecken)
Wichtig zu erwähnen ist ebenfalls: die Tiere sind nachtaktiv. Nicht jeder möchte solch ein Tier zu hause haben. Wenn die Sonne unter geht, werden sie wach und sobald die Sonne aufgeht, verziehen sie sich zum schlafen. Wer ein tier möchte, wo es was zu beobachten gibt, für den sind sie vielleicht nicht die richtigen Haustiere. Für Kinder sind sie prinzipiell gut geeignet aber die Gefahr ist natürlich gegeben, dass sie schnell langweilig werden. Außerdem bewegen sie sich sehr langsam. Ich finde das klasse und könnte ihnen stundenlang zusehen, sie strahlen in allem, was sie tun eine stoische Ruhe aus.
Außerdem ist wirklich interessant zu beobachten, wie sie sich orientieren. Als erstes suchen sie meist am Abend ihre Wasserstelle auf und danach suchen sie ihr Futter und fressen es hingebungsvoll.
Sie können sehen (aber nicht sehr gut, eher auf wenige cm begrenzt und nur umrißweise, einen hell-dunkel Unterschied nehmen sie wahr)
Riechen und tasten können sie sehr gut und einen Lagesinn besitzen sie. (diesen brauchen sie z. B. um sich vor Ertrinken zu schützen)
Am Freßverhalten merkt man auch, dass sie Feinschmecker sind.
Toll ist, dass in einem regelmäßig gesäuberten Terrarium keinerlei Geruchsbelästigung von ihnen ausgeht. Die Tiere selbst sind geruchsneutral. (Außer verendete Tiere, die ätzen einem binnen kürzester Zeit die Nasenschleimhäute weg)
Als Terrarienbepflanzung sind sämtliche Pflanzen geeignet, die mit dem meist warmen und dauerfeuchten Klima zurecht kommen. (Sofern sie nicht aufgefressen werden)
Z. B. Dracaena sp., Epipremnum sp., Chlorophytum sp., Callisia repens, Saintpaulia sp.
Diverse Achatschneckenarten gibt es in verschiedenen Farbformen. Es gibt je nach Herkunft nominatfarbene Tiere, Tiere mit albinotischem Körper oder albinotischem Gehäuse (auch Zuchtformen kombiniert mit Haus- und Körperalbinismus) es gibt leuzistische Tiere, amelanistische Farbformen.
Wegen der Bastardisierung sollte man Tiere verschiedener Arten und Unterarten nicht unbedacht vergesellschaften (oder aber konsequent Nachwuchs vernichten sofern man verschiedene Farbformen einer Art gemeinsam hält - wichtig hierbei die Nachhaltigkeit s. o. zu beachten) idealerweise hält man sie fundortrein bzw. typenrein.
Einige Beispielbilder
Achatina fulica gemischte Farbtypen

Achatina fulica dunkler Farbtyp

Archachatina marginata ovum wildfarben

Archachatina marginata ovum Jungtiere amelanistische (links) und albinotische Farbform (mitte und rechts)

Achatina reticulata mit albinotischem Körper