Hallo Coco.
Ich glaube Du hast Deinen Leguan und das Terrarium noch nicht vorgestellt, oder? Ich weiß daher nicht, wie Eure Umstände sind.
Man kann grundsätzlich sagen, dass Leguane, ob jung oder alt, in kleinen Terrarien oft sehr aggressiv reagieren. Es fehlt einfach die Möglichkeit sich in Sicherheit bringen zu können. Die Tiere sind erstmal scheu und möchten gerne Abstand haben. Das geht prima in großen Terrarien, wo immer 1 oder mehrere Meter Raum zwischen Mensch und Tier sind. Dann können sie aus der Ferne alles beobachten, was Du machst, ohne sich dabei bedrängt zu fühlen. Je kleiner der Abstand ist oder bei kleinen Terrarien gar kein Abstand möglich ist, umso mehr gehen die Tiere in Angriffs-Pose. Das ist reine Verteidigung, weil sie sich unsicher fühlen und man zu nah dran gekommen ist. Manche Tiere fauchen dann, andere stellen den Körper flach auf, die Nächste Stufe wäre der Schlag mit dem Schwanz. Kleine Terrarien stehen meist zu niedrig. Der Leguan möchte aber höher sitzen können als Dein Körper/Kopf. Er lebt ja normal in Bäumen. Diese ganzen Faktoren führen dazu, dass der Leguan ständig in Angst lebt. Sich ihm dann noch permanent aufzudrängen, ist völllig kontraproduktiv. Ebenso ein erzwungenes Rausfangen oder ständiges Händeln oder Rausholen. Bau eine große Anlage und beobachte dann die Entwicklung. Bei mir im Terrarium wurden bisher alle Tiere "zutraulich" (oder wie man das halt), auch total aggressive ältere Tiere aus schlechter Vorhaltung. Die merken sehr schnell, dass "Mensch" harmlos ist, wenn sie weit genug entfernt sitzen und beobachten können. Die Futtergier wird sie dann irgendwann auch näher ans Futter bringen, wenn man vielleicht noch selbst damit hantiert. Besondere Leckerlies (große Blüten etc.), damit kann man dann irgendwann versuchen, sie zu füttern. Das klappt übrigens auch am besten, wenn der Leguan über Dir im Terrarium sitzt

also er sitzt ganz oben und man selbst duckt sich etwas und streckt nur den Arm hoch.
Tierarztbesuche: Rausfangen mit dem Kescher, dann in Stoffbeutel/Bettbezug (gut verschließen!) bzw. nachts im Schlaf überraschen und in einen Stoffbeutel legen.
Häutungsprobleme: Sollten bei guter Haltung nicht vorkommen. Wenn doch, kann man z.B. hartnäckige Rückenstacheln nachts entfernen. Im Tiefschlaf sind die Tiere kalt=träge, lassen sich einfacher rausnehmen bzw. bearbeiten (was nicht heißen soll, dass sie dabei keine Angst verspüren. Die Gegenwehr ist nur geringer.)
Umzug in ein neues Terrarium: z. B. Kescher oder auch einfach nachts rübertragen.
Es ist also nicht notwendig, dem Tier möglichst schnell eine "Zähmung" aufzudrängen. Alle notwendigen Dinge zum Leben kann es auch im scheuen Zustand erfahren. Ebenso kann ich Dir versichern, dass auch zutrauliche Tiere in einen Beutel verpackt zum Tierarzt fahren (bei mir), alles andere wäre fahrlässig und auch der Arzt würde sich bedanken, wenn ein Wildtier ohne "Verpackung" ihm entgegenspringt beim Öffnen des Kartons. In fremder Umgebung werden sie nämlich meistens doch wieder extrem panisch und die Tiere sind einfach auch viel zu kräftig und gefährlich (Krallen, Gebiss, etc.) um da Risiken einzugehen.
Stell doch einfach mal Euer Terrarium vor. Vielleicht können wir dazu dann bessere Tips geben.
gruß Sabine